Freitag, 31. Dezember 2010

Soundtrack of my Life: Lied 18

Das ultimative Partylied für dich

Also, nachmittags waren wir etwas besinnlich und haben die Vergangenheit reflektiert und solche Dinge, nun können wir uns auf die Sause heute Abend vorbereiten, den leckeren Salat für die Party zubereiten, das erste Weinchen nebenher trinken - und natürlich die Partyhits einlegen...

Und welches Lied muss seit Silvester 2006 in Berlin auf jeden Fall gespielt werden? Ist doch klar!!!


Sing, sing, sing deine Lieder
Du hörst sie einmal und vergisst sie nie wieder
Lieder für alle, für sie und für ihn
Für jung und für alt, wie Medizin
Und heute Abend bist du in meiner Stadt
Ich habe mich extra ganz schick gemacht
Ich hab mich verkleidet, dass mich jeder beneidet
Weil ich so bin wie du, Monika du

Monika Tanzband rettet die Welt

Und plötzlich geht das Licht an
Monika, jetzt bist du dran
Du nimmst das Mikrofon in die Hand
Der Lärm, das Geschrei der Leute ist ohrenbetäubend laut
Und im heillosen Durcheinander, im Blitzlichtgewitter...

Und ich habe mein ganz persönliches Erlebnis mit Anajo - Wiesbaden 2007 - Konzert. Und ich stehe neben der Verrückten, die auf Monika macht und das Publikum fragt:

Hey, do you wanna celebrate
Und die Antwort ist vorgegeben: Yeah
So läuft’s Business, es war noch nie mehr los
That’s entertainment, that’s rock’n’roll
Sie schreien nicht Hildegard, Doris, Grudrun, Erika,Veronica
Nein, heute Abend heißt es: Monika

Monika Tanzband rettet die Welt

Sie, die Verrückte, mit Bier in der Hand, gleich neben ihr, und der Sänger muss fast das Konzert abbrechen, weil er sich so über sie kaputt lacht...

Soundtrack of my Life: Lied 17

Ein Lied, das für dich Lebensmut bedeutet

1992. Freiburg. Krebsstation von Pfaundler in der Uni-Kinderklinik. Keine schöne Zeit. Nicht schön, wenn Kinder, die noch jünger sind als man selbst, Kinder, die noch nichts erlebt haben (siehe http://schmerzwach.blogspot.com/2010/05/schuld.html), schwer krank sind, nicht schön, wenn man mit 16 mit dem KREBS und mit dem Tod konfrontiert ist...

Ich könnte viele Geschichten dazu erzählen - und habe es bereits (auf Anfrage schicke ich euch gerne etwas)... Aber das möchte ich jetzt nicht erzählen. Es geht um die Liederliste und um die Musik, die mir damals Kraft gab. Ich spreche dabei von Enya und Gloria Estefan (hicks!), über Suzanne Vega und Marrillion. Und ich spreche von U2. Dass diese Band eine Bedeutung für mich hat, speziell dieses Jahr, kann man weiter unten nachlesen.
Meine liebevolle Schwestern und mein liebenswerter Schwager kauften sich damals noch Platten, die sie mir auf Kassetten überspielten, die ich dann auf so einem neu erstandenen Kassettenrekorder anhörte. Ich hatte mir die U2 gewünscht, ich weiß gar nicht mehr wieso, wahrscheinlich wegen ONE, wer weiß es heute noch. Viel faszinierter war ich allerdings von der B-Seite, die es damals noch gab (PLATTEN!). ;-) Mein Lieblingslied war damals: "Who's Gonna Ride Your Wild Horses". http://www.youtube.com/watch?v=b3OaqImCKd4. Es geht um unerwiderte Liebe und um Pferde, ja, nein, es hat nichts mit Lebensmut direkt zu tun. Erklärbarer wird es vielleicht, wenn ich sage, dass zum Lied mit dem Lebensmut das Buch zum Lebensmut gehört: "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley, das ich gleichzeitig las, und da konnte ich dann doch Parallelen zu Lancelot, Artus und Gwenhwyvar erkennen... Doch zurück zum Lied: Ich mochte diese Platte am liebsten, danach konnte nichts von U2 für mich daran zurückreichen. Aber ein bisschen war danach U2 für mich nur noch in Verbindung mit Pfaundler zu denken - daher habe ich lange Zeit nur widerwillig diese Band gehört. Bis der schönste Mann der Welt mich mit auf das Konzert nahm:
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/08/u2-am-dienstag-straenfest-am-mittwoch.html 

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Der Text macht das Glück

Liebend, trauernd, hadernd,
lächelnd, weinend, zweifelnd –
so bin ich,
lebe ich,
schreibe ich.

Weißes Papier ist
zum Auffüllen da –
so wie ein Curriculum,
wie eine Gießkanne,
wie eine Seele.


Liebend, trauernd, hadernd,
lächelnd, weinend, zweifelnd –
so bin ich,
lebe ich,
schreibe ich.

Der Ton macht die Musik,
der Text macht das Glück –
ohne Worte bin ich nichts,
doch wenn ich zu viel rede,
bin ich nicht mehr ich.

Soundtrack of my Life: Lied 16

Ein Lied, das dich mit einem guten Freund verbindet

Oder mit einer guten Freundin! ;-) Nun bin ich bei der zweiten Hälfte der Stöckchen Liederliste angekommen... Natalie Imbruglia´s "Torn" erinnert mich... An schöne alte Zeiten mit N., wir schreiben das Jahr 1997, jede verdammte Woche am Freitag der gleiche Stress: Wir versuchen noch vor 22 Uhr ins Milieu nach Haslach zu kommen, jede Woche Hektik beim Abholen der einzelnen Leute, nur N. und ich gut dabei, und immer dieses "Torn" auf der Kassette, ein Lied eigentlich, das so gar nicht zu unserem sonstigen Musikgeschmack passte, aber mir besser gefiel als das, was N. sonst hörte. N., ja, eine tolle Frau, mit der ich noch immer befreundet bin, eine meiner ältesten Freundinnen, die früher noch einige Stufen unter mir in der Schule war, was mich nicht davon abhielt, ihr immer nette Geschichten in den Pausen zu erzählen. :-) Und bei jedem Heimatbesuch wird nach wie vor abgecheckt, ob sie auch da ist... Ja, das Milieu - eigentlich völliger Blödsinn da hinzufahren, in den Schwarzwald hinein, von Kehl aus, nach Karlsruhe oder Freiburg wären wir genauso schnell gekommen. Und wieso das Ganze? Um viele Bauern und ein paar coole Leute zu sehen? Noch dazu waren die meisten coolen Leute aus Kehl selbst, A. C. zum Beispiel (zu meiner Freude auch treue Leserin hier) oder Jo, der noch immer durch die Gegend zappelt wie damals, oder einer der diversen Christians in meinem Leben, Leute vom ABK und und und... Wieso also? Wegen der Musik? Die war immer so vorhersehbar, zum Beispiel kam am Anfang, wenn kaum jemand tanzte, Björk - aber ich liebe sie ja - und irgendwann später "Around The World" von Daft Punk und in unmittelbarer Nachbarschaft IMMER etwas von Prodigy. Und wenn alles ganz aufgeheizt war, kamen immer hintereinander Rage against the Machine und Nirvana, immer! :-) Aber wir liebten es. Und wir liebten die langhaarigen Zottel, die dort rumsprangen, N. und ich, aber vor allem liebten wir es, da gemeinsam hinzugehen. Ich tanzte auch, wenn weniger los war, N. wartete auf jeden Fall darauf, dass viel mehr Leute auf der Zanzfläche tanzten, aber am liebsten stand sie am Rand, beobachtete die Jungs, unterhielt sich mit ihren Freunden, und vertrank das Geld, das wir für den Eintritt sparten, mit einem Haufen Koffeingetränken - schließlich fuhr sie immer... N., wie gesagt, nach wie vor eine gute, eine Superfreundin sogar, immer noch auf einer Wellenlänge, auch nach so vielen Jahren. Oft verändert man sich, entwickelt sich in verschiedene Richtungen. Wir nicht, N. und ich diskutieren immer noch über die gleichen Dinge, wir sehen die Dinge immer noch anders als viele andere... Zumindest haben wir diese Illusion - und das zeichnet wirklich gute Freundschaften aus: dass man denkt, dass alles noch immer so wie früher ist...
http://www.metacafe.com/watch/sy-1155342642/natalie_imbruglia_torn_official_music_video/

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Soundtrack of my Life: Lied 15

Dein Klingelton auf dem Mobile

Mein Klingelton ist "Down in The Past" von Mando Diao. Vermutlich sehr unspektakulär und es hat nichts mit dem Unplugged auf MTV zu tun, durch den das Lied wieder aktuell geworden ist. Es liegt eher daran, dass ich faul bin. Es ist mein altes Handy, das neue ist seit einiger Zeit kaputt - und ich bin zu faul, um es reparieren zu lassen... Mando Diao. Gehen wir fünf Jahre zurück, Das Sziget-Festival in Budapest. Ich möchte mir das Konzert von ihnen anschauen. Doch Felix möchte nicht mit. Das sagt er schon einen Tag vorher... Am Morgen kriegen wir neue Nachbarn, Mädels aus Augsburg und co. Kiffen die ganze Zeit. Sie sprechen uns an, weil sie etwas vergessen haben, und möchten fragen, ob wir ihnen dasjenige ausleihen könnten (keine Ahnung, was das war). Auf jeden Fall hocken wir uns zu ihnen für eine Weile. Sie sagen, dass sie vor allem wegen Mando Diao da sind... Meine Chance! Als es so weit ist, möchte ich sie vor ihrem Zelt abholen, wo sie mal wieder kiffend davor sitzen und sich gegenseitig aufgeilen an Erzählungen, wie sie die Jungs neben ihrem Zelt (also nicht wir) erobern könnten, den großen Brasilianer, den süßen kleinen Belgier... Na, was ist? frage ich sie. Doch sie haben keine Lust aufzustehen, sie wollen lieber weiterkiffen und sich aufgeilen. Ja, aber Mando Diao, wegen denen seid ihr hier! Ach, wir hören die auch von hier... Soso. Tun sie natürlich nicht und ich gehe alleine zu dem Konzert... Dann sehen sie sich die schwarz gekleideten sexy Jungs eben nicht an, dann kann ich die Freude nicht mit ihnen teilen, macht ja nichts. Beim Konzert redet man ja eh nicht, sondern hört zu und bewegt sich dazu. Es war toll! Aber wieso ausgerechnet "Down in the Past"? Einerseits ist es ein richtig gutes Lied, aber zweitens ist es sehr auffällig und ich schnalle sofort, wenn ich eine SMS bekomme, außerdem... ist es so Rock´n´Roll, so oldstyle, das mag ich gerne an dem Lied. Der Link dazu: http://www.youtube.com/watch?v=zqAk2LMWFug.

Montag, 27. Dezember 2010

Twitter-Thriller

Erneut darf ich euch heute einen sehr witzigen Gast-Beitrag von Carsten hier an dieser Stelle präsentieren. Der http://stancerblog.blog.de/ ist einfach sehr empfehlenswert, schaut doch einfach mal vorbei. Dass sein Ton gefällt, hat sich, denke ich, bereits im letzten sehr oft besuchten Gastbeitrag gezeigt: http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/besuch.html. Diesmal dreht sich der Blog um die wunderbare und vor allem spannende (!) Welt der Tweets, Twoffs und Follower:

Ein nicht näher bezeichneter Twitter-Nutzer versteht es, seine Leser mit unvergleichlicher Spannung in Atem zu halten. Lesen Sie selbst:

Ich bin jetzt Abendbrot essen.
vor 38 Minuten via web

Ich ware vorhin weg. Jetzt bin ich wieder da.
vor 43 Minuten via web

Die Arbeit war super.
vor ungefähr 3 Stunden via web

Tach da bin ich wieder.
vor ungefähr 3 Stunden via web

Ich gehe jetzt ins Bett. Gute Nacht bis Morgen.
vor ungefähr 22 Stunden via web

Ich zocke jetzt XBox 360.
vor ungefähr 23 Stunden via web

Ich esse jetzt Abendbrot.
vor ungefähr 24 Stunden via web

Und es schneid schon wieder.
7:31 PM Dec 13th via web

So ich bin wieder da.
7:31 PM Dec 13th via web

Ich muss weg. Bis später.
5:28 PM Dec 13th via web

Die Arbeit hat Spaß gemacht.
5:25 PM Dec 13th via web

Nabend da bin ich wieder.
5:24 PM Dec 13th via web

Ich gehe jetzt ins Bett. Gute Nacht bis Morgen.
9:41 PM Dec 12th via web

Morgen muss ich wieder Arbeiten.
9:40 PM Dec 12th via web

Jörgen und ich zocken jetzt XBox 360. Das Game GTA 4.
9:00 PM Dec 12th via web

Ich höre gerade Musik.
8:47 PM Dec 12th via web

Ich bin jetzt Abendbrot essen.
8:12 PM Dec 12th via web

Ich gucke gerade TV.
7:52 PM Dec 12th via web

Ich Telefoniere gerade mit einem Kumpel.
7:24 PM Dec 12th via web

heute Mittag ware aufen Geburtstag.
7:16 PM Dec 12th via web

Immerhin hat er es damit schon auf über 200 Follower gebracht. Respekt! 

Lesung Kaminer - eine jüdische Anekdote

So fing alles an: M. B. vom Radio fragt mich an, ob ich Lust hätte zur Wladimir Kaminer-Lesung zu gehen. Wir schreiben das Jahr 2006, genauer gesagt im Februar. Ich sage ganz naiv: ja, natürlich, kenne ich doch Kaminers "Russendisko" und finde diesen Menschen einfach charmant und superwitzig! Siehe: http://bit.ly/gRWhan - schaut euch da mal Videos an. :-) Nun, ich wollte ihm nicht den Rücken massieren, ich wollte ihn einfach mal lesen hören und sehen. Doch folgendes passierte: Ich musste in die Verwaltung der jüdischen Gemeinde im Frankfurter Westend gehen (jeder muss da einzeln hingehen, mit Personalausweis und so). Zuerst ans Häuschen, wo ein Soldat saß, ihn fragen, wie ich hineingelange. Dann geleitet er mich dorthin. Dort muss ich erst einmal warten. Danach wie am Flughafen durch so eine Kontrolle (Tasche abgeben, Gürtel ausziehen etc.). Es holt mich ein weiterer Soldat ab, der mich zu der Sachbearbeiterin führt. Ich bin schon nassgeschwitzt oben. Dann geht alles ganz einfach, irgendwie. Mit der Karte in der Hand (nach fünf Minuten Warten, obwohl sonst niemand außer mir da war) gehe ich aus dem Raum, werde wieder nach unten geführt. Und verschwinde da so schnell ich gehen kann.
Es ist der betreffende 23.Februar des Jahres 2006: Wir stehen vor dem Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum im Frankfurter Westend. Mit wir meine ich etwa 450 Leute, es ist zwar schon 20.00 Uhr vorbei, aber noch stehen 300 Leute draußen. Warum? Tja, erneute Kontrollen, die mit den Kontrollen an amerikanischen Flughäfen nach dem 11.September wahrscheinlich konkurrieren wollten - es ging und ging nicht weiter. Die Leute werden missmutig. Zum ganzen Missmut kommt dazu, dass manche Leute überhaupt keine Karte haben wollen. Mein Kollege saß schon drin, ich stand draußen, ich fror. Hörte mir das Gekreische und Gejaule von den Menschen um mich herum an. Eine Frau sagte die ganze Zeit: "Oh nein, ich habe keine Karte bekommen, aber ich möchte unbedingt da rein, ich liebe Kaminer. Der ist wie George Clooney, nur redet er süßer und ist schlauer." Oder so etwas in der Art. Ich war schon etwas angepisst und murmelte in mich hinein: bescheuerte Tussi, bescheuerte Sicherheitsmaßnahmen, völlig unnötig, und Kaminer ist ein Spasst! Sie sagt: "Wie bitte?!" Ich sage nur: "Ach, wissen Sie was? Sie können meine Karte kriegen!" Sie fällt fast in Ohnmacht - dabei sah sie eigentlich eher wie eine langweilige Steuerberaterin, die sich versucht hat, schick und damenhaft zu kleiden. "Was wollen Sie dafür haben?" fragt sie mich ganz aufgeregt, weil sie wohl denkt, dass ich sie jetzt abzocken möchte. Ich schaue sie an und teile ihr mit, dass ich lediglich mein Geld zurück haben möchte: 8 Euro also. Sie kann es gar nicht fassen. Sie bedankt sich überschwänglich und ich zetere vor mich hin: Ahja, viel Spaß, ich könnte ihn eh nicht mehr haben, bin jetzt genervt! Und so ziehe ich von Dannen. Ich höre beim Weggehen nur noch, wie sie mit jemandem telefoniert und ins Handy schreit: JA, ICH KOMME DOCH REIN, MIR HAT SO EIN NETTER EINE KARTE VERKAUFT, JAAAAAAA!!!

Soundtrack of my Life: Lied 14

Ein Lied, das dich morgens gerne wecken darf

Letztens war der Vater vom schönsten Mann der Welt bei uns zu Besuch, es war der Geburtstag des Sohnemanns. Nennen wir ihn einmal den größten Musikexperten unter den Vätern... Und ich meine das nicht ironisch! Nun, da fragte er uns, wie wir die neue "Arcade Fire" fänden, der schönste Mann der Welt kannte die Band nicht, ich wiederum habe gesagt, dass ich die merkwürdigerweise nicht gut finde. Wieso? Ich weiß nicht, ob ihr es genauso macht wie ich... Neben Last.FM und Putpat.TV gibt es noch zwei Arten, wie ich an neue Musik komme (nein, drei): Facebook-Tipps, Empfehlungen von Freunden außerhalb des Internets und... Ja, die Intro. Ich stöbere sie durch und youtube dann die mir interessant erscheinenden Acts. Da kann es dann schon sein, wenn ich zwei drei Titel höre, dass ich es sofort als nicht gut befunden aussortiere. Und dann vergesse ich sie bzw. gebe diesem Act keine Chance mehr... Und so war es auch bei Arcade Fire, die mir zweifach empfohlen wurden, von der Intro und einen Tag später von meinem ehemaligen besten Freund, der sie in Paris gesehen hatte. Dummerweise hörte ich mir ein paar Lieder von der "Neon Bible" an, und... sie gefielen mir nicht. Aber nach dem Besuch des größten Musikexperten unter den Vätern dachte ich, mh, kann nicht sein, ich höre mir noch einmal das neue Album an. Und? Tataaaaaaaaaaa: Ich finde mehrere Lieder richtig gut. Am besten gefällt mir "We used to wait". Und was es für den Morgen so attraktiv macht: Es hört sich erst einmal wie ein Wecker an, steigert sich dann zu einem fulminanten Indie-Rock-Scheiß. Yeah! Und dann der göttliche Refrain! http://www.youtube.com/watch?v=QV41lU2BUb4. Super!

Samstag, 25. Dezember 2010

Der ABK im Schnee - die Umfrage-Ergebnisse

Der Vorsitzende des ABK hat sich bei unserem heutigen weihnachtlichen Frühschoppen bereit erklärt, die Ergebnisse meiner Umfrage auf dem Blog zu kommentieren. 

Nein, hier ist niemand vom ABK drauf, die zwei Fotos entstanden bei unserem Nachhauseweg nach Kehl-Sundheim. 
Also, zunächst einmal zum eigenen Ergebnis, der ABK hat 5 Nennungen und damit 16 % erhalten. Zufrieden?
Nun, das Ergebnis ist nicht überragend, aber immerhin möchten die Leute mehr über uns erfahren als über Frankfurt, Lifestyle-Themen, Medien oder das Thema Integration, was scheinbar nur dir wichtig ist, lieber Schmerzwach...

Naja, lieber ABK, euch sind ja die Integrationisten auch ein Dorn im Auge, siehe http://schmerzwach.blogspot.com/2010/06/der-abk-und-die-integrationisten.html.

Das ist wohl wahr! Nun gut, es ist so wie es ist, nicht wahr?! Kommen wir zum klaren Sieger: 13 Nennungen (43 %) haben die Anekdoten bekommen, völlig zurecht übrigens. Man denke nur an: http://schmerzwach.blogspot.com/2009/12/mitten-in-der-nacht-mein-nachbar.html oder http://schmerzwach.blogspot.com/2009/12/nachts-in-darmstadt.html. So begann der Blog, so begannen wir dich zu lieben. Auch die neuen Anekdoten finden wir sehr witzig. Zum Beispiel: http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/eine-anekdote-aus-dem-kath.html oder http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/der-dieb-in-dir-die-diebische-anekdote.html.

Da habt ihr Recht, deswegen habe ich ja mit dem Bloggen begonnen. Die Geschichten würde ich auch dazu nehmen, immerhin 9 Nennungen (30 %)...
Ja, wobei die natürlich das Problem haben, dass sie etwas lang sind für einen Blog. Da gefiel mir diese am besten: http://schmerzwach.blogspot.com/2010/02/lektorieren-text-rot-teil-1.html und http://schmerzwach.blogspot.com/2010/02/lektorieren-text-rot-teil-2.htmlHat sich da eigentlich jemanden gefunden, der lektoriert?
Nein, leider nicht! Und was haltet ihr von dem guten Abschneiden des Themas "Homosexualität" - 8 Nennungen (26 %)?  
Nun, das ist natürlich nicht unbedingt unser Hauptthema, aber wenn es um Minderheitenrechte und Minderheitenpolitik geht, sind wir immer dabei. Von daher sind wir dau auch dabei. Du kannst dem ja auch immer wieder neue interessante oder manchmal auch witzige Aspekte abgewinnen. http://schmerzwach.blogspot.com/2010/05/bakchos-und-sergios.html. Naja, es ist ja auch immer die Frage, wer den Blog liest...

Nun, ich habe keine Erhebung gemacht, jede und jeder ist willkommen, Vielfalt tut gut, sagt man in Frankfurt! ;-)
Von denen möchten wir ja alle gar nicht so viel wissen! ;-) Dafür wollen die Leute immer Fotos sehen - 7 Nennungen (23 %). Finde ich gut. Du warst anfangs etwas textlastig. Naja, deine Texte sind immer noch sehr lang, aber mit ein zwei Bildchen zwischendrin sieht es immer nach weniger aus - und hübscher! Aber was sagst du dazu, dass es nur 5 Nennungen bei Musik und selbst gedrehten Videos gibt? Das finden wir beides etwas schade.
Dabei sah es ganz am Anfang nach einem Kopf an Kopf-Rennen zwischen Anekdoten und Musik aus. Aber nur die ersten zwei drei Tage. Und dann begann der Soundtrack of my Life. http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/soundtrack-of-my-life-lied-6.html. Da hat man wohl gedacht: Ahja, er macht es ja schon, da brauchen wir auch nicht danach schreien. Mode hat ja leider auch nur 3 Nennungen (10 %), aber nichtsdestotrotz gibt es die Tage einen Mode-Beitrag von mir.

Auch nicht schlecht, ist zwar nicht unser Ding, diese Kokolores-Mode-Scheiße, aber andere wird es vielleicht interessieren, und 10 % sind 10 %. Wir leben in einer Demokratie. Schade für uns ist, dass Filme mit nur 4 Nennungen nicht viel besser dabei sind, dabei sind diese Beiträge für uns am interessantesten. Wie z.B.: http://schmerzwach.blogspot.com/2009/12/so-finster-die-nacht.html oder auch http://schmerzwach.blogspot.com/2010/01/wild-tigers-i-have-known.html. Und das mit den Videos finden wir wirklich sehr schade. Unvergessen deine Schneevideos, wie haben wir alle gelacht bei http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/schnee-im-holzhausenpark.html und wie gruseligschön war doch: http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/schneeengel-oder-wie-sie-zu-mothman.html. Besonders witzig fanden wir auch den Arbeitstag in Hannover: http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/ein-arbeitstag-in-hannover-ein-langer.html

Und welche Literaturrezension hat dir am besten gefallen?
Also. da würde ich mich zwischen http://schmerzwach.blogspot.com/2010/03/eine-etwas-andere-rezension-zu-ruhm-von.html und http://schmerzwach.blogspot.com/2010/09/ruf-mich-bei-deinem-namen.html


Also, 7 Nennungen (23 %) waren es bei der Literatur. Was wünschst du dir noch von diesem Blog?
Ehrlich gesagt gefällt er mir schon so gut, dass ich keine Veränderungen vorschlage. Bleib einfach so humorvoll, interressiert, kreativ und fleißig!!!
Oh, vielen Dank für die Blumen! ;-)

Soundtrack of my Life: Lied 13

Ein Lied, das du gerne nachts anhörst

Eine Stimmung - zum Gedichte verfassen
Das Gefühl, dass alles um dich herum zusammenbricht
Dreht sich die Welt noch richtig?
Es ist Nacht, und genauso dunkel ist es
in meiner Seele...

So dichtete ich einst in einer jener Nächten, in denen ich melancholische Musik hörte. Ich höre sie gerne, diese Musik, ich höre gerne balkanesk-melancholische Musik. So wie das hier von meinem Namensvetter Jannis Kotsiras: http://www.youtube.com/watch?v=awvT2F0dh8c
Zwei weitere Versionen gibt es von den Sängerinnen Jota Nekka:
http://www.youtube.com/watch?v=tjK7pVMbxjM
und Sofia Papazoglou: http://www.youtube.com/watch?v=xZ51ucWZgdc
Siehe hier auch folgenden Beitrag, in dem das Cover mit Papazoglou zu sehen, denn im Dussmann in Berlin fand ich dieses wunderschöne Lied!
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/10/in-berlin-sightseeing-und-so.html

Ich versuche mehr oder weniger holperig den griechischen Text zu übersetzen, die Freude und die Sorge ist hier in Persona gemeint, ich hoffe, dass dies verständlich ist. Es ist natürlich schwierig, so einen Text adäquat zu überstzen, nun, ich habe mein Bestes getan...


Wenn ich die "Freude" sein könnte, 
ich würde mich teilen, 
wenn ich die "Sorge" sein könnte, 
würde ich mich zerstreuen. 
Wenn ich ein Berg, ein hoher Berg, sein könnte, 
würde ich den Himmel berühren. 

Wenn ich woanders wäre, 
wenn ich anders wäre, 
wenn ich wüsste, was ich suche, 
und wenn ich wie ein leises Lied
deine Lippen erklimmen könnte… 

Wenn ich zwei Leben hätte, 
ich würde wieder von vorne beginnen. 
Ach, Trauer, alle meine Fehler 
würde ich auslöschen. 

Wenn ich zwei Leben hätte, 
dann würde ich all meine 
Leidenschaften ausleben. 
Ach, Trauer, wenn ich nur von 
vorne beginnen könnte… 

Wenn ich du sein könnte, und du ich, 
dann wüsste ich, was ich suche, 
und wie ein leises Lied würde ich 
deine Lippen erklimmen. 

Wenn ich zwei Leben hätte…

Freitag, 24. Dezember 2010

SCHRIFT-WASSER-ZEICHEN

Der heiligabendliche Gastbeitrag ist aus zweifachem Grunde etwas ganz Besonderes, er stammt von einem Textwerkstatt-Absolventen (2006-2008) (Textwerkstatt unter Kurt Drawert, genauso wie Ulrike Sabine Maier und ich zurzeit), aber vor allem war er zwischen 2005 und 2008 quasi mein Chef - in seiner Funktion als Rektor der Erich Kästner-Schule hat er meinen Arbeitgeber, den ska Darmstadt e.V., beauftragt, die Schulsozialarbeit und die Ganztagsschule zu koordinieren. Und da komme ich dann ins Spiel... Etwas ganz Besonderes ist dieses Gedicht auch, weil es in 2011 im Jahrbuch der Lyrik (nun DVA) erscheinen wird. http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=356976. Eine Ehre also, dieses sehr schöne und geheimnisvolle Gedicht hier schon vorab veröffentlichen zu dürfen. Mehr Informationen zum Autoren, der nun in Stedesdorf und in Darmstadt wohnt und als freier Autor und auch als Bundesgeschäftsführer der GGG - Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens tätig ist, auf seiner eigenen informativen Webseite: http://michaelhuettenberger.de/.


SCHRIFT-WASSER-ZEICHEN


wir sind Helden und falten
polnische Servietten die niemand
brauchen kann in Sardinien
wir haben nicht die Wahl

schneiden das Leben zu
blauen Planquadraten und
verlieren den Unterleib wenn wir uns
auf unsre Ellenbogen verlassen

was ist passiert auf dem Weg
nach Hause fragst du

wer die Wahl hat braucht
keine Familie antwortest du dir
an gelben Tagen wiegst einen toten
Baumstumpf vor deinem Leib

morgen wird es wieder
Licht geben und wir werden
Fische zum Meer tragen und uns
in der Windstille spiegeln

lass uns zurück gehen
sagst du ich möchte
allein sein
wenn sich der Schleier lüftet


Michael Hüttenberger
(Kulturspeicher Ueckermünde, Ausstellung Schrift-Wasser-Zeichen, 21. August 2009)

Zum Verhältnis Chef - Mitarbeiter ließe sich natürlich auch die eine oder andere Anekdote erzählen, unser erstes Eisessen im Sommer 2005 oder als "unsere Schule" geprüft wurde und wir in einer langen Sitzung mit den Prüfern uns aber auch im allerhellsten Licht dargestellt haben und ein fettes Lob bekamen im Nachhinein usw. usw.... Aber dazu werde ich noch an anderer Stelle in diesem Blog kommen...

Der Link zu Ulrike Sabine Maiers Beitrag: 

Soundtrack of my Life: Lied 12

Dein Lieblingsvideo

Nun, da kann man ja unzählige nennen, und weil Heiligabend ist, werde ich mich auch nicht für eines, sondern für genau zwei entscheiden. Das eine soll nämlich das andere ausgleichen. Nehmen wir mal an, es gibt immer zwei Pole, Introversion - Extraversion zum Beispiel, Frieden - Krieg, Egoismus - Selbstlosigkeit (oder Altruismus), nehmen wir das doch mal an, dann sei doch das Gegenteil von Oberflächlichkeit - nun ja - Tiefgründigkeit, nicht wahr?! Nehmen wir das oberflächliche Video zuerst, es ist von den Pet Shop Boys "Being Boring". http://www.dailymotion.com/video/x14jur_pet-shop-boys-being-boring_music. Ja, ich gebe es zu, die Menschen in diesem Video sind sooooo schön, sie ziehen sich toll an, stylen sich super, gehen auf Partys und sind die Hedonisten schlechthin - schon immer liebte ich dieses Video, weil es mir gute Laune vermittelte, Spaß machte, und ich Lust darauf bekam, es krachen zu lassen. Ja, ich wollte zur nächsten Party gehen, und den schönsten Mann der Welt kennenlernen und küssen (ist mir ja endlich geglückt! :-)). Der Refrain:  

'Cause we were never being boring
We had too much time to find for ourselves
And we were never being boring
We dressed up and fought, then thought: "Make amends"
And we were never holding back or worried that
Time would come to an end
We were always hoping that, looking back
You could always rely on a friend

Das Gegenstück aus der heutigen Zeit: der herausragende, der fantastische, verrückte, humorvolle, unkonventionelle usw. New Hippie Devendra Banhart, der in diese Clique mit Antony Hegarty, CocoRosie und Co. gehört... Und sein Lied "Heard Somebody". Ich habe dieses Video ausgesucht wegen des Textes, wegen Weihnachten und so. Der Text: 

I heard somebody say
That the war ended today
But everybody knows it's goin' still

Our motherlands and motherseas
Here's what we believe
It's simple
We don't want to kill

I heard somebody say
That the war ended today
But everybody knows its goin' still

 

Our motherlands and motherseas
Here's what we believe
It's simple 

We don't want to kill

                                            
Oh, it's simple
We don't want to kill
Oh, it's simple
We don't want to kill
Oh, it's simple


Geschenke sollte man an Weihnachten abschaffen, anstattdessen sich die Zeit nehmen nachzudenken und für den Frieden auf der Welt einsetzen. Die ganzen Kräfte fürs Geschenke überlegen, kaufen, irgendwohin transportieren, einpacken etc. könnte man für so viel Sinnvolleres einsetzen!!!
 
Aber natürlich hätte ich auch folgende Videos aussuchen können, das erste von Michel Gondry!!!

Er macht einfach die durchgeknalltesten und kreativsten Videos der Gegenwart!

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Liebesgeschichte in 11 Liedern - Teil 11

Lied 11: Turin Brakes – Fishing for a Dream

Ich schleppte mich durch den Tag, arbeitete nicht, müsste mich aber um viele Dinge kümmern. Ich musste mich krankschreiben lassen, sonst würde ich zu all dem nicht kommen. Ich vermisste das ziellose Umherziehen mit den beiden Brasilianern. Vermisste das megalomane Madrid, vermisste die vertraulichen Gespräche mit Tom. Malte mir Szenarien aus, wie ich für längere Zeit nach Madrid kommen könnte, suchte mir Flüge bei Opodo aus, nach Madrid, nach Brasilia… Stellte mir vor, wie ich im Lotto gewinne. Meinen Job kündigen, nach Madrid aufbrechen, nicht bei Tom wohnen, sondern in einem schönen Hotel im Zentrum. Und dann mit João nach Brasilia reisen. Ich nahm das Mobiltelefon in die Hand. Hola Tom. Wo bist du? Du wirst es nicht glauben, ich bin gerade mit Luc in der Stadt rumgelaufen und da saßen João und Arturo auf einer Bank, Luc konnte gar nicht glauben, dass es Zufall war, er meinte, ich hätte mich sicher verabredet mit ihnen. Habe ich aber nicht. Witzig, gell?!

Teile 1-10:
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/liebesgeschichte-in-11-liedern-teil-10.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/liebesgeschichte-in-11-liedern-teil-9.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/liebesgeschichte-in-11-liedern-teil-8.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/liebesgeschichte-in-11-liedern-teil-7.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/liebesgeschichte-in-11-liedern-teil-6.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/liebesgeschichte-in-11-liedern-teil-5.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/liebesgeschichte-in-11-liedern-teil-4.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/liebesgeschichte-in-11-liedern-teil-3.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/liebesgeschichte-in-11-liedern-teil-2.html
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Soundtrack of my Life: Lied 11

Ein Lied, das gut zu deinem Charakter passt

Schmerzwach ist ein extravertierter Mensch, nicht umsonst stellt er sein Leben, seine Gedanken, seine Träume und Visionen in den Mittelpunkt eines Blogs, Schmerzwach ist aber auch ein Melancholiker, ein Mensch, der manchmal seine Ruhe will/braucht. In solchen Momenten zieht er sich häufig mit Musik zurück, mit Musik, die ihm aus verschiedenen Gründen sehr nah ist... 

Nein, es geht mir häufig nicht um den Text, wenn ich Musik höre, es geht mir um die Emotion, die vermittelt wird, die Sprache ist eher nebensächlich. Was vermittelt mir "Ederlezi" von Goran Bregovic, den ich sehr verehre? Eine tiefe Empfindung, eine schwere Melancholie, die seit Jahrhunderten in der Atmosphäre schwebt, nein, es ist nicht immer einfach, dieses unsere Leben, es gibt schöne Momente, in denen wir glücklich sind, aber auch Momente, in denen wir tieftraurig sind. Manchmal sind die Gründe dafür nicht offensichtlich, manchmal schon. Dieses Lied höre ich, wenn ich mich zurückziehen möchte, und ich kann mich an viele Situationen erinnern, an ein Zimmer in Heidelberg, ein großer Streit mit C., ich höre dieses großartige Lied ganz laut, mehrmals hintereinander, und kann danach wieder zurück, gestärkt - das Problem wurde gelöst. Oder wie ich ganz oft in meinem Bett in Frankfurt, mich sehnsüchtig nach Liebe verzehrte. Jetzt ist sie da - und ich habe das Lied lange nicht mehr gehört. http://www.youtube.com/watch?v=GOvOT82op5U
Aber, um auf den letzten Soundtrack of my Life zurückzukommen, http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/soundtrack-of-my-life-lied-10.html
Ederlezi passt auch zu mir, weil er unter anderem von Beirut gesungen wurde: http://www.youtube.com/watch?v=fQdmYVgAS60, weil ihn viele verschiedene Künstler/innen vom Balkan verschieden interpretiert haben, und an allen Variationen sehe ich etwas anderes Schönes. Die Instrumentalisationen, die variieren, die Stimmen, die Sprachen... Hintereinander türkisch, griechisch, polnisch, hebräisch...
http://www.youtube.com/watch?v=LaQcpO-acH0
http://www.youtube.com/watch?v=xalb_adnXxY
http://www.youtube.com/watch?v=D6ly1j6vKeM 
http://www.youtube.com/watch?v=advL2nf_3D0

Liebesgeschichte in 11 Liedern - Teil 10

Lied 10: Enya – Evening Falls

Ich saß an Gleis 2, am Flughafen Stuttgart. Es fuhr seit einer Stunde keine Straßenbahn, wegen technischer Störungen in der Oberleitung in sonst wo. Deprimierend. Ich verpasste gerade sämtliche Bahnen, die mich an mein Ziel Frankfurt bringen könnten. Wäre ich nur in Madrid geblieben. So eine Scheiße! Ich bin in Deutschland und habe Heimweh. Nicht nach Frankfurt, nicht nach Karlsruhe. Sondern nach Madrid. Ich hatte ein Bauchgrummeln. Ich wollte nicht. Ich wollte zurück. Heimweh. Nach João. Nach Tom? 

Im Flugzeug musste ich weinen. Ich hatte ein Manuskript gelesen, das ich lektorieren musste, eine Liebesgeschichte, eine romantische Szene kurz vor Schluss, ein Abschied. Ich weinte. Mann, ich bin so loco. Ich fühlte mich erschöpft, in der Seele krank. Ich wusste, dass ich die nächsten Tage nicht so weitermachen konnte. Nicht am nächsten Tag arbeiten, nicht den Alltag leben. Ich fuhr an den Bahnhof nach Stuttgart, mit einem Haufen unleidlicher Menschen, die nach Hause wollten. Dort merke ich, dass ich in irgendeinem Nest mehrere Stunden festsitzen würde. Ich fuhr nach Karlsruhe, zu Fabian, dort schlafen, am nächsten Morgen mit ihm nach Heidelberg. Ich konnte die ganze Nacht nicht einschlafen. 

Ich dachte nachts so oft an Gedichte, an Lieder von Enya, an „Evening Falls“, fühlte mich melancholisch, aber gut. Besonders. Nachts. Ideen. Einsamkeit. Trauer. Ich brauchte Trauer. Nur warum? Ich fühle mich, wenn ich traurig bin. Ich fühle mich, wenn ich Liebeskummer habe. Ich fühle mich, wenn ich Dramen durchlebe. Ich lebte. Ich lebte, wenn ich João nachtrauerte. Am nächsten Morgen ging es nach Heidelberg, mit Fabian reden. Dann in Heidelberg wollte ich Gloria treffen. Das erste Mal seit einem Dreivierteljahr. Ihr Schwarm würde am nächsten Morgen nach Neuseeland reisen. Sie war nervös, ängstlich. Ich konnte sie so gut verstehen. Tom in Madrid. Heimat. Ich hatte mich krank gemeldet. Ich kam letztendlich spät abends nach Hause. Erschöpft. Endlich schlafen. Mein letzter Gedanke galt João.

Dienstag, 21. Dezember 2010

backen in der fiftynine

video

Soundtrack of my Life: Lied 10

Dein Lieblingslied aus den 00ern!

Wiederum eine schwierige Wahl, so viele Lieder wären ein Anwärter gewesen... Zuerst wollte ich "Bliss" von Ilya nehmen (Link siehe unten), denn seitdem ich einen iPOD habe und das ist nun auch schon ein paar Jahre her, ist dieses Lied vermutlich dasjenige, das ich am meisten gehört habe. Überhaupt: Das Fahren in Zügen, Trams, Bussen und S- und U-Bahnen hat in den 00ern viel Zeit gekostet - wenn ich da keinen MP3-Player oder iPOD gehabt hätte, wäre ich vermutlich verrückt geworden. Sigur Ros habe ich rauf und runter gehört, genauso wie Clueso und Ilya und Escobar und Eels. Aber womit ich wirklich die meisten Erinnerungen in Bahnen und überhaupt in meinem Leben verbinde, das ist BEIRUT. Ob im Urlaub auf Teneriffa (da hörte ich also Beirut auch im Flugzeug und am Strand bei der Lektüre von Thomas Manns Zauberberg) oder auf meinen unzähligen Fahrten nach Berlin und zurück... Zach Condon übrigens mag Berlin sehr und verewigte den Prenzlauerberg musikalisch, genauso wie das Rheinland... Danke übrigens an Herrn Clement aus Berlin, dem ich die Bekanntschaft mit Beirut zu verdanken habe! Ja, Beirut hat mich die letzten Jahre begleitet, und Beirut ist auch mein Sinnbild für die 00er, für meine Musiksozialisation in dieser Zeit, für meine Offenheit, was Musikstile angeht... BEIRUT oder Zach Condon (Bilde von www.motor.de entnommen!) an sich ist für mich eine Ausnahmetalent, ein genialer Musiker... Und ich wähle als DEN Titel nicht etwa "Elephant Gun" aus, auch nicht "Rhineland", obwohl ich den besonders super finde, sondern "Postcards from Italy", weil ich dieses Video so gerne mag! :-) http://www.youtube.com/watch?v=RjzVbXeD_8E. Als Schmankerl auch noch eine Kostprobe von Florence & The Machine, wie sie diesen Titel live performed: http://www.youtube.com/watch?v=4rvUZm3Wzlo. Ich äußere mich dazu nicht! :-)))) Und Link zu "Bliss" von Ilya: http://www.youtube.com/watch?v=VTw-gndzqII

Liebesgeschichte in 11 Liedern - Teil 9 -

Lied 9: Golec uOrkiestra – Crazy is my life

Ein letztes Mal mit der Metro fahren. Am liebsten wollte ich weinen. An den Flughafen kommen. Dort war ich genervt, ich brauchte Ewigkeiten bis ich den richtigen Schalter fand. Nach zwanzig Minuten rief ich Tom an. Er ging nicht dran. Plötzlich stand er vor mir und lief auf mich zu. Wo ist der verdammte Germanwings- Schalter? fragte ich. Schau nach rechts, erwiderte er. Okay. Es war zehn nach sechs. Ich checkte mich ein. Die Jungs sollten um sechs hier sein. Tom und ich warteten. 

Wir können sie sowieso nicht erreichen, sie haben kein Mobiltelefon. Wir kauften uns etwas zum Trinken, Tom ging eine rauchen. Wir setzten uns. Toms Mobiltelefon klingelte. Arturo: wir finden euch nicht. Ich war glücklich. Sie hatten es versucht. Sie waren hier. Um viertel vor sieben trafen sie auf uns. Ich hatte noch zehn Minuten, dann musste ich durch die Kontrolle. Ich werde im Flugzeug weinen. You are so crazy. Ich möchte nicht weg, nicht weg, nicht weg. I don´ t want to leave you. Not Madrid. Ich fiel zunächst Arturo um den Hals, dann João, schmuste mit ihm, fuhr durch seinen Wuschelkopf, mi querido. Dann Tom: ich möchte so gerne hier bleiben, ich liebe Madrid. Noch einmal ging ich auf João zu, umarmte ihn, drückte ihn fest an mich, ich möchte so gerne bei dir bleiben! Ich sagte allen Chao. Chao sagt man in Brasilien, nicht in Madrid. Chao noch einmal. 

Verrückt! Wie sich meine Stimmung geändert hatte – dieses Auf und Ab mit Tom, meinen Ärger darüber, ständig zurückgewiesen zu werden … Dann lerne ich den Lockenkopf kennen, erkenne wie gut er mir tut, wie gut mir Madrid tut, eine andere Atmosphäre, weiß für die Zukunft, dass mir anderes bevorsteht. Frankfurt ist nicht mein Ding, es wird etwas Neues kommen. Und João war nicht meine Zukunft, aber er hat mir gezeigt, dass es eine andere Zukunft gibt, ohne Tom, mit einem anderen Mann. Mit einem, der nicht in Madrid, oder gar Brasilia wohnt. Natürlich werde ich an Tom denken, überlegte ich, und es wird mir eine Weile wehtun, aber im Flugzeug dachte ich an João. Ihn zu berühren, seinen Lockenkopf zu wuscheln, in seine Augen zu schauen. Dies tat nun weh, machte mich aber auch glücklich. Ich war für andere Menschen interessant. Ich musste mich nicht verstecken. Es würde sich jemand finden.

Montag, 20. Dezember 2010

Soundtrack of my Life: Lied 9

Dein Lieblingslied aus den 90ern

Hier fällt es mir noch sehr viel schwerer mich zu entscheiden. Soll ich eines dieser schrecklichen Eurodance Trash-Hits aussuchen? Da gibt es unzählige Hits und unzählige, unsägliche Anekdoten dazu. :-) 2unlimited mit "no limit" zum Beispiel http://www.youtube.com/watch?v=aFd5Cci_pE4? Und dazu dann die Anekdote erzählen, wie ich an einem Geburtstag meiner Schwester S. in den 00ern zu einem unsäglichen Event namens "Fisch sucht Fahrrad" im Südbahnhof mitmusste... Als einziger hatte ich so einen türkisfarbenen Button an (SCHWUL), weil meine Schwester das fröhlich demjenigen erzählte, der diese dämlichen Dinger verteilte. Ach ja, sagte er, dann türkis. Daraus resultierte allerdings nicht etwa ein Dissen der 500 anderen Gäste, im Gegenteil, plötzlich war ich der lustige Narr unter vielen Gewöhnlichen, und jede/r wollte mich kennenlernen. Sogar einer der Kellner, der sich dann auch tatsächlich ein Herz nahm ;-), als er neben mir auf der Toilette am Pissoir stand (jajaja, ich weiß!) und mich ansprach. Ich sei so nett (ich hatte ihn vorher angelächelt). Naja, er stellte sich als Hetero heraus (hä?), machte aber nichts, denn dank ihm bekam ich den ganzen Abend freie Cocktails (naja und dumme Kommentare seines schwulen Kollegen, der wohl auf A. stand ;-)). Angesichts dieses Abends hätte ich allerdings auch "Mr. Vain" von Culture Beat



http://www.youtube.com/watch?v=KX-de_SH3KQ, Marky Mark´s Good Vibrations http://www.youtube.com/watch?v=Sj3joGzdyqk, Dr. Alban´s "Singing Hallelujah": http://www.youtube.com/watch?v=yJtQo9MWxrk nennen können.
Natürlich hätte ich auch dieses verrückte Lied hier: http://www.youtube.com/watch?v=VN_qh16wi9I (interpretiert von zwei verrückten Mädchen) aussuchen können. "The Bomb" von den Bucketheads waren unser inoffizielles Abi-Lied! Das sangen wir immer vor uns hin und machten uns damit locker... Nur nicht aufregen, geht ja nur um unser Leben! ;-)
Allerdings könnte ich auch ein Lied von Björks "Debut"-Album nehmen. Mein Neffe C. war gerade auf die Welt gekommen, ein kleines Baby, da hörte ich die CD an und wiegte ihn in meinen Armen bis er einschlief. "Play Dead" gefällt mir dabei ganz gut: http://www.youtube.com/watch?v=TNMnTNPc4n4 (merkwürdige Version mit Streichern :-)). Trashiger wird es wieder mit La Bouche http://www.youtube.com/watch?v=8nK1YQiaNEk oder French Affairs. Und tataaaaaaaa! Es lebe der Trash, es lebe die Oberflächlichkeit, meine Wahl fällt auf "You are so sexy" von French Affair, der süße Akzent und die hübschen Männer brachten den Ausschlag. :-)))) Viel Spaß damit! http://www.youtube.com/watch?v=JEVrRjANB58.  

Liebesgeschichte in 11 Liedern - Teil 8 -

Lied 8: Salome de Bahia – Outro lugar


Ich stand morgens auf. Traurig. Deprimiert sogar. Mein letzter Tag. Ich wollte nicht weg. Ich wollte hier bleiben. In Atoche an den Bahnhof gehen, um in den „Tropen“ zu sitzen, in den Retiropark, um Boot zu fahren, shoppen, in Chueca tanzen gehen. Arm in Arm mit João durch die Straßen ziehen. Doch ich hatte ein mulmiges Gefühl. Würde ich sie treffen heute? Würde er anrufen? Ich nahm mir vor, mich fertig zu machen und erst einmal meine Besorgungen zu erledigen. Er wollte um zwölf anrufen. Es war eins. Shit. Ich hatte ihm die falsche Vorwahl gegeben. Ich rief Tom an: hey, Arturo hat doch deine richtige Nummer, oder? Wir haben João gestern die falsche Vorwahl gegeben. Ohje, sagte er, ob die das merken? Ich weiß nicht. Leite sie an mich weiter, falls sie sich bei dir melden. Leichte Panik machte sich breit. Ich ging in den Burger King, in dem wir tags zuvor gemeinsam waren. Ich musste etwas essen. Nicht mehr hungern. Beim Essen kam mir die Idee, den beiden eine Email zu schreiben, ich könnte ihnen die richtige Nummer geben und hoffen, dass sie ihre elektronische Post checken. Ich erinnerte mich daran, dass sich ein bisschen weiter vorne die Gran Via entlang ein Cybercafé befand. Ich lief dorthin, in den Laden hinein, die Treppen hinunter. Und João in die Arme. Regelrecht. Er war gerade aus der Toilette gekommen und stand vor mir. Er war leicht verwirrt. Woher ich denn wisse, dass sie hier seien. Ich wusste es nicht. Ich sagte: I told you yesterday, it´ s fate! Es war selbstverständlich für ihn, dass ich mit ihnen rumhänge, in seiner Nähe war, dass ich stets neben ihm saß oder lief, vermutlich hätte er auch viel mit mir geredet. Wenn ich Portugiesisch gekonnt hätte. Ich kam mir so hilflos vor. Er hatte Sorgen. Angst vor der Zukunft. Was sollte ich tun. Er fragte mich, was ich denke. Ich sagte: dass ich glücklich bin, ihn noch einmal zu sehen. I ´ m just so happy. Das musste doch etwas heißen: ich hatte sie noch einmal getroffen, das Schicksal wollte es. Wir gingen noch einmal in den Park am Temple de Debod (Bild). Schauten auf den anderen Freizeitpark. Den in der Stadt. Ich sagte: ich wäre gerne noch länger hier, um am Samstag mit euch in den Park zu gehen. Samstag? Ja, sagte ich, Arturo wolle doch mit Tom in den Park. Ich kann kein Portugiesisch, aber ich verstand, dass er auf Arturo einredete, geh mit mir dahin, bitte bitte. Per favor. Ich liebte ihn in diesem Augenblick. Wir liefen wieder zurück. Ich muss meine Sachen packen. Wir verabschiedeten uns kurz. Du kommst nach Brasilien, sagte João. Ja, aber ich war traurig.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Die Kurtchen-Szene

Heute etwas ganz Besonderes: die Autorin Ulrike Sabine Maier, meine Kollegin in der Textwerkstatt Darmstadt (Leitung KURT Drawert), geboren 1968 in Sinsheim, Preisträgerin bei Literaturwettbewerben (z.B. in Stockstadt 2007), Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, hat mir ihren kleinen schönen Text über unseren Schreibworkshop (im Juli im Odenwald) zum Veröffentlichen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Die Kurtchen-Szene
 

Ich hätte Flaubert nie geliebt. 
Die Nachthitze liegt schwer auf den Schultern. Flaschen auf dem Tisch, vorwiegend leere, unzählige. Eine Schweißperle rinnt ihm an den Schläfen entlang. Sein Blick vibriert. Drei Jahre nur davon erzählt und plötzlich lebt sie, die Bovary. Rouen hat keine Leidenschaft, Ru-eng entfacht sie.

„Die Kutsche“, ruft er. „Sie fährt ohne Plan und Ziel! Versteht ihr.“ Er zieht uns rein, in die Kutsche mit den vorgezogenen Vorhängen. Die Luft kommt in Wallung, die müden Lider werden aufgerissen, zwei tönerne Hühnchen fixieren uns, teilnahmslos.
„Zick- Zack.“ jubelt er. „Durch die ganze Stadt!“ Seine Stimme überschlägt sich fast, die Sprache wird rotweinschwer, reißt uns hin und her zwischen den Straßen der Stadt, die eine französische ist, aber für uns die Hitze dieser Nacht bedeutet.
Neben ihm die Frau mit nur einem Stimmband, die ihre Texte wie Stein bearbeitet, den Freejazz der Literatur. Sie bläst den Rauch über die Seiten. „Diese Straßen, die gibt es alle.“ Ru-Eng, ruft er, immer wieder Ru-Eng, das zum Tier wird, zur Geliebten, sich gebärdet, räudig, wild, in seiner Begeisterung, Bilder in unsere Köpfe zwingt mit der Stimme eines von Sprache und Emotion Besessenen.
Der blonde Marburger, der immer den richtigen Ton findet, ein gutes Wort hat, schenkt sich nach, sieht eine Droschke mit galoppierenden Pferden. Eine Flasche fällt um. Özil fängt sie auf, Özil schießt uns ins Halbfinale, Özlem so stark in ihrer Zerbrechlichkeit. Die Pferde sind schweißnass, halten nicht inne, der badische Grieche mit der Narbe am Knie, der Themen literarisch bearbeitet, an die sich kein anderer traut, leert sein Glas und lehnt sich gemartert zurück. Weißer Schaum an den Mäulern, Elektrizität zwischen ihm, dem Lesenden, Fühlenden, dem Lebenden und uns. Der Sauerstoff wird rar, der Rauch beißt uns in den Kehlen. Die Frau neben mir richtet sich auf, wie zum Sonnengruß, in sich ruhend, Fels an den vorbeirasenden Ufern des Flusses. Die Bovary, sie liebt, sie lebt, körperlich, hier bei uns, in dieser Nacht, in unserer Hitze. Arno hustet, dürstet, wie der Kutscher, setzt im Geiste schon Verse zusammen, die Fahrt, die Nacht, Rauch und Schweiß, das Wiehern der Pferde, das Staunen der Leute, die Straßen von Rouen, die tönernen Hühnchen vom Odenwald. Unser Atem geht schwer, wir hecheln, die Augen sind rot unterlaufen. Ein letzter sich überschlagender Satz, die Dämmerung bricht an, der Wagen hält. Bovary sackt in sich in die Stille.

Wir grüßen den Schatten des Meisters. Ein Leben berührt das andere.
Ich hätte Flaubert nie geliebt. Nicht so. Nie wie jetzt.

Liebesgeschichte in 11 Liedern - Teil 7 -

Lied 7: Ilya – Bellissimo

Tom sah glücklich aus, als er auf uns zulief. Merkwürdig, dass ich das alles genießen konnte. Ich würde gleich das erste Mal mit Tom und dem Knutscher zusammen sein. Aber ich hängte mich an João, freute mich so sehr, dass er in meiner Nähe war. Wir liefen. Mal wieder. Suchten ein Kino. Und etwas zu essen. Für João. Es reichten ihm Chips. Arturo und ich brauchten etwas zum Trinken. Liefen von Kino zu Kino. Unser Film läuft nirgends. Schade. Just walking. In einen anderen Park, beim Temple de Debot. Arturo hatte mir erklärt, dass er João beim Walking kennengelernt hat. Was der Euphemismus für in Scharen auf der Straße rumhängen ist. Vor sechs Jahren war das. João war ein Freundesfreund. 

João setzte sich hin. Sagte: come, sit here, und zeigte auf einen Platz in seiner Nähe. Muyto frio, sagte er. Ich kann dich ja ein bisschen wärmen, meinte ich zu ihm. Legte meine Arme um ihn, schmuste mit ihm. Wir redeten. Er fragte mich, ob ich in Deutschland glücklich sei. Ich erwiderte: nein, mir fehlt jemand, den ich berühren kann, mit dem ich alles teilen kann. Es ist schwer jemanden zu finden, der zu einem passt, sagte er, der eine Beziehung führen kann und will, gerade bei den Schwulen. Ja, der er es ernst meint, ergänzte ich. Es ist schwer, aber ich hatte schon eine längere Beziehung, erklärte ich, ich hatte Glück. 

Ich fragte ihn nach seinen Gefühlen. Er berichtete von seinem Leben in Brasilien und wie schwer es für ihn sei, einen Job in Madrid zu finden. Dass er nicht wisse, wie es weitergehen würde. Ich setzte mich anders hin, drückte ihn noch fester. Danach liefen wir Arm in Arm durch den Park und suchten die anderen. Ich hatte Angst, sie knutschend anzutreffen. Zunächst fanden wir sie nicht. Wir stellten uns an ein Geländer, blickten auf das nächtliche Madrid. Muyto frio, sagte ich. Er lachte. Sagte, du musst das anders betonen, das muyto muss so richtig mit Ausdrucksstärke gesprochen werden, es ist doch richtig kalt! Ich probierte es. Es gelang mir, er freute sich. Ich sagte es immer wieder. Er schaute mich an: you´ re so crazy. Er blickte wieder auf Madrid, ich stand hinter ihm, umfasste ihn, legte meinen Kopf auf seine Schulter. 

Ein bisschen später drehte ich ihn zu mir um, sagte auf Englisch: Und manchmal trifft man auf Leute, mit denen eine Beziehung klappen könnte, die aber dann so weit entfernt wohnen… Er entgegnete mir: that´ s life. Und dann: du wirst mich in Brasilien besuchen! Ich sagte: ja, ich würde das sehr gerne tun, sehr gerne. Wir suchten die anderen weiter, Arm in Arm, fanden sie auf einer Bank, schmusend. Wir liefen wieder. In die Stadt, suchten ein Café, in dem wir heiße Schokolade bekommen können. Sehr weit. Bis wir endlich etwas fanden. João brachte mir ein neues Wort bei. Meeeeesmo. Noch schlimmer als muyto frio. Meeeeeesmo frio. Ich sagte es immer wieder. Meeeesmo. Er lachte. Wir saßen in einem großen Café, nicht sehr schön, viele Touristen. Ich saß João gegenüber. Neben mir Arturo, der sehr viel schwieg. Wir tauschten Emailadressen und Telefonnummern aus. 

Um kurz nach zwölf wollte Tom nach Hause, meinte, ich könne ja mit. Ja. Die beiden brachten uns zur nächsten Metrostation. Wieder Arm in Arm. João fragte: how are you. Ich sagte, dass ich traurig bin. Traurig, weil ich am nächsten Tag Madrid, Tom und ihn verlassen muss. That´ s life. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag, sie möchten sich mit mir in der Stadt treffen, später an den Flughafen bringen. Ich schmuste noch einmal mit ihm. Wuschelte seine Haare, küsste seinen Hals, seine Wangen, drückte ihn fester an mich. Tom ärgerte sich, dass er am nächsten Morgen wieder so früh aufstehen muss. Wir kuschelten nur kurz in seinem Bett. Aber es war okay. Ich dachte an João und war traurig, dass ich aus Madrid weg muss.

Lied: http://www.youtube.com/watch?v=CNJKmxTZVO4

Samstag, 18. Dezember 2010

Soundtrack of my Life: Lied 8

Dein Lieblingslied aus den 80ern

DAS war nun wirklich sehr schwer! So viele Anwärter dafür gabe es, sei es Rick Astley, dessen Lieder ich mitträllerte, sei es A-HA, die ich liebte, vor allem "Hunting high and low" oder "Crying in the rain", bei denen ich mich woanders hinträumte oder die ganzen Lieder von Duran Duran oder Depeche Mode... Es war der Beginn meiner Musiksozialisation mit MTV und SKY Channel, meine ersten Musikvideos, mein erstes Kylie Minogue-Video "I should be so lucky", das ich nachahmte, mit einem Fön in der Hand und griechisch "pistolaki" singend (was natürlich Trockner und nicht Fön heißt, aber die Unterschiede sind ja geringfügig - es geht um das Trocknen). Ich hätte mich auch für solch grellen trashigen Videos wie Baltimoras "Tarzan Boy" http://www.youtube.com/watch?v=_r0n9Dv6XnY oder Moon Rays "Comanchero" http://www.youtube.com/watch?v=SEm2oU1oSbo entscheiden können. Letztendlich ist es Kaomas "Lambada" geworden: http://www.youtube.com/watch?v=5AfTl5Vg73A. Wieso? In erster Linie, weil es für mich über die 80er hinausragt. Ende der 80er war das ein Hit, an jeder Ecke hörte man es fast bis zum Überdruss, es war gefühlte 120 Wochen Nummer 1 in Deutschland, es war der erste Hype, den ich bewusst mitmachte (bei Michael Jacksons Thriller und co. war ich noch zu jung), lange Zeit vor dem Macarena und Las Ketchup. Aber vor allem war Kaoma in meiner WG mit DJ ZootBoy eines der Party-Lieder, die wir immer zur Einstimmung hörten und sogar jahrelang (die ganze 90er durch, glaube ich) tanzten. Siehe auch: http://schmerzwach.blogspot.com/2010/04/pimmel-zeigen-eine-art-fortsetzung.html. Ein Gute-Laune-Lied, das mir heute auch noch Spaß macht. Ja, auch jetzt kann ich mir das anhören und erfreue ich mich daran. Übrigens gab es damals bei der Crazy WG in der Vorholzstraße 36 noch mehr Kaoma-Lieblingslieder: http://www.youtube.com/watch?v=VCmEJlNR7Ww oder auch http://www.youtube.com/watch?v=TxFy-xnjM8Q

Liebesgeschichte in 11 Liedern - Teil 6 -

Lied 6: Jovanotti – L´ ombelico del Mundo

Wir saßen auf einer Bank in der Gran Via. Ein Mann lief vorbei. Rotzte auf die Straße. João sagte, he is a pig. What is pig called in german? Schwein. Que? Schwein. Okay. Schafein. Schwein! Jjjwein. What is pig called in portugues? Porko (Pochko). Pochko. What is in german: he is a pig. Er ist ein Schwein. Oh god! It´ so difficult! Germany is so difficult. Yeah. Ich lachte. Yeah? João lachte. Ea its ain Schawein. Buen, João. You laugh at me. No, I don´ t. 

Wir schauten uns die Leute an, redeten dabei Portugiesisch, Englisch, Deutsch und natürlich Spanisch. Mit Arturo, dem Knutscher, redete ich zwischendurch Französisch. Ich fühlte mich so wohl mit ihnen. Ich kannte sie nicht, sprach nicht ihre Sprache, liebte diese aber doch. Wenn Arturo Portugiesisch sprach, hörte es sich so poetisch an, ich mochte das. Und João konnte alles sagen, mittlerweile versank ich in seinen braunen Augen, diesen braunen Augen. Ich schaute ihn immer wieder an, diesen Lockenkopf. 

Er fragte mich, why do you look at me? Ich dachte: weil ich muss, weil du so wunderschön bist, weil du so warmherzig bist und mir das Gefühl gibst, etwas Besonderes zu sein. Wir waren zusammen im Retiro Park, saßen stundenlang herum, ließen uns von der Sonne bräunen. Erzählten uns unsere Geschichten. Soweit wir das zustande brachten in diesem Sprachenwirrwarr. Wir lachten. Eres muy loco, sagte João ständig zu mir. You´ re really crazy. Er mochte mich. Ich mochte ihn noch mehr. Ich mochte auch Arturo. Anders. Ich war ihm nicht mehr böse, dass er mit Tom geknutscht hatte. Er gefiel mir. Er war nett, clever, gebildet. Bei João lief es bei mir über Gefühle. Er sagte, dass er nicht schlau ist, nicht gebildet. Mich störte das nicht. Ich fühlte mich so geborgen bei ihm. 

Mit Arturo redete ich weniger, aber ich wusste, dass wir uns auf geistiger Ebene verstehen. Auf der Treppe vor dem Alfonso-Denkmal im Retiro-Park. Wir schauten auf das Wasser hinaus, beobachteten die Boote. Später liefen wir. Just walking. Wir liefen bereits den ganzen Tag. Diesmal suchten wir einen Ort, an dem wir essen könnten. Wir gingen in den Burger King. João saß mir gegenüber. Er aß mit Genuss. Er machte wohlige Geräusche, äußerte wie gut es ihm schmeckt. Sagte: ich kann den ganzen Tag essen, habe immer Hunger. Er war sehr dünn. So dünn wie Tom. Ich liebte João in diesem Moment. Er lachte über mich. Wir mussten die Zeit totschlagen, Tom sollte erst um neun Uhr abends kommen. Dann wollten wir ins Kino. Bis dahin gingen wir zunächst in den FNAC, Musik anhören. Offensichtlich hatten wir ganz unterschiedliche Musikgeschmäcker. Zu Pink Martini sagte er: it´ s different. Zu Stereo Total´ s „Wir tanzen im Viereck“: crazy. Und dachte dabei: so loco wie du es bist, mein lieber Tobias. Später saßen wir erneut auf einer Bank, erwarteten Tom. Die beiden Jungs sangen, in verschiedenen Sprachen. Arturo trällerte ein französisches Kinderlied. Danach „Frozen“ von Madonna. Am besten gefiel mir ein brasilianisches Lied, das beide intonierten.

Teil 1-5: