Mittwoch, 31. März 2010

SMS Lyrik

diese woche zeit für … was trinken gehen … ausstellung besuchen … schneespaziergang … sinnloses bahnfahren… mit mir?

mit dir… jederzeit… überallhin… morgen mittag? im park mit unseren fußstapfen neugefallenen schnee einweihen… 16 uhr?

16 uhr passt gut… :-) werde vor dem eingang auf dich warten, dick eingemummelt in flauschigen schals, mit einer dickfelligen mütze…

ich werde dich nicht warten lassen... möchte nicht einen eiszapfen daten ;-) und danach eine heiße schokolade für uns zwei… yummie

der schnee rieselte auf uns herab, du hieltest mich ganz fest… dann haben wir uns geküsst... es war mein schönster kuss bisher…

und wie es dann begann zu stürmen und wir fast weggeweht wurden, als wir uns küssten! der schönste kuss – und der aufregendste! :-)

konnte die ganze nacht nicht schlafen, weil ich immer daran denken musste… heute abend kino in einem pärchensitz? möchtest du?

deine nächste wache nacht könnten wir gemeinsam verbringen… unsere plattensammlungen durchhören und uns schämen… um 8 vor dem kino?

ja, um acht… oder stundenlang wahrheit oder pflicht spielen und unsere peinlichsten erlebnisse offenbaren… ;-)

was könnten deine peinlichsten erlebnisse sein? *neugierigbin… vermutlich erzählst du von deinen vielen verehrern… freu mich auf nachher! :-)

brauche keine verehrer, um peinlich zu sein *lach – freu mich auch sehr auf nachher… und möchte ganz viel popcorn und eis essen…

konnte mich kaum auf den film konzentrieren – zu gut schmeckten deine küsse, zu zart waren deine lippen, zu spielerisch deine zunge…

was auch noch ablenkte: die blicke der anderen kinobesucher… wie die doof geschaut haben, als wir uns küssten, zwei jungs… :-)

möchte dich immer wieder küssen – ganz oft, ganz lange, ganz wild, ganz ungestüm… heute abend bei mir? oder ist dir das noch zu früh?

ja, küss mich so lange du möchtest, so wild, so ungestüm und so oft du kannst… komme um 8 und möchte bis morgens geküsst werden :-)

unsere erste nacht! sie war noch schöner, als ich es mir vorher ausgemalt hatte… ich fühle mich wohl mit dir, so geborgen, so glücklich…

ich lag da, glücklichwach, nicht fassen könnend, dass das passiert – mit dir, mit dir, den ich unbedingt küssen wollte damals…

…und nicht durftest… weil ich vergeben war… ja, ich hätte es damals vor zwei monaten auch nicht gedacht…. umso schöner jetzt…

umso schöner, dass wir zueinander gefunden haben… geht alles schnell… doch… möchten wir die nächste nacht wieder miteinander verbringen?

das wollen wir… miteinander kuschelnd meine almodovar-sammlung durchschauen… mit den frauen weinen, freuen, lachen, trauern…

und bei jedem kuss auf dem bildschirm knutschen wir zur wette mit… und wenn du weinst, küsse ich dir die tränen weg… und du mir…

es war die schönste fernsehnacht meines lebens… möchte nun die schönste party meines lebens feiern… mit dir… bei meiner besten freundin…

sag mir, wann und wo… ich möchte jetzt auf all deine partys mit dir gehen… all die feste deines lebens feiern… ich küsse dich…

wie schön das war… mit dir… mit meinen freunden… wie glücklich wir ausgesehen haben, sagten meine freunde… kuss

ja, und wie gut wir zusammenpassen, sagte deine beste freundin zu mir… und sie hat recht… ich freue mich auf heute abend… kuss

bin morgen abend auf eine ausstellungseröffnung eingeladen… seurat… viele punkte… wird dir gefallen… meine freunde sind auch da…

dann hoffe ich, dass ich viele punkte bei deinen freunden mache… freue mich auf dich, auf seurat, auf deine freunde, auf den wein…



den verborgenen sinn der worte erfahre ich nur durch dich – indem ich mit dir rede, dich umarme, dich küsse, dich liebe…

den lebenssinn erfahre ich in meinem totenbett – indem ich die bilder meines lebens sehe: wen ich liebte, wen ich küsste, wen ich umarmte…

du möchtest ein glas in deiner hand zerdrücken, ich nehme es dir weg… du möchtest vor einen fahrenden zug springen, ich halte dich fest

du möchtest in die große, leere tiefe fallen, ich fange dich auf... du nennst es verrat, ich nenne es liebe…

propellerflugzeuge die in meinem magen ein wettrennen veranstalten / ein videogerät das in meinem hirn ständig die gleichen…

…bilder von ihm vorspielt / ein schlagzeug das in meinem herzen lauter zu dröhnen beginnt wenn ich an ihn denke…



unser einjähriges heute – wer hätte das anfangs gedacht… es war das schönste meines lebens… freue mich auf 49 weitere… hdl

es war auch mein schönstes lebensjahr… danke, dass es dich gibt… danke für alles, für die aufmerksamkeit, die geborgenheit, die liebe…

Cool sein...

"Freaky" ist ein Synonym für "toll", "abgefahren", "umwerfend" und hat immer eine positive, bewundernde Konnotation. Wenn Musik "freaky" ist, dann ist sie absolut crazy, anders als andere, super zum Tanzen und viel Spaß versprechend. Das Wort "cheezy" hat verschiedene Bedeutungen. Zum Einen: Etwas ist "cheezy", wenn es zweifelhaft, ungewöhnlich, unkoscher oder einfach nur suspekt ist, es einem spanisch vorkommt. Zum anderen kann "cheezy" aber auch etwas schleimig-überzogenes, kitschiges beschreiben. "Nice" stammt aus dem Englischen und bedeutet "schön". Das Wort ist aber zu schade um dort zu bleiben. Deswegen wird es oft von deutschen Jugendlichen verwendet, die, meistens durch PC-Spiele, extrem amerikanisiert wurden. Nice ist ein sehr dezenter Begriff, der in jeder Lebenslage gebraucht werden kann. nice one - Oft in Kurzform als "n1" in Gebrauch. Bedeutung = geile Aktion, gut gemacht, Internetsprache / Gamersprache. "Nice to have" ist Neusprech für ein Feature was nicht unbedingt benötigt wird. Das Gegenteil ist ein "must have". Voll Atze! Echt cool, echt lustig. "Atzelig" bedeutet süß, niedlich. "Abgefreaked" ist abgeleitet von Freak und bedeutet ausgeflippt, durchgeknallt. Abgespaced - Nicht von dieser Welt, optisch im Weltall-Look, science-fiction-mäßig. "Übelst" wird als höchster Steigerungsgrad verwendet, um Ereignisse, Gegenstände oder Menschen zu beschreiben. Das Wahrgenommene kann dabei sowohl äusserst positiv als auch negativ aufgefasst worden sein. Etwas das "bongforzionös" ist ist großartig, nobel, großzügig. "Altobelli!" ist ein Ausspruch des Erstaunens und eine Abwandlung bzw. Mischform von "Alter Schwede!" und "Leckomio!" Altobelli ist ein ehemaliger italienischer Fußball-Nationalspieler. "Leckomio" ist ein Ausspruch des Erstaunens, auch Lecko mio. "Auf jetzten" bedeutet auf jeden Fall, sicher. Ausdruck großer Anerkennung und Wertschätzung einer Sache oder eines Ereignisses jeglicher Art. Abgeleitet von Porno, welcher oft als übertriebene Darstellung der sexuellen Lust und purer Geilheit angesehen wird. Diese Eigenschaft kann durch das Adjektiv pornös auf rein positiv gemeinte Weise universell eingesetzt werden. Beispiel: "Der Film war echt pornös!" Steigerungsvorschläge: pornös <> "Eiswürfel pinkeln" bedeutet cool sein. Kurzform von "auf jeden", welches wiederum die Kurzform von "auf jeden Fall" ist. Wenn man sich von seinem Kumpel verabschiedet, dann kann man dies mit den Worten "Hau rein Hein!" tun. "Lollig" ist das Adjektiv von "LOL" und bedeutet "lustig", "komisch", "positiv ungewöhnlich". "Muhaha" oder "Mwuhaha" taucht oft in Chats und Blog-Comments auf und ist Ausdruck für ein hämisches, verachtendes oder sarkastisches Lachen. Ein "Noopfdrolli" ist jemand der schwer von Begriff ist und leicht tölpelhaft daherkommt. Narf - Bekannt aus der Comicserie "Pinky und Brain" hat dieses Wort eigentlich keine konkrete Bedeutung. Es kann vom Ausdruck des Erstaunens bis zum Pausenfüller und aufmunternden Zuspruch alles sein. Auf jeden Fall hat es einen positiven Beigeschmack. Wenn etwas "rubbeldiekatz" geht, dann ist es extrem schnell. Ultra - Wenn etwas noch besser als gut, fetter als geil und krasser als korrekt ist, ist es ultra. Ultra wird variabel auch als Vorsilbe benutzt und drückt somit das höchste der Gefühle aus. "Ultrafettes Brett!" würde somit bedeuten, dass ein Lied (wahlweise auch etwas anderes, das mit Brett tituliert wird) das absolut beste ist, was man seit langem gehört hat. Als "Wayne Störz" stellt man sich anderen vor, wenn es um absolut belanglose Themen geht, um sein begründetes Desinteresse bzw. seine begründete Ignoranz auszudrücken. "Wallah" bzw. "Wallah Billah" heißt "exakt", "ich schwöre" kann aber auch "echt?" bedeuten. Der Ausdruck wurde aus dem Arabischen entnommen und wird heutzutage gerne von in Deutschland lebenden Muslimen benutzt. Deutsche ernten beim Verwenden dieses Wortes noch vermehrt schiefe Blicke, weshalb sich für sie eher die freie Übersetzung anbietet: Bei Gott! "Wumpe" umschreibt den Zustand der Gleichgültigkeit. Als spießiges Synonym kann "egal" betrachtet werden. "Word!" oder auch "Word up!" ist ein Ausruf der Zustimmung. Der Ursprung scheint in der amerikanischen Hip Hop Szene angesiedelt zu sein. Nach einer gerappten Textpassage bekunden die weiteren Beteiligten im Song damit ihre Zustimmung, ihren Respekt. Vergleichbar mit dem arg antiquierten "Hört, hört!" aus dem deutschen Sprachgebrauch. "w00t" ist eine Abkürzung für den aus der Zockersprache stammenden Ausdruck "We own other team". Er findet allerdings immer mehr Verwendung als Synonym für "what", was übersetzt "was" bedeutet und wird somit als Aufschrei des Erstaunens verwendet. "Oh my Gosch" ist eine Mischung aus "Oh Mein Gott" und "Meine Fresse!", wobei "Gosch" Mund bzw. Fresse bedeutet, und kann als Ausruf des Entsetzens aber auch der Freude oder Bekundung großen Interesses verwendet werden.

Genervt sein...

"Abfuck" kann verwendet werden um einen negativen Zustand oder einer schlechten Sache Ausdruck zu verleihen.
"Verbalinkontinenz" beschreibt die die Unfähigkeit, den Mund zu halten.
"Erfahrungsresistent" ist, wer nicht einmal aus eigener Erfahrung klug wird.
Wenn jemand übelst bescheuert ist, dann kann man ihn als einen "alden Eimer" bezeichnen.
Neino:
Jemand der nicht sehr gut gelitten ist, mit dem man sich nicht gerne abgibt und in der Öffentlichkeit zeigt.
Jemand ist "abgespackt", wenn er richtig daneben, peinlich und zum Lachen ist.
"Abhonken" bedeutet sich merkwürdig verhalten.
"Abkacken" kann man verwenden, wenn man etwas schlecht macht, man bei etwas schwach ist und verliert oder wenn etwas kaputtgeht.
Ein "Agrospack" ist ein aggressiver, herumpöbelnder Mensch, der andere Leute anmacht.
Als "Chromosomenscherz" kann man einen sehr einfältigen Menschen bezeichnen.
Ein Cerebralentkernter ist ein hirnloser, dummer Mensch, dem wie beim Apfel das Kerngehäuse entfernt wurde.
Unter einer "Denkprothese" versteht man alle Jenes, das uns das Denken abnimmt wie Fernsehen, die Bild-Zeitung usw.
Wen man "den Erpel nicht von der Ente holt" dann tut oder sagt man etwas Belangloses. Es kann aber auch eine Redewendung für etwas von minderer Qualität sein.
Donalden ist abgewandelt von Donald und trifft auf stressende Personen zu. Donalden ist als herablassende Aussage zu verstehen, die eh niemand checkt.
In den Brennpunkten amerikanischer Großstädte, in denen Rap- und Hip-Hop-Ausdruck für Identifikation und Abgrenzung sind, nutzten rivalisierende Gangs (das) Dissen als Überlebensstrategie. Hergeleitet von (to) disrespect (someone) (= [jemanden] geringschätzig/verächtlich behandeln/nicht respektieren) ist die Ablehnung und Abwertung Anderer gemeint, inzwischen auch die Wortgefechte zwischen Rappern resp. das Kräftemessen von Graffiti-Sprayern und DJs. "Dissen" kann aber auch für das Anfertigen respektive Ablegen einer Inauguraldissertation (Arbeit bzw. Prüfung zur Promotion/Erlangung der Doktorwürde) stehen.
"Fickshit" ist eine Wortschöpfung, die sich aus dem deutschen Wort Fick(en) und dem englischen Wort "Shit" für "Scheisse" zusammensetzt. Es wird verwendet, wenn man irgendetwas nicht hinbekommt und bedeutet so viel wie "Mist!" oder "Verdammt!".
Als "Gehirnwichse" bezeichnet man das Verbreiten dummdreister Lügen, das Verbiegen der Wahrheit sowie inhaltsleeres Gestammel bei Konfrontation, wahlloses Beleidigen Anderer (um sich selbst zu erhöhen) oder auch den leicht vorherzusehenden Versuch trotz der eigenen, nichtvorhandenen Intelligenz und Schlagfertigkeit heimlich einen müden Lacher zu erhaschen.
"Globalgalaktisch" bedeutet im Allgemeinen, oberflächlich.
Jemand der "grenzdebil" ist ist ziemlich dämlich.
"Ha Mal" ist eine Abkürzung für die Anweisung "Ha(lt's) Ma(u)l". Das "Mal" wird häufig auch wie "Mai" ausgesprochen. Ein beliebter Satz dafür ist "Ach, ha mal!" Ausgesprochen wird das "Achamai!"
"Hoschi" ist in der Deutschschweiz und in Vorpommern eine gern benutzte, eher liebenswert gemeinte, Beschimpfung für einen Idioten.
"Huso Boss" ist ein besonders verfickter Hurensohn.
Als "Hauptschulabpraller" wird jemand bezeichnet, der es unter der Mobilisation seiner gesamten Geisteskräfte nicht geschafft hat, diese untere schulische Reife als Mindestvoraussetzung für eine berufliche Ausbildung zu erreichen. Dem Hauptschulabpraller wird gerne eine geringfügige Auffassungsgabe, Intelligenz und Bildung unterstellt.
"Intelligenzparodist" ist ein anderes Wort für einen Angeber, der Intelligenz parodiert, also nachmacht, da er selbst nicht mit genügend Hirnzellen ausgestattet ist.
Der Begriff "IMBA" stammt aus dem Bereich der Online-Computerspiele und bedeutet übersetzt "unausgeglichen" (engl. imabalanced). Häufig wird IMBA verwendet wenn sich bei Spielen wie Warcraft 3 oder Starcraft einzelne Einheiten von ihrer Stärke deutlich der Stärke anderer Einheiten unterscheiden.
Einen "Jobst bauen" bedeutet, dass man eine Aufgabe fehlerhaft ausführt.
Das Wort "Opfer" wird benutzt um jemanden zu beleidigen, der in seinem fachlichen Umfeld als normal gilt, sich aber aus Sicht eines anderen als Laie entpuppt. Er ist ein Opfer der geringen Ansprüche seiner ursprünglichen Umgebung. Der Ausdruck findet auch oft Gebrauch unter Freunden.
Oft wird als Opfer auch einfach jemand bezeichnet der lächerlich aussieht oder offensichtlich ein Schwächling ist.
Das Wort "reudig" ist ein Universalbegriff um etwas negativ zu bewerten (schlecht, unlustig, hässlich, dumm, ätzend, etc.). Dabei kann eine Sache oder ein Happening "reudig" sein.
Bei einem "Schnitzelkind" handelt es sich um eine unbeliebte Person der man, als sie klein war, immer Schnitzel um den Hals binden musste damit wenigsten die Hunde mit ihr spielten.
"Tolle Wurst!" ist eine Redewendung mit der man zum Ausdruck bringen kann, wenn man etwas schlecht findet.
"Votzendreck" ist ein Ausruf, den man ähnlich wie "Mist!" in einer misslichen Situation verwenden kann.
"Verstrahlt" kann als Synonym für verblödet verwendet werden oder für jemanden der schwer auf Drogen ist.
Der Begriff kann ebenfalls angewendet werden, wenn man neben der Spur ist, z.B. wenn man den ganzen Tag verkatert herumläuft.
"WTF" heißt "What The Fuck", was frei übersetzt "Was zum Teufel...!?" heißt. Die Abkürzung wird in der Computer- / Gaming-Sprache bei negativ überraschenden Situationen benutzt.
Wack - Das Wort stammt (zumindest in dieser Bedeutung) aus den USA und ist via Hip-Hop-Lyrics nach Deutschland gekommen. Wack ist alles, was so richtig schlecht, lahm, uncool und mies, kurz gesagt scheiße ist.
"Fick die Furche" ist ein Ausruf des Ärgers, der genauso wie "verdammt" oder "mist" verwendet werden kann.
"FDH" steht für "fick die Henne" und kann als Ausruf der Verzweiflung oder Enttäuschung verwendet werden.

Lächelnd...

Lächelnd geht er durch die Welt,
wiewohl er weiß,
dass er anders ist.

Er lächelt über die Menschen,
die ihm jeden Tag Ratschläge geben,
wie er zu leben habe,
obgleich sie ihn nicht kennen.

Lächelnd geht er durch die Welt,
weil er weiß,
dass er anders denkt.

Er lächelt darüber,
dass sie ihm sagen,
ach, das kann doch nichts geben,
weil der doch zu jung ist.

Lächelnd geht er durch die Welt,
da er weiß,
dass es nichts damit zu tun hat.

Er lächelt über die Menschen,
die ihm sagen,
er solle positiver sein,
sich anders geben.

Lächelnd geht er durch die Welt,
obwohl er genau weiß,
dass er der Einzige ist.

Er lächelt über die Menschen,
die in ihrer kleinen Welt leben,
und trotzdem bemitleiden,
als gäbe es dafür einen Grund.

Lächelnd geht er durch die Welt,
weil er weiß,
dass er einen weiten Horizont hat.

Er lächelt über sie,
die sich silberne Füller kaufen,
in ihren schönspießigen Wohnungen leben,
und gemeinsame Pläne haben.

Lächeln geht er durch die Welt,
denn er weiß,
alleine ist es besser für ihn.

Dienstag, 30. März 2010

schwule Sprachnudel

Mit "Braunille" ist ein homosexueller Mann gemeint.
"Darmstecher" ist ein anderes Wort für Schwuler.
"General anal" ist die Bezeichnung für einen homosexuellen Mann, der einen hohen Verschleiß an Männern hat.
"Homofürst" ist eine abwertende Bezeichnung für einen Homosexuellen.
"Lehmgrubentechniker" ist ein Synonym für einen homosexuellen Mann.
Rosettenhengst ¬- Abwertende Bezeichnung für einen Homosexuellen, da dieser sich anal penetrieren lässt bzw. selbst anal einen anderen Rosettenhengst penetriert.

sprachnudel.de ganz sexuell

Mit einem "Fickfreund" rsp. einer "Fickfreundin" hat man eine rein sexuelle Beziehung, die nicht auf Liebe basiert sondern nur zur Befriedigung der Lust dient.
"Aal catchen" bedeutet Zungenküsse austauschen.
Als "Knatterschuppen" kann man ein Bordell bzw. Puff der unteren Mittelklasse bezeichnen. Der Begriff leitet sich vom Verb "knattern" für Geschlechtsverkehr haben ab.
Ein "Intim-Alarm" wird ausgerufen, wenn sexuelle Handlungen bevor stehen.
"Postkoitale Handlung" kann man zu einen erotischen Nachspiel sagen.
"Nektar naschen" ist eine Bezeichnung für Cunnilingus - also das Lecken des weiblichen Geschlechtsteils.
Als "Jungfernöffner" kann man Sekt oder andere alkoholische Getränke bezeichnen, den Mann verabreicht, um die Hemmung vor dem ersten Mal zu vermindern.
Wenn jemand "angespitzt ist", dann ist er/sie sexuell erregt.
Mit "Bummbumm" kann man den "Geschlechtsverkehr" bezeichnen.
"BuBu" ist ein anderes Wort für "Geschlechtsverkehr". Im Ruhrpott wird der Begriff aber auch gerne als Synonym für "schlafen" verwendet.
"Den Hering marinieren" bedeutet den Penis mit Scheidensekret benetzen - also sexuell aktiv sein.
Wenn von einem "dickadrigen Bestrafer" die Rede ist, dann ist der Lümmel des Mannes gemeint.
"Enddarmerotik" kann man sexuelle Praktiken bezeichnen, die mit der Stimulation des Polochs zu tun haben.
"Euft" ist ein Allzweckwort, das alles bedeuten kann. Aber eigentlich bedeutet es Scheidensekret.
"Fleisch verstecken" ist eine Umschreibung für Geschlechtsverkehr.
"Frümosuprala" ist die Abkürzung für "frühmorgendliche Superprachtlatte", womit das erigierte Glied des Mannes beim Aufwachen am Morgen gemeint ist.
"Ficksahne" ist ein Synonym für Sperma.
Wer sexuell leistungsarm ist, der ist "genital daneben".
Zu den Hoden kann man auch Gonaden sagen. Demzufolge ist "Gonadenpesto" ein anderes Wort für Sperma.
"Graf Porno" kann man zu einer Person sagen, die mit ihren Intimerlebnissen prahlt , ohne sie tatsächlich erlebt zu haben.
Wenn man mit jemandem aus Mitleid Sex hat, dann kann man diesen Akt der Menschlichkeit als "Gnadenfick" bezeichnen.
"Huckedu" steht für Geschlechtsverkehr.
Als "Hulk Hoden" kann man einen gut gebauten Penis bezeichnen.
Als "Illo" beschreibt man ein intaktes männliches Geschlechtsorgan.
Die Kehle der Frau wird beim Mund bzw. Halsfick automatisch zu einer Kehlenfotze. Sie ist sehr eng, die Frau leidet dabei, würgt und erniedrigt sich zu einer Kehlenfotze.
Wenn man jemanden "knallt" oder "wegknallt", dann hat man mit ihm Geschlechtsverkehr. Das Wort hat meist eine abwertende Bedeutung.
"Lustmuskete" ist ein anderes Wort für Penis.
Der "Liebespudding" bezeichnet die feuchte, leckere Vagina einer Frau.
Mit "Luke Zwei" bezeichnet ein Mann den "Anus" einer Frau.
Als "Maulfotze" kann man den Mund bzw. das Maul bezeichnen, das beim Oralverkehr einer Fotze gleichkommt.
"Nektar naschen" ist eine Bezeichnung für Cunnilingus - also das Lecken des weiblichen Geschlechtsteils.
Die Nougatschleuse ist ein Synonym für den Anus.
"Rallig" ist ein anderes Wort für "sexuell erregt" bzw. "geil" sein.
"Schlumpfsaft" ist ein anderes Wort für Sperma.
"Stoßstange" ist ein Synonym für das männliche Geschlechtsteil.
Als "Schenkelspreitzer" bezeichnet man eine gewisse Menge Alkohol, bei der keine Frau mehr an sich halten kann und dringend kopulieren möchte.
"Vergenusswurzeln" ist ein Synonym für "bumsen".

Montag, 29. März 2010

Noch mehr Sprachnudeln

"Spritznest" ist ein Synonym für das weibliche Geschlechtsorgan.
Wenn von einer "20-Finger-Übung" die Rede ist, dann ist ein lesbisches Liebesspiel gemeint.
Bei der "Schneckenkartei" handelt es sich um eine Telefonliste, in der nur Frauen verzeichnet sind.
Ein "Edelpuppenköder" ist ein kostspieliges Geschenk für die Frau, die Mann erobern möchte.
Eine "Checkerbraut" ist ein Mädchen bzw. eine Frau, die durch einen übermäßig hohen Intelligenzquotienten auffällt.
"Bomb" wird benutzt als Wort für ein gut aussehendes Mädchen. "Schau dir mal die Bomb an!" bedeutet "Schau dir mal das geile Weib an!" Wenn man über ein jüngeres Mädchen spricht, dass zu jung für einen selber ist, aber man sie dennoch ganz gut findet, bezeichnet man dieses als "Microbomb".
"Brunftlöscherin" ist ein Synonym für eine Prostituierte.
Ein "Bravo-Playmate" ist ein hübsches minderjähriges Mädchen.
"Crashzentrum" ist ein anderes Wort für die Scheide.
Chica ist eigentlich nichts anderes als das spanische Wort für Mädchen. Beiinflusst durch den Latino-Boom z.B. durch Jennifer Lopez & Co. benutzt man den Ausdruck mittlerweile auch als Synonym für Girl oder Mädchen. "Boa, schau dir mal die heisse Chica da drüben an", wäre z.B. ein gängiger Gebrauch für die Würdigung einer schönen Frau.
Dona Geila - Eine immergeile Frau, die nur ein Thema kennt: Männer. Man weiß allerdings nie, ist es Erfahrung oder Wunschdenken?
Mit "Dreilochstute" kann man eine Frau bezeichnen, da sie ja bekanntlich drei Körperöffnungen hat, mit denen sie einen Mann beglücken kann.
Eine Prostituierte ist eine "Entsamungsfachkraft".
Unter einer "fummelfreien Zone" versteht man das Sperrgebiet einer Frau.
Als "Fickfotze" kann man eine häufig gefickte Fotze sprich Vagina bezeichnen. Der Begriff findet u.a. beim Dirtytalk Verwendung kann aber auch als Synonym für Schlampe oder abwertend für eine Prostituierte verwendet werden. Neuerdings können besonders potente Frauen auch als Fickfotze im positivem Sinne bezeichnet werden. Viele Frauen, die stolz auf ihre Fotze sind, bezeichnen sich selber gern so.
Unter einer "Fickstelze" versteht man eine dünne, langbeinige Schlampe, die für sexuelle Vergnügungen schnell empfänglich ist.
"Focken" ist die Bezeichnung für ein absolut ekelhaft, häßliches Mädel. Gesprochen wird es wie "Pocken" - nur eben mit "f".
Eine "Fickfresse" ist ein eher hässlicher Mensch. Alternativ kann man als Fickfresse aber auch Frauen bezeichnen, auf deren Stirn jeder männliche Sexmaniac den Satz "Ich will poppen!" entziffern kann.
Eine "Gruselute" ist eine unattraktive, hässliche, unansehnliche weibliche Person. Zum gruseln eben.
Eine "Hartgeldnutte" ist eine Fachangestellte im "öffentlichen Verkehr", die ihre sexuellen Dienste zu unschlagbaren Discounterpreisen anbietet; Sex mit ihr wird deshalb zuweilen auch KIK-Fick genannt. Es soll sogar Hartgeldnutten geben, die keine festen Preise haben, sondern lediglich Trinkgeld verlangen.
Ische ist eine eher herablassende Umschreibung für eine Frau - etwa wie Kirsche und Törtchen der liebevolle Ausdruck ist. Der Ausdruck kommt aus der jiddischen Sprache. Im Hebräischen heißt "Ischa" Frau.
Igelnasen sind nichts anderes als steife Brustwarzen. Sind diese bei Frauen zu beobachten, geht man in der Männerwelt oftmals von einer direkten Aufforderung zur Paarung aus.
Als Igelnase bezeichnet man den vorgewölbten Warzenhof bei einer Frau. Meistens verschwindet dieses Phänomen wenn die Warzen steif werden.
Inge - Sammelbezeichnung für eine unbekannte oder bekannte (gut aussehende) Frau oder für eine Frau, an deren Namen man sich nicht erinnern kann. Im Sinne von "He, quatsch mal die Inge an und frag sie..." oder "Heute ist Party bei ...äh.. der Inge von Peter".
Eine "Matratzen-Amazone" ist eine Frau, die beim Sex die Initiative ergreift.
Eine "Muchte" ist eine hässliche, abgewrackte Frau.
"Okolyten" ist ein anderes Wort für die weiblichen Brüste.
Als "Otze" bezeichnet man junge Damen mit häufig wechselnden Sexualpartnern. Die Attraktivität von "Otzen" ist zumeist nicht sonderlich ausgeprägt.
Riemig - Bezeichnet eine Frau die offensichtlich Lust auf Sex hat.
"Schlammfotze" ist eine derbe, abwertende Bezeichnung für eine Frau, die ein Gentleman niemals benutzen sollte.
Als "untervögelt" oder in der Steigerung "chronisch untervögelt" bezeichnet man Menschen, die immer denken sexuell zu "kurz" zu kommen (oder faktisch zu kurz kommen, da sie z.B. keinen Partner haben) und stets bereit sind oder sich so fühlen. Oft geht das auch mit chronischer Gereiztheit oder Traurigkeit und/oder Pöbellaune einher.
Wenn sich eine Frau selbstbefriedigt führt sie einen Vaginamonolog.
"Vögelfotze" ist eine derbe Bezeichnung für eine Prostituierte oder Schlampe.

Meine neue Lieblingsseite...

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/12753400
Ach, ich hab da eine neue Site im Web gefunden, die ich nett finde.
http://www.sprachnudel.de/
Sowohl die Formulierungen, die man da neu lernen kann, als auch die Erklärungen dazu sind saukomisch. Beispiele hier:

"Atze" ist ein anderes Wort für "Freund" bzw. "Kumpel". Ursprünglich kommt es aus dem Berlinerischen und bedeutet "Bruder". Mit "Atze Peng" kann man eine beliebige Person bezeichnen. Dabei ist es egal ob man diese kennt oder nicht.
Ein Homie ist ein guter Kumpel mit dem man oft und gerne abhängt und dem man sein Vertrauen schenkt.
"Spritzmeister" ist ein Synonym für den Penis, was sich in der Namensgebung vom Vorgang der Ejakulation herleitet.
Eine absolute Niete kann man als "Leerkörper" bezeichnen.
"Zahnpasta" kann sowohl als Adjektiv als auch als Nomen verwendet werden und ist die Bezeichnung für sehr oberflächliche Menschen.
"Rüsselsheimer" kann man zu einem Mann mit einem großen Penis sagen.
Eine stets unfreundliche Person mit offensichtlich schlechten Charaktereigenschaften, von der man meinen könnte, dass sie auf die Welt geschissen wurde, kann man als "Arschgeburt" bezeichnen.
"Arschkuh" ist eine "lieb" gemeinte Reaktion auf einen Kommentar einer Person, die einen auf den Arm nimmt.Sie wird besonders gerne benutzt, wenn die Person, die einen auf den Arm nimmt, ein auffällig großes Hinterteil hat.
Checker wird häufig als anerkennende Bezeichnung für Leute verwendet, die man mag und von denen man denkt, dass sie es gecheckt haben. Oft wird es in Begrüßungen platziert: "Hey Checker, was geht?".
"Dildomäßig" kann als Synonym für gefühlskalt verwendet werden. Abgeleitet ist das Wort von Dildo, der technisch super funktioniert aber ohne echtes Gefühl auskommen muss.
Don Geilo – Ein immergeiler Typ, der nur ein Thema kennt: Frauen. Man weiß allerdings nie, ob er das alles erlebt oder ob er eine ausufernde Phantasie hat.
Ein Meter Feldweg hat keinen IQ. Somit haben 10m Feldweg 10 * 0 = 0 IQ. Personen auf die diese Eigenschaft zutrifft sind mit Intelligenz also nicht gerade gesegnet und gehören in die Gruppe der Vollpfosten. Kreative Variante von: Idiot, Dummkopf. In etwa: "Du blöder Vollpfosten!" oder: "Man, sind das Vollpfosten."
"Digga" ist eine freundschaftliche Anrede für einen Kumpel oder Kollegen.
Ein "Expresschecker" hat eine beschleunigte Auffassungsgabe und zählt somit zu den ziemlich schlauen Menschen.
Ein "Elektrozaunpinkler" ist ein ganz harter Typ.
"Eiernacken" ist ein Synonym für Vollspacken, Dummbatzen und wird umgangssprachlich oft in ländlichen Regionen verwendet.
"Eddel" ist ein anderes Wort für Trottel.
Wenn man jemand als "Fischkopf" bzw. "Fisch" bezeichnet, dann meint man "Dummkopf".Es kann aber auch ein am Meer wohnender Mensch, Sprichwörtlich "Fischkopf" gemeint sein.
Bei einem "Großhirnkastrat" handelt es sich um einen sehr dummen Menschen.
Der "Geschlechtsdepp" hat ein äußerst gestörtes Verhältnis zu seinem primären Geschlechtsteil, was in der Regel auf mangelnde sexuelle Erfahrung zurückzuführen ist.
Ein "Gambaschädel" ist ein Mann, der dauernd nur an Sex denkt und davon spricht. Er kann auch keiner normalen Tätigkeit nachgehen, in der er hübschen Frauen begegnet, da er sonst eine "Latte" bekommt.
Zu einem Gigolo bzw. einer männlichen Hure kann man auch "Gemeindebefruchter" sagen.
"Gova" hat eine ähnliche Bedeutung wie das Wort Homie und steht für Bruder, Freund oder auch Kumpel.
"Hodenkobold" ist ein nicht oft gebrauchtes jedoch sehr amüsantes Schimpfwort.
Ein "Hässlon" ist eine äußerst hässliche, männliche Person. Die weibliche Form heißt "Hässlette
"Horst-Kevin" ist der Name von Menschen die in Sachen Tollpatschigkeit und Trottelhaftigkeit kaum zu überbieten sind. Außerdem sind Menschen denen dieser Name verliehen wurde oftmals nervig und unausstehlich.
Anderes Wort für Trottel, Dummkopf oder Versager, aber auch Dumpfbacke, Primitivo oder niedrig gebildeter Rüpel. "Honk" steht auch für "Hauptschüler Ohne Nennenswerte Kenntnisse" oder "Hirn ohne Nennenswerte Kapazität".
Hackfresse ist eine Beleidigung für jemanden der häßlich aussieht oder als einfache Beleidigung, häufig auch unter Freunden.
Horst ist das gleiche wie Olm oder Vollpfosten, ein Trottel oder Dummkopf. Als Steigerung bekannt ist Vollhorst. Der Komparativ (1. Steigerungsform) von Horst ist hörster. Horst hat im weiteren Verlauf eine allgemeine Gültigkeit erlangt. Ähnlich dem Wort "Schlumpf" ist es universal einsetzbar.
Der "Intelligenzallergiker" ist eine Bezeichnung für einen äußerst dummen Menschen mit nicht vorhandenem Intellekt.
"Kassenbongucker" ist ein Synonym für ein Weichei.
Eine absolute Niete kann man als "Leerkörper" bezeichnen.
"Lowbob" ist eine Abwandlung von Noob und hat die selbe Bedeutung - steht also für einen Anfänger.
"Lauch" kann verwendet werden wenn man Ausdruck bringen möchte, dass Personen oder Dinge ziemlich uncool sind.
Ein "Lochschwager" bzw. "Mösenschwager" ist ein Mann, der die gleiche Frau gevögelt hat wie man selbst.
Eine "Mikropipette" ist ein kleiner, unterentwickelter Penis.
Der "master of disaster" ist zu deutsch der Meister der Mißgeschicke - ein absoluter Schwachkopf.
"Newfag" ist eine Bezeichnung für jemanden, der von nichts eine Ahnung hat und in der Regel auch nichts Produktives zu einem Thema beisteuern kann.
Der Nerd verfügt über herausragende Videospiel- und Computerkenntnisse und verbringt seine Freizeit vor dem Bildschirm. Durch die Isolation, die der beste Freund Computer mit sich bringt, und das unvermittelbare Wissen, ist er für das Klischee des unverstandenen Außenseiters prädestiniert. Der Vorgänger dieses Charakters stammt aus den siebziger Jahren - der bebrillte, unfrisierte Freak, der Freizeitbeschäftigungen wie Löten von Kleinteilen oder CB-Funk nachging.
Mittlerweile sind Nerds aber nicht mehr nur am Computer anzutreffen, sondern sie zeichnen sich allgemein durch sehr spezielles Wissen in einem oder in mehreren Themengebieten aus. Hierfür opfern sie ihre gesamte Freizeit, weshalb Nerds anderen Menschen gegenüber als eher langweilig gelten.
Besonders unattraktive Humanoiden kann man auch als "Netzhautpeitschen" titulieren.
Der Noob ist eine Abwandlung des Wortes Newbie und wird fast immer abwertend benutzt.
"NAP" steht für "Not a Pro" und kommt aus der Gamersprache. Es ist eine abfällige Bemerkung für Anfänger.
Als Newbie wird ein Neuling, bzw. Anfänger bezeichnet, meistens im Zusammenhang mit Computern.
Olm ist im Prinzip das gleiche wie ein Vollpfosten. Eben ein Trottel, Dummkopf, etc.
"Pussy" kann man zu einem Weichei sagen.
Unter Mädchen wird "Pussy" aber auch als freundschaftliches Wort für z.B. "kleine, Maus" o.ä. verwendet.
"Spallo" ist ein Synonym für Spasti, Spacken.
Eine "Bratze" ist eine extrem unattraktive Frau oder ein Mann.
Der Begriff wird in einigen Gegenden aber auch als Synonym für eine große, grobe Hand verwendet.
Ein männliches Wesen, das in der Frauenwelt nichts anbrennen lässt uns sich alles krallt was bei drei nicht aus seiner näheren Umgebung verschwunden ist, nennt man einen "Schlüpferstürmer".
Ein "Schwachmat" oder "Schwachmatiker" bzw. "Schwachmatikus" ist ein an eingeschränkter Gehirnfähigkeit leidender Mensch. Früher hätte man ihn auch als "Schwachkopf" bezeichnet.
"Spacko" steht für Dummkopf bzw. einen (auffälligen) Trottel und ist seit Ende der 1990er durch Romanisierung des männlichen Endungsmorphen aus dem alten Schimpfwort "Spackel" hervorgegangen, das die gleiche Bedeutung hat und eine Verschmelzung von "Spastiker" und "Dackel" darstellt - "Dackel" wird vor allem in Baden-Württemberg auch als Schimpfwort benutzt und bedeutet soviel wie "Trottel". In Südhessen ist der Spacko schon seit Ende der Achtziger bekannt. Er schrieb sich dort aber "Spako" und wurde als Abkürzung für "Spastikopf" erklärt.
Ein "Töffel" ist ein Tollpatsch. Das Adjektiv dazu ist töffelig.
Ein "Universaldilettant" ist ein anderes Wort für einen Nichtskönner, eine Niete oder Versager.
Kreative Variante von: Idiot, Dummkopf. In etwa: "Du blöder Vollpfosten!" oder: "Man, sind das Vollpfosten."
"Vollhorst" ist die Steigerung von "Horst". Der "Vollhorst" verfügt über einen noch ausgeprägteren Mangel an Intelligenz. Die Folge ist oftmals der totale Verlust des "gesunden Menschenverstandes".
"Wannabe" kommt aus dem englisch-amerikanischen Slang und bedeutet "Möchtegern". Es kann in Combi mit den verschiedensten Dingen benutzt werden.
Yogeschwar - In Anlehnung an den TV-Erklärer der Nation, Ranga Yogeshwar, Bezeichnung für einen besserwisserischen Menschen, der trotz Gegenteilbeweis an seinen falschen Entscheidungen verbissen festhält.

Sonntag, 28. März 2010

Freunde hoch 2...

Sicherlich sah ich etwas verratzt aus, wie so ein kleiner Kiffer, mit langen blondierten Haaren, oder eher henna-orangen und nicht henna-rot, mit zerrissenen Jeans vermutlich, denn das waren sie meist, weil ich immer irgendwo hängen blieb, leicht verspätet auch, daher auch verpeilt und nicht wissen, wo ich mich am besten hinsetzen sollte. Nach hinten, ja, letzte Reihe, das ist ja quasi Pflicht an der Hochschule, also auch hier, aber was ist da, fast alles schon belegt, nein, nur da rechts hinten, echt ey, da ist genau ein Platz frei, und der ist meiner!
Ich sitze neben einer schönen orientalischen Schönheit, die nach etwa drei Minuten bereits völlig verstört und weiß gar nicht, wie ihr geschieht. Sie hatte ihren Stundenplan neben sich liegen lassen, war ja dann meine Tischhälfte, es war der zweite Tag im ersten Semester - für uns beide -, und ich schaute drauf und teilte ihr ungefragt mit, in welchen Kursen ich mit ihr zusammen hatte. Neben ihr saß auch der Autist, der jahrelang unser Freund blieb, allerdings verloren wir uns aus den Augen, denn wir hatten ja unseren Abschluss rechtzeitig geschafft, er leider nicht...
Die orientalische Schönheit war eine ganz besondere Frau, natürlich ist sie es noch immer. Gleich nach unserem Kennenlernen, das sie ja zusehends verwirrt hatte, trafen wir auf eine Serbin, die uns bald "zu deutsch" wurde, eine Beschimpfung, die die orientalische Schönheit mehr aus Verlegenheit heraus, erfand. Doch davor waren wir anderthalb Jahre lang A. und die Ausländer. Bei unserem ersten gemeinsamen "Ausländer"-Mittagessen, saßen wir ganz Multi-Kulti im McDonalds und lachten uns kaputt über unsere Gastarbeiter-Eltern, erzählten uns die lustigsten Schwänke, die witzigsten Versprecher, a la "Kinder, Kinder, kommt schnell her, da ist ein Kaminfeger auf dem Fenster"? Hä? Er meinte Marienkäfer.
A sagte uns ja immer, dass wir nicht so viel lästern sollten, und wenn, dann 100 Meter Sicherheitsentfernung. Aber das konnten wir so schlecht einhalten. Und wir hatten so schöne Namen für unsere Kommilitoninnen. "Eiskaltes Händchen" etwa, "AV-Mädchen" (aus dem Seminar AV-Medien), "Doppelkinn ohne Kinn" oder auch "die Oma", achja, "The Voice" Carinna nicht zu vergessen. Immer wenn uns langweilig war, hatten wir die dümmsten Ideen. Oder wir schwänzten, um mal wieder in den H & M zu gehen. Siehe Freunde... :-)
Wir waren auch der "Orthodoxe Stammtisch", weil wir alle den orthodoxen Glauben hatten und haben, griechisch orthodox, serbisch orthodox, assyrisch orthodox... Der Glauben war wichtig, die Tradition, vor allem aber die Eltern dieser orientalischen Schönheit, die so streng waren. Die ihr verboten, auszugehen, und das im Alter von Anfang bis Mitte Zwanzig, ihr verboten, einen Freund zu haben, der dann ihr erster Freund gewesen wäre. Siehe den Post davor. Sie zwangen sie dazu, sie zu belügen, zu betrügen. Nachts auszubüchsen, was noch viel gefährlicher war. Ihren Freund geheimzuhalten, den ich mit ihr verkuppelte, als wir auf Studienfahrt in der Türkei waren. Viele witzige Geschichten gab es darum herum, manchmal natürlich auch ganz dramatische. Deswegen habe ich auch den Post davor geschrieben. Erinnerte mich an diese ganze Zeit, die so intensiv war, weil ich so jung und lebensunerfahren, und die Diskussionen so heftig, die verschiedenen Welten aufeinanderprallten. Meine Homosexualität, die Thema wurde, mein freierer Umgang mit Sexualität, der auf sie abfärbte...

Freitag, 26. März 2010

Kultur der Lüge...

Als Nachschlag zum Buch von Andrea Karime, die auf Seite 158 von der Kultur der Lüge in arabischen Staaten spricht, hier ein Artikel aus der Zeit:

http://www.zeit.de/2005/45/Unsere_Waehrung_ist_die_Luege

Dies ist ein Gespräch mit dem syrischen Künstler Ahmad Moualla, der vom Leben in Syrien schreibt....

Moualla: Es gibt einen ganz spezifischen syrischen Nationalcharakter. Nehmen Sie das Beispiel Alkohol. In Saudi-Arabien existieren klare Regeln, dort ist Alkohol verboten. In Syrien wird durchaus Alkohol ausgeschenkt - aber nur in manchen Lokalen. Offiziell braucht man eine Lizenz, aber wenn sich niemand beklagt, geht es auch ohne. Niemand durchschaut das System wirklich.

Allerdings: Im Umkreis von 600 Metern um eine Moschee ist Alkohol verboten.

Es genügt also, dass die Fundamentalisten immer neue Moscheen bauen, um den Alkohol de facto zu beseitigen. Die Religion wird bei uns individuell gehandhabt - wie ein Anzug, den man sich schneidern lässt. Gleichzeitig hat sich eine Kultur der Lüge entwickelt. Ich möchte sogar sagen: Die Lüge ist die Währung, nach der das soziale Leben funktioniert. Ohne Lüge können wir nicht leben, wir werden zur Lüge erzogen. Wie soll man in diesem Land dieselbe Geschichte erzählen, wenn man doch mit jedem anders spricht, seinem Vater, seiner Geliebten, dem christlichen oder muslimischen Geistlichen oder den Mitarbeitern des Geheimdienstes?

Wieso ich das zitiere? Weil es zum Beispiel zusammenfasst, worüber die Autorin in ihrem Buch "Zum Sterben nach Kairo" schreibt. Und weil diese Lügen aus der Welt geschafft werden müssen. Regierungen, die ihre Bürger/-innen zum Lügen ZWINGEN. Eltern, die ihre Kinder so erziehen, dass sie LÜGEN MÜSSEN, weil sie die Wahrheit nicht aussprechen und leben dürfen! Und ich meine Regierungen aller Staaten dieser Erde, und ich meine Eltern aller Nationen.

Es hat nichts mit dem Islam an sich oder etwa Islamfeindlichkeit zu tun, dass ich dieses Beispiel gewählt habe.

Zum Sterben nach Kairo

Die Hauptfigur in diesem Kriminalroman ist die lesbische Deutsch-Libanesin Hala Habidi. Sie entdeckt, dass sie dafür geboren wurde, kleine Geheimnisse herauszufinden. Daher verdingt sie sich nun als Privatdetektivin. Doch ihr nächster Fall könnte eine Spur zu groß für sie sein: Ihr schwuler ägyptischer Bekannter Philemon beauftragt sie, den möglichen Mord an seiner Tante Anastasia in Kairo aufzuklären. Seit ihrer Kindheit war sie in keinem arabischen Land. Ihre Großtante hatte sie, als sie noch ein Kind war, davor gewarnt, jemals wieder zurückzukehren. Doch einer Eingebung folgend reist sie trotz aller Bedenken nach Kairo, um dort der ein oder anderen Gefahr zu begegnen.

Hier in der ägyptischen Hauptstadt trifft sie auf irritierende Gegensätze. In dieser lauten, niemals schlafenden Megacity erlebt sie einerseits die Lebendigkeit und Herzenswärme der Menschen, andererseits aber auch die gesellschaftlichen und totalitären Strukturen und traditionellen Werte eines streng muslimischen Staates.


Während Hala Habidi den mysteriösen Umständen um den Tod der Journalistin Anastasia nachgeht, stößt sie auf ein anderes Verbrechen: Ein Mädchen verblutet nach einem unfreiwilligen medizinischen Eingriff auf offener Straße, ein anderes ist vor der bevorstehenden Genitalverstümmelung auf der Flucht. Hala versucht die Drahtzieher dieser grausamen Praktik zu entlarven und gerät dabei immer tiefer in den Strudel eigener Gefühle und Erinnerungen.


So gegensätzlich dieses Land ist, so irritierend ist auch die Diskrepanz zwischen Sprache und Inhalt dieses spannenden Kriminalromans. Auch wenn gelegentlich die Bilder etwas schräg sind, manchmal die Formulierungen etwas hinken, ist es doch die blumige Sprache, die diesen Roman zu etwas Besonderem machen.

„In diesem Augenblick fiel Regen auf die Äste ihrer Überlegungen und Fragen, ertränkte sie fast und gab dann auch noch vor, ihnen Gutes zu tun. Unfreundliche Wasser!“


„Jede Seele wird irgendwann den Tod schmecken, dachte er plötzlich und spürte leichte Panik. Ein kühler Wind kam vom Fluss und erfrischte seinen Geist.“


Dies sind zwei Beispiele von vielen. Eine interessante Technik ist, dass sie in Kursivschrift andere Stimmen die Geschichte kryptisch erzählen lässt. Je mehr die Leserin / der Leser in die Geschichte taucht, desto mehr versteht er von diesem Stimmen. Den Stimmen, die das Leid der geschundenen, genitalverstümmelten Frauen in arabischen Ländern klagen. Den Stimmen, die von Unterdrückung der Frau reden, die von Armut und Ungemach niedergedrückt werden.


Dieser Kriminalroman spricht viele Themen an, Homosexualität in arabischen Ländern, Genitalverstümmelung, das Verhältnis von Mann und Frau, die schwierige Thematik der Religion und Tradition in Ägypten. Doch dies geschieht mit leichter Hand, mit viel Feingefühl, Reflektion und mit vielen mystischen Anwandlungen. Es ist ein schnell gelesenes Buch, das aber nachhaltig Eindruck macht.


Andrea Karimés broschiertes Taschenbuch ZUM STERBEN NACH KAIRO umfasst 170 Seiten, ist im Quer Verlag erschienen und für 12,90 im Fachhandel erhältlich.


Am Montag kann man im Livestream von www.radiosub.de so etwa um 20.30 Uhr (+/- 5 Minuten) mehr von dem Buch erfahren, denn dann wird die Autorin Andrea Karimé in einem Telefon-Interview Fragen zu ihrem Kriminalroman beantworten.

Mittwoch, 24. März 2010

Freunde...

Plötzlich stand sie vor mir! Eine junge hübsche Frau. Eine hübsche Frau, deren Gesicht ich kannte. Gut sogar, kann ich behaupten. Sie war einst meine Nachbarin gewesen. Alte Zeiten. Meine Nachbarin. Und Schwester vom schönsten Jungen der Straße. Nennen wir ihn Simon. Er heißt anders. Soll aber unerkannt bleiben. Simon also.
Meine Lieblingskollegin Jema schleppte mich mal wieder in diesen H & M, in den alten, wie wir sagten. Ich sah Simon ein Hemd befühlen und schalte mich bereits in diesem Moment selbst. Verdammt! sagte ich mir. So jemanden wie ihn sprichst du nie an. Wieso nicht?! Schwächling, nannte ich mich, Idiot, Versager! Ich beobachtete ihn noch eine Weile unschlüssig.
Als wir im zweiten H & M der Stadt, dem Neuen, waren, wollte Jemas Schwester Sonja etwas anprobieren. Wir gingen mit und standen vor der Umkleide. Neben uns stand ein langer Kerl, nennen wir ihn der Einfachheit halber Frederik. Simon kommt aus der Umkleide neben Sonja heraus, trägt ein Long-Sleeve. Es sieht schön aus, nur die Größe passt nicht, L ist ihm zu groß. Nee, hören wir Frederik sagen. Nee, sagt auch Simon und geht wieder in die Umkleide hinein. Wir mischen uns ein. Nein nein, sagen wir, das Long-Sleeve steht ihm, es ist nur die falsche Größe. Hörst du, fragt Frederik, komm noch mal raus, Simon. Tut er. Schaut uns fragen an. Ja, sagen wir, du brauchst M, nicht L. Okay, sagt er, Frederik, hol mal M. Tut er.
Wir kommen ins Gespräch, doch Jema und Sonja verabschieden sich schnell. Unschlüssig stehen die Jungs bei mir. Ich schaue auf Simons Schuhe. Du brauchst neue, sage ich. Ja, dann gehen wir neue Schuhe kaufen, sagen die Jungs. Und unsere Freundschaft ist besiegelt, denn... Nachdem wir die Nummern tauschen und sie sich das erste Mal melden, mich in eine Absinth-Kneipe bestellen, und wir auf dem Rückweg nach Hause merken, dass wir alle in der gleichen Straße wohnen... sind wir quasi unzertrennlich. Sie nehmen mich auf ihre Partys mit, ich sie auf meine. Trotz des Altersunterschieds. Es ist saunett.
Sie laden mich zu sich ein, wenn die Mutter Geburtstag feiert, hier gibt es lecker Essen, sagen sie. Sie kommen zu mir rüber, wenn sie mal etwas anderes erleben wollen. Er kommt zu mir, um von mir massiert und gestreichelt zu werden. Sie, seine Schwester besucht mich, um ein bisschen Ulk von mir zu hören.
Jetzt ist sie seit drei Tagen hier. Und ich sehe sie als erstes. Freue mich. Sie steht vor mir. Ich möchte sie umarmen. Ich tue es. Was machst du hier? frage ich sie. Ich bin im Volontariat. Hier. Ausgerechnet in diesem Museum. Und ausgerechnet auf dieser Ausstellungseröffnung bin ich. Wir werden wieder Freunde, wie früher, bevor wir uns gestritten hatten. Bevor ich ihr zu anstrengend wurde, warum auch immer.
Es war vielleicht schwierig. Nachbarn, die Freunde werden, Altersunterschiede, Mentalitätenunterschiede, ein wunderschöner Junge, ein homosexueller Mann, eine wunderschöne Schwester des Jungen, die Freundin des Jungen, die Freunde des homosexuellen Mannes, die den Jungen verehren, und die Freunde des Jungen. Depressionen des älteren Nachbarn, Partys, Alkohol, Drogen, sensibler hübscher Junge, sensible junge Schwester. Und jetzt hier. Wieder Freunde. Alles anders. Schön.

Samstag, 20. März 2010

Im Zug nach nirgendwo...

Noch immer 75 Minuten bis nach Frankfurt/Main... Der Zug verspätet sich, verspätet meine Ankunft in den Armen des schönsten Mannes der Welt. Das gefällt mir nicht, habe ich doch schon den vorherigen Zug verpasst hatte und anderthalb Stunden am Leipziger Bahnhof verbringen musste. Und wieso das alles? Weil diese dämlich-langsame Tram von der Messe zum Hauptbahnhof nicht losfuhr, entweder weil sich erst noch alle Menschen in die Wagen stapeln mussten oder aber vielleicht weil sie sich gestapelt hatten und die Tür nicht mehr zuging. Hinterher konnte ich es nicht mehr rekonstruieren. Fakt war mein Zuspätkommen. Und so werde ich wahrscheinlich einschlafen, wenn ich in seinen Armen liege, adhoc sofort. Oder so. Diese Buchmesse hat mich fix und fertig gemacht, dabei hatte ich gar nichts zu tun. Nichts Professionelles. Netzwerke schaffen. Ob das so geklappt hat? Man weiß es nicht. Aber ich kann auch gar nicht mehr darüber nachdenken. Bin einfach zu müde dafür. Apropos Netzwerk: Mein Surfstick verabschiedet sich ständig, was mich etwas nervös macht. Wie sieht es eigentlich mit Schicksal bei mir selbst aus? Wie war das auf der Buchmesse? Zufall, dass D. und ein ehemaliger Verlagskollege, der mich nicht leiden konnte, im gleichen Zug nach Leipzig fuhren? Dieser D.? Und dieser Kollege von allen, die möglich gewesen wären? OK. Vielleicht Zufall. Aber dass der erste Mensch, den ich in Leipzig traf, F. von diesem österreichischen Verlag war, den ich unbedingt treffen wollte, aber bei dem ich mich vorher nicht gemeldet hatte, weil ich trotzig war? Oder dass ich Hanne Kulessa ohne vorherige Verabredung getroffen habe? Nein, okay, alles kein Schicksal. Nur Zufall. Wahrscheinlich. Und trotzdem hatte ich das Gefühl, dass ich dem schönsten Mann der Welt sagen muss: Oh nein, es gibt ein Schicksal, das UNS beide zusammengeführt hat. Jetzt weiß ich es! Und die Buchmesse? Was brachte sie mir an Ideen? Auch das kann ich nicht beantworten. Nach diesen Buchmessen habe ich immer das Gefühl, dass es viel zu viele Bücher gibt. Viel zu viel gute und viel zu viel schlechte. Und viel zu viele, um selbst dazu beizutragen, dass es mehr werden. Es deprimiert mich... Aber bald, ja bald, hoffentlich bald und ohne weitere Verspätungen stolpere ich in nächster Zeit in die Arme des schönsten Mannes der Welt...

Freitag, 19. März 2010

Eine etwas andere Rezension zu "Ruhm" von Kehlmann

In einem Internetforum kann man folgende „Postings“ lesen:
„... seine vermessung ist - 'gähn', manche welche es gelesen hatten war es arg langweilig und langatmig geraten. fazit: es stört nicht wenn man seine bücher nicht gelesen hat!“ – „nanu? also ich kennen niemanden der dieses buch als langweilig bezeichnet hätte. eher das gegenteil ist der fall, typisches in-einem-durchles-buch-wenn-man-nicht-schlafen-und-arbeiten müsste...“ – „ich bin beinahe gestorben vor Langeweile. ich habs nie zu Ende gelesen. hype, hype.“ – „ich fands auch todlangweilig.“ – „Intellektualität als Autismus? Ohne mich.“ – „Sie greifen mMn zu hoch, Kulturindustrie bleibt, was sie ist. Herr Kehlmann ist aber ein Phänomen: Er ist der erste Unterhaltungsschriftsteller, der sich in jedem Interview mit Größen wie Proust, Nabokov, Bunuel etc. in Verbindung bringt oder bringen läßt, was natürlich Quatsch ist. Also postmodern im Sinne von "cross the border, close the gap" (zwischen E und U), ganz nach dem Motto: "Mein Zeug ist auch spitze, wenn wir's dazu machen und ein paar richtige Namen fallen lassen".“

Im NLP gibt es eine Methode, die sich Storytelling nennt, und die viele verschiedene Einsatzbereiche kennt. Verführungskünstler zum Beispiel setzen Geschichten gezielt ein, um Frauen davon zu überzeugen, welch guten Eigenschaften sie haben. Ob es aus solchen Erwägungen heraus geschah, dass Daniel Kehlmann sich in einem Interview erneut auf Größen wie Raymond Carver, Buñuel oder Feuchtwanger bezog? Redet er sich und das Buch selbst stark, um den Kritikern (ganz nach NLP-Methode) nach seinem Erfolg von „Der Vermessung der Welt“ keine Chance zu lassen, ihn niederzuschreiben? „Ich glaube, dass es formal das Avancierteste ist, was ich je gemacht habe. Ich bin damit künstlerisch am weitesten vorangekommen.“ Das sagte er „klug“, wie der interviewende Journalist konstatiert, über sein eigenes Buch, und vieles mehr. Doch um was geht es in diesem Buch? Und kann es als ein Voranschreiten im Schaffen Kehlmanns angesehen werden?
Ein Roman in neun Geschichten nennt sich das neue Werk Kehlmanns mit dem ironisch gemeinten Titel „Ruhm“. Es sind dies neun Episoden, die sich am Ende zu einem Ganzen fügen, und die mit dem Spannungsfeld von Fiktion und Realität spielen. In der ersten Geschichte kauft ein Mann ein Mobiltelefon und bekommt in der Folge Anrufe, die nicht ihm, sondern einem Herren namens Ralf gelten. Zunächst irritiert, geht er auf dieses Spiel mit der fremden Identität ein und verzweifelt fast, als die Anrufe plötzlich aufhören. Dafür wird ein Schauspieler von einem Tag auf den anderen nicht mehr angerufen. Ein anderer scheint, sein Leben an sich gerissen zu haben. Am Ende wird er als sein eigener Doppelgänger gehalten. Ein Schriftsteller namens Leo Richter macht zwei Reisen mit seiner Freundin, die nicht nur von seinem hysterischen Verhalten genervt ist, sondern auch Angst hat, von ihm in seine Geschichten gepresst zu werden. Eine Krimiautorin geht spurlos verloren. Eine ältere Dame fleht den Schriftsteller, der sie erschaffen hat, an, nicht sterben zu müssen. Ein verwirrter Internetblogger, der Tausende Nachrichten in Foren „postet“, möchte unbedingt in einem Roman des Schriftstellers auftauchen…
Der 1975 geborene Vielschreiber Daniel Kehlmann hat seinen letzten Roman „Die Vermessung der Welt“ 1,4 Millionen Mal verkauft, die Übersetzungsrechte wurden an mittlerweile 42 Länder verkauft. Einen ähnlichen Erfolg hatte zuletzt „Das Parfüm“ von Patrick Süskind, das vor zwei Jahren ebenso kommerziell erfolgreich in den Kinos lief. Auf die Frage, ob er in der Folge nicht sehr viel Druck auf sich spüre, äußert er unbekümmert, dass „der Vorteil eines Bestsellers darin liegt, dass man nie wieder einen Bestseller schreiben muss, dass der Bestseller eine Art Querfinanzierung von allem ist, was einem an seltsamen Dingen künftig einfallen mag, so hat das etwas unglaublich Befreiendes.“
„Quinn erhält eines Abends einen Anruf, der nicht ihm gilt, sondern einem gewissen Paul Auster. Dieser wäre ein bekannter Detektiv, und dringend benötigt. Aus Neugierde, und nachdem Quinn der Anruferin nicht klarmachen konnte, er wäre nicht der Gesuchte, kommt er zu diesem Treffen...“ Dies ist der Anfang einer Inhaltsangabe des Buches „Stadtglas“ aus der New York-Trilogie Paul Austers. Merkwürdig, dass Kehlmann niemals auf ihn verweist, wenn er von den Einflüssen anderer Autoren auf seinen neuen Roman erzählt. Sämtliche Phänomene, die in diesen drei Romanen bearbeitet werden, in denen es um die Auflösung der eigenen Identität geht, um das Nicht-mehr-Unterscheiden-können von Realität und Täuschung, nimmt der Autor hier auf. Er treibt die Grundideen Paul Austers weiter und garniert sie mit den neuen Technologien Mobiltelefon und Internet. Vielleicht ist dieser Vorwurf des „geistigen Plagiats“ völlig ungerecht(fertigt), schließlich könnte man auch andere Quellen nennen, die ähnlich sind, aber vermutlich keine Vorlage: Number 23 mit Jim Carrey zum Beispiel, bei dem sich am Ende des Films herausstellt, dass er selbst der Autor ist, dessen Buch er fasziniert, ja, geradezu manisch liest, oder auch „Stranger Than Fiction“, in dem ein Angestellter aus einer US-Behörde plötzlich eine Stimme aus dem Off hört, die sein Leben kommentiert. Es stellt sich bald heraus, dass eine Autorin ihn als Figur erfunden hat und er das ihm angedichtete Leben lebt. Er möchte sich davon befreien und eigenbestimmt leben.
Also ist es sicher sehr unfair, Kehlmann anzulasten, zumindest nicht besonders originell gewesen zu sein. Natürlich wäre eine andere Lesart möglich: Dass genau diese Referenzen, die gewollt sind von dem Schriftsteller, die Stärke seines Werkes sind. Der Eindruck entsteht gelegentlich, dass er diese Bilder, die einen an Filme von Bunuel oder die gerade genannten erinnern, an Bücher von Auster, vielleicht sogar von Philip K. Dick („True Lies“, „Paycheck“ etc.), provoziert, und er gerade das beweckt. Wenn dies der Fall wäre, dann hätte er nicht nur einen Subtext innerhalb seiner eigenen Textteile geschaffen, sondern einen Subtext außerhalb des Romans in eine Welt von Werken, die sich die Frage stellen, ob nicht alle Erzählungen, unabhängig davon, ob sie auf dem Papier oder in der Wirklichkeit geschehen, gleich real und wahr sind. Und ist nicht das der Sinn von Kunst, in der Gedankenwelt des Zuhörers/ Zuschauers/ Besuchers Bilder zu evozieren, die in anderen Kunstwerken ihren Wiederhall suchen und finden? Hat nicht Maxim Gorkij genau dies als schönste Eigenschaft des Lesens angesehen: Beim Lesen einzelner Szenen an Szenen aus anderen Büchern erinnert zu werden?
Kehlmann glaubt zu Recht, dass die neuen Medien unser Leben auf noch ungeahnte Weise verändern. Die Wissenschaften müssen erst erforschen, inwieweit sich bereits jetzt, eine Realität entwickelt hat, die sich von der vor zwanzig Jahren grundlegend unterscheidet. Wie verlieben sich beispielsweise Menschen heutzutage? Die Geschichten über Menschen, die sich aus dem Internet kennen, und sich als Paar bezeichnen, obwohl sie sich noch nie im wahren Leben begegnet sind, häufen sich. In den Augen von jüngeren Menschen wird hier kein Qualitätsunterschied zur gewöhnlichen Art des Kennenlernens bemerkt. Unsere Realität hat sich bereits gewandelt. Geschichten wie in „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer sind heutzutage möglich. Menschen bauen sich eine Parallelwelt auf, in der sie aufblühen können. Als Beispiel lässt sich die Figur aus der siebten Episode des Romans nennen, ein Mann, der als fetter Versager, der in seinem wahren Leben nichts auf die Reihe kriegt, beschrieben wird, lebt sein Leben in vielen verschiedenen Foren, in denen er sich aufspielt, und Tag für Tag unzählige Postings ins Netz stellt. Er hat seine eigene Sprache, die Kehlmann kenntnisreich persifliert. Er hat seine eigene Welt, in der man Leute niederreden kann, nur um sich selbst zu profilieren. Ein Beispiel dafür ist der Schauspieler Ralf Tanner, der in verschiedenen Postings schlimm beschimpft wird. Ralf Tanners vermeintlicher Doppelgänger wird dabei gefilmt, wie ihn eine Frau in einem Restaurant schlägt. Es wird auf Youtube gestellt. Nicht nur der Schauspieler fragt sich nun, was die „eigentliche“ Realität heutzutage ist. Ist etwas nur wahr, wenn es in den Medien ausgestrahlt wird? Was ist Realität, was Täuschung? Und wer hat noch die Macht und die Fähigkeit, dies zu kontrollieren? Tut die Türkei gut daran, Youtube beispielsweise zu sperren? Ist es undemokratisch oder gerade demokratisch? Wer kann das heute noch entscheiden? Wie sieht es mit den an den Anfang dieses Artikels gestellten Postings aus? Ist der Leser überhaupt noch in der Lage, sich von diesen schwarz auf weiß gedruckten „Wahrheiten“ zu lösen, wenn er sie liest? Sind Menschen dazu fähig, sich eine eigene Meinung zu bilden?
Kehlmann greift in seinem neuen Werk ein zutiefst aktuelles Thema auf. Er schafft es in relativ kurzen Worten, Welten aufzubauen, stringente in sich geschlossene Geschichten zu erzählen, die trotzdem miteinander zusammenhängen. Nein, er hat keine Plagiate erschaffen. Er hat nur kluge Vorlagen genutzt und weiter um seine eigenen Ideen gesponnen, mit diesen Vorlagen kreativ gespielt und seinerseits eine ganz neue Welt entstehen lassen. Der Autor stellt wichtige Fragen, auf die wir noch keine Antworten wissen, doch er versucht einzelne Aspekte herauszuarbeiten, über die sich seine Leser ihre Gedanken machen können. Aber am schönsten sind die kleinen Ideen, die er einfließen lässt, die kleinen Running Gags, die er auch teilweise selbstironisch einsetzt, zum Beispiel, wenn er sein Alter Ego in dem Buch, Leo Richter, aus dessen Feder Episode 3 mit der vermeintlich sterbenden Rosalie stammt, ständig der Frage aussetzt: „Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?“ Leo antwortet stets genervt, aber schon resigniert: „In der Badewanne.“ Eine weitere Lieblingsfigur könnte Miguel Auristos Blancos werden, der Beststeller-Autor, der auf jede Frage dieser Erde eine Antwort hat und diese auch auf Papier bannt. In jeder Geschichte taucht ein anderes Buch aus seiner Sammlung auf. Sein Leben nimmt ein ganz besonders tragisches Ende.
Dies ist ein ganz anderes Buch als das letzte. Daniel Kehlmann hatte Spaß bei seinen seltsamen Einfällen und hat etwas ganz anderes ausprobiert als in den Büchern zuvor. Vielleicht sind diese literarisch hochwertiger. Aber vielleicht ist dieses Buch tatsächlich das, was ihn als Autoren am meisten voranbringt. Wir sind gespannt und erwarten nach diesem kurzweiligen „Mind Advanger“ weitere ruhmvolle Werke von ihm.

500 Days of Summer

Da wollte ich einen schönen Film, mehr noch: einen schönen Liebesfilm mit dem schönsten Mann der Welt anschauen. Vielleicht um eine weitere Referenz zu haben, um sagen zu können: Ja, es ist wie in diesem Film bei uns, findest du nicht auch, Schatz? Auch wenn wir das Wort Schatz natürlich nur verwenden, wenn wir uns ärgern wollen. Schließlich darf man heutzutage solche Kosenamen nicht benutzen. Ist ja nicht mehr trendy und so. Ich stand also in dieser Videothek und überlegte... aber nicht lange, denn... da sah ich diesen Film mit Joseph Gordon-Levitt, der, wie sagt man, adorable ist. Nun, 500 Days of Summer hörte sichja erst einmal nicht soooo spannend an...
War es denn Schicksal, dass mir ausgerechnet an diesem Abend dieser Film ins Auge fiel? Ist Liebe Schicksal? Ist alles nur Zufall? Der schönste Mann der Welt behauptet: Ja. Zufall. Was ist das? Und was könnte Schicksal sein? Ist das alles nur Zufall, wenn zwei Menschen gleichzeitig an einem Ort sind, sich ihre Blicke treffen, sie beide eine Anziehung spüren? Ist das alles nur Zufall, wenn man trotz Hindernissen zueinander findet, weil da etwas stärker ist...? Ich weiß es nicht. Diese Fragen stellt der Film. Ohne viel zu verraten: Die Meinungen der beiden Protagonisten ändern sich im Laufe des Films. Die Kritische, die am Anfang des Films nicht an die Liebe glaubt, nicht an Schicksal, und der Romantische, der am Anfang noch so hoffnungsvoll ist, so lebens- und liebeshungrig. So süß, möchte man sogar sagen... Und am Ende tauschen sie die Rollen, denn... der Film ist keine Liebesgeschichte, wie auch schon das Cover beredt erzählt.
Der Film ist echt schön gemacht, sagt auch der schönste Mann der Welt, mit Zeichnungen, die die Kapitel anzeigen, mit wundervoller Musik, mit lustigen Ideen. Zur Musik: alleine schon, dass "My Sweet Disposition" von The Temper Trap zum Soundtrack gehört, ist sichtbares Zeichen eines guten Musikgeschmacks. Zu den Ideen: Wie witzig ist das denn, wenn mitten im Film der verliebte Joseph Gordon-Levitt im 50er-Jahre-Movie-Style durch die Stadt hüpft und tanzt, mit lebensbejahender Musik in bunten Farben. Oder wenn viel Wert auf Zitate gelegt wird: "Schatz, die Wasserhähne funktionieren nicht". Und am Anfang des Films versteht man den Witz noch nicht. Aber später schon. Oder Don Johnsons hassenswertes "She´s like the wind", das fast Kotzanfälle verursacht, aber später dann relativiert, ja, "ironisch gebrochen" wird (haha, meine Lieblingsformulierung!).
Schmerzwach freute sich über die kurze Phase der Melancholie, die der Film mit sich brachte. Schmerzwach weinte sogar, was den schönsten Mann der Welt rührte, wenn auch nicht großartig beeindruckte. Da wurde nur angekündigt, man sei nah am Wasser gebaut. Es floss allerdings nicht. Muss ja nicht. Der Film war schön. Und es gibt jetzt wieder neue Dinge zu zitieren, neue Querverweise für unsere Beziehung. Denn auch dafür sind Filme, Bücher, Musik da. Für solche Dinge und noch viel mehr. Es lebe die Kunst. Und die Liebe! Dazu:

LiebeKunst

Kunst ist eine Qual,

sagst du,

Kunst, das sind Schmerzen,

ist Leid, Trauer, Depression,

sagst du,

Kunst ist ein weißes Papier,

eine leere Leinwand,

sagst du,

Kunst ist, diese Qualen durchzustehen.


Liebe ist eine Qual,


sage ich,

Liebe, das sind Schmerzen,

ist Leid, Trauer, Depression,

sage ich,

Liebe ist ein weißes Papier,

eine leere Leinwand,

sage ich,

Liebe ist, diese Qualen durchzustehen –

mit dir!

Donnerstag, 18. März 2010

Und wie geht es...

... jetzt weiter mit Marianna und Falk?
Was arbeitet Marianna?
An welcher Krankheit leidet sie?
Wird sie Falk wiedersehen?
Was sagt ihr dazu?
Jajaja, ich weiß, dieser Schmerzwach versucht es immer wieder, seine Leserinnen und Leser zu aktivieren. Aber so richtig scheint er es nicht zu schaffen. Warum nur?
Ach, ich probiere es doch unverzagt. Einfach weil ich experimentierfreudig bin und das alles so einen Spaß macht...
Und morgen geht es auf die Buchmesse nach Leipzig...
Wen von euch Bibliophilen sehe ich denn da?

Falk und seine Arbeit...

...Als ihm sein eigener Psychotherapeut erzählt hatte, dass ein Bekannter eine philosophische Praxis eröffnet hatte und sich gut vorstellen könne, dass auch Falk durchaus in der Lage wäre, es demjenigen gleichzutun, dachte er zunächst, dass man gemeinsam mit den Klienten Bücher lesen, ihnen Texte empfehlen und mit ihnen über den Inhalt sprechen würde. Doch ganz so war es nicht. Die Bücher musste Falk kennen und er konnte sie ihnen auch auf Anfrage empfehlen, aber im Grunde genommen war seine Aufgabe zu fast jedem Thema seine Philosophen parat haben, um zu wissen, welche Anstöße er dem Ratsuchenden geben sollte. Natürlich war da ebenso gefragt, dass er sozusagen schnell schalten und Gedankensprünge nachvollziehen konnte. Er musste einen wachen, freien Geist haben und auf jeden Impuls reagieren und im besten Fall neue Impulse von sich aus geben, damit zum Beispiel Gedankenkreisläufe unterbrochen werden konnten. Und dabei kam wieder die Nähe zur psychologischen Praxis zutage, in solchen Fällen beispielsweise der schmale Grat zur Depression, einer sehr oft vorkommenden psychischen Störung in der heutigen Gesellschaft. Er schaute das Kind an und lächelte. Dann die Mutter. „Ach, haben Sie heute die Hausaufgaben von Fabio mitgebracht?“ Sie packte das Hausaufgabenheft aus dem Schulranzen und las die Aufgaben vor. Danach wies Falk den Jungen an, die betreffenden Hefte herauszuholen. Als das Matheheft aufgeschlagen vor ihnen lag, fragte er den Kleinen: „Na, was musst du bei dieser Aufgabe machen?“ – „Ich muss eine Textaufgabe lösen.“ – „Dann lies mal durch und sag mir, wie du das rechnen musst!“ Der Junge schaute ihn verwirrt an und meinte: „Hm, ich weiß nicht, wie das geht. Wir haben gezeigt bekommen, wie man Brüche multipliziert. Wir haben keine Textaufgaben gemacht.“ Falk schaute ihn verdutzt an und nahm das Heft in die Hand und blätterte durch. Dann las er die Aufgabe im Buch nach und sagte daraufhin: „Hören Sie mal, Frau Oles! Ich kenne diese Kollegin ja nicht, aber sie kann solche Sachen nicht aufgeben, wenn sie das nicht vorher mit den Schülern eingeübt hat. Das macht keinen Sinn. Hausaufgaben dienen dazu, Gelerntes noch einmal zu üben. Man darf nicht die Aufgabe bekommen, irgendetwas zuhause zu erarbeiten, dafür ist der Unterricht da. Wenn Fabio immer so bekloppte Hausaufgaben aufkriegt, wundert mich nicht, dass er eine Abneigung entwickelt.“ Sie schaute ihn etwas desorientiert an, so als hätte er vorgeschlagen, ihren Sohn gar nicht mehr zur Schule zu schicken. Vielleicht dachte sie sich ja: „Oh, der soll doch meinen Sohn dazu bringen, Hausaufgaben zu machen, nicht erst recht davon abhalten“ kam ihm in den Sinn, aber das war ihm egal. „Ich schlage Ihnen vor, dass sie jetzt gehen und die Eltern der anderen Kinder anrufen und miteinander ausmachen, dass niemand diese Matheaufgaben macht. Wenn die Lehrerin sich beschwert, soll sie bei mir anrufen, ich kenne die Schulleiterin – das wird also alles zu klären sein im Fall der Fälle. Ich schreibe ihr auch noch einen Brief in Fabios Heft, zusätzlich auch noch in sein Aufgabenheft, um ihn vollends von den Hausaufgaben zu befreien. Er muss heute nichts machen, außer mit mir reden.“ Die Mutter war sprachlos. Sie schluckte. Irgendwann fand sie die Worte: „Meinen Sie wirklich, dass das eine gute Idee ist?“ Er lächelte breit und sagte: „Die beste Idee! Die beste! Also, ziehen Sie los, rufen ein paar andere Eltern an und holen Sie Fabio wieder in vierzig Minuten ab!“ Sie stand langsam auf und er begleitete sie noch zur Tür.

„So, Fabio, jetzt sind wir alleine!“ Der Junge schaute ihn verunsichert an. „Bin ich gut? Tataaaa, keine Hausaufgaben heute!“ Nun strahlte der Kleine und sagte: „Geil! Du bist gut!“ – „Danke, danke! Aber sag mal, was ist denn deine Masche, nicht die Hausaufgaben machen zu müssen?“ Er zuckte die Schultern. „Okay, du probierst also alles einmal querbeet durch. Hmja, geht ja auch, etwas fällt einem immer ein. Aber genug von Hausaufgaben. Schau dich mal um, da sind einige Spiele. Such dir eines aus, das wir miteinander spielen können.“ Während Fabio die in einer Ecke ausgebreiteten Spiele durchkramte, kam Falk ein Lied von Goran Bregovic in den Sinn und bewegte sich dazu rhythmisch. Der Junge schaute ihn verwirrt an. „Ich habe gerade ein Lied im Kopf. Hm, kennst du das auch, dass du manchmal Lieder in deinem Kopf hast?“ – „Hmnein!“ – „Was geht dir denn durch den Kopf? Bilder? Geschichten? Gar nichts?“ Er überlegte und fing dann an zu lächeln: „Also, manchmal sehe ich Bilder von meinen PSP-Spielen im Kopf.“ – „Ach nein, wirklich? Spielst du dann in Gedanken? Also, überlegst du, was du drücken und wie dann weitergehen müsste?“ – „Ja, genau!“ rief Fabio. „Siehst du, so ähnlich ist das bei mir mit Szenen aus Filmen und Liedern. Es ist ein schönes Gefühl, oder?“ – „Ja, sehr!“ – „Ich habe einen Vorschlag für dich: das nächste Mal bringst du ein paar Spiele mit. Mein Nachbar hat eine PSP – die werde ich mir dann ausleihen und wir spielen ein bisschen.“ Der Kleine nickte glücklich. „Und was spielen wir jetzt? Das verrückte Labyrinth? Das mag ich auch gerne.“ Das Ziel musste also sein, nicht nur die Kompetenzen, die Fabio beim PSP spielen hatte auf die Hausaufgaben zu übertragen, sondern auch die Motivation und das Interesse, das er da zeigte. Nur wie? Ja, das war die große Frage. Dass er an den Jungen rankommen würde, war keine Frage. Wieso er keine Hausaufgaben machen wollte, würde bald ans Licht treten, da machte er sich keine Gedanken, er fragte sich eher, ob die Mutter mit diesen Methoden einverstanden war. Ach, scheiß drauf, dachte er sich. Ich mache, was ich will. Beziehung aufbauen, Zugang finden und dann versuchen, einen Weg zu mehr so genannter intrinsischer Motivation bei dem Jungen zu finden. Das war schwer genug. Aber da würde er sich noch etwas überlegen. Jetzt versuchte er erst einmal, während er mit ihm spielte, herauszufinden, welche Interessen Fabio hatte, wer mit ihm befreundet ist, welche Fächer er mag oder nicht mag, wie er mit seinen Eltern und seinen Geschwistern auskam – kurz: einen Einblick in sein Leben zu gewinnen...

Mittwoch, 17. März 2010

Der Falk...

...Das Läuten der Türglocke riss ihn aus seinen Träumen. Oh nein, dachte er sich, ich habe meinen Termin völlig vergessen; allerdings ist das, wenn man seine Praxis in der eigenen Wohnung hat, nicht ganz so fatal. Er stolperte zur Tür und betätigte den Summer, damit seine Klienten in das Haus treten konnten. Wer war es noch einmal? Ach ja, er wusste es wieder: Ein kleiner drolliger Junge und seine Mutter, die auf ihn einen weit problematischeren Eindruck machte als der Kleine. „Kommen Sie doch herein!“ forderte er die beiden auf. Er öffnete die Tür zum so genannten Behandlungszimmer und hieß sie, sich zu setzen. „Machen Sie es sich bequem! Fabio, du kannst dich hinsetzen, wohin du möchtest!“ Falk hatte darauf geachtet, dass es möglichst viele verschiedene Sitzmöglichkeiten in diesem Raum gab. Im Grunde genommen waren in diesem Raum nur Sitzmöbel zu finden, Sitzsäcke, Drehstühle, Sessel, ein Schaukelstuhl, eine Recamiere und ein kleiner Tisch, auf dem Bücher und Zeitschriften auslagen. Er hatte kein Wartezimmer, dafür standen vor dem Behandlungszimmer zwei Holzstühle. Seine Klienten durften sich gerne kennen lernen, sie waren nicht „krank“, teilweise noch nicht einmal „Fälle“ für einen Psychologen oder eine Psychotherapeutin. Falk nannte seine Praxis eine philosophische Praxis. Die Zielgruppe waren Menschen, die metaphysische Fragen hatten, die über ihr Leben, über ihre Ziele, über den Sinn und Unsinn ihrer Handlungen und Unterlassungen nachdenken wollten, die vielleicht eine Traurigkeit, eine Melancholie fühlten, oder aber auch eine Leere. Menschen, die neue Wege suchen und betreten wollten, die einen weiteren Horizont erklimmen mochten. Aber seine alten Kollegen, die Schulsozialarbeiter der Umgebung schickten ihm immer wieder Schülerinnen und Schüler, bei denen sie Schwierigkeiten hatten oder deren Eltern unbedingt Hilfe „von außen“ in Anspruch nehmen wollten. Das waren dann häufig Kinder, die entschieden sympathischer und meist weniger schwierig als die Eltern waren. Vielleicht lag das auch eher an ihm selbst, der mit Erwachsenen nicht so gut auskam. Erwachsen sein war nicht das, was er für sich anstrebte. Vernünftig sein, war nicht das, was er für nötig hielt, um ein schönes oder glückliches Leben zu führen. Ihn machte – meist zumindest – froh und glücklich, dass er nicht mehr jeden Tag zur Arbeit musste, dass er seine Praxis in der Wohnung hatte, genauso wie sein Büro, dass er gleichzeitig auch als Küche benutzte. Er hatte nie mehr als zehn Termine die Woche, ansonsten schrieb er für pädagogische und philosophische Zeitschriften Artikel. Auch da hatte er eine freie Zeiteinteilung. Natürlich gab es da Deadlines, aber er hatte immer genügend Puffer, er nahm nie zu viele Aufträge gleichzeitig an. Die Kinder brachten zwar nur ein kleines Honorar ein, die Artikel wurden nicht viel großzügiger entlohnt, doch wenn er es schaffte, ein paar Großverdiener als Klienten an Land zu ziehen, dann konnte er seinen nicht geringen Stundensatz ohne schlechtes Gewissen einfordern – und damit konnte er sich ganz gut über Wasser halten. Als er noch in der Schule gearbeitet hatte, gab es häufig Diskussionen zwischen ihm und seinen Schülern, die als Lebensziel immer wieder angaben, möglichst viel Geld anzusammeln. Er fragte daraufhin stets: „Und was machst du mit dem vielen Geld, wenn du keine Zeit hast, es auszugeben? Was machst du, wenn du jeden Tag zwölf Stunden schuften musst, manchmal auch am Wochenende? Was bringt dir dann das große Haus, das schöne Auto und der Riesen-Fernseher?“ Zeit war ein viel größerer Luxus für ihn und er wartete sein vorheriges Berufsleben immer nur darauf, möglichst daraus auszubrechen, aus diesem täglichen Einerlei, dem ständigen morgens um die gleiche Uhrzeit aufstehen, mit der gleichen Straßenbahn an die gleiche Arbeitsstelle fahren, mit den gleichen Leuten zu tun haben, die ewigen Hindernisse, weil man mit anderen Menschen zusammenarbeiten musste, die undurchschaubar waren, ständig etwas anderes dachten und machten als er. Sein großer Vorteil als praktischer Philosoph war, dass er sich nicht in eingefahrenen Schienen bewegte, dass er keine Ideen hatte, welche Ratschläge er berufsbedingt geben musste, vor allem wusste er oft nicht, was „man in solchen Fällen zu tun hat“. Sein Job ähnelte dem des Psychologen, aber es war noch offener, die Gespräche, die manchmal kaum Beratung genannt werden konnten, unbelasteter. Selbstverständlich waren die Klienten gelegentlich in existenziellen Krisen, weinten in Sitzungen oder waren am Rande des Zusammenbruchs, aber wenn das passierte, riet er ihnen zusätzlich einen Psychotherapeuten hinzuzuziehen, oder er gab ihnen einen Termin gleich für den nächsten Tag und suchte in der Zwischenzeit Texte, Filme und Lieder, die den Klienten oder die Klientin aufmuntern konnten. Schließlich waren die meisten, die den Weg zu ihm fanden, genau deswegen zu ihm gekommen...

Montag, 15. März 2010

Tanzträume...

Die grandiose Tänzerin und fabelhafte Choreografin Pina Bausch verstarb am 30. Juni 2009 unerwartet. Eine große Künstlerin ist damit von uns gegangen. Tagelang waren die Feuilletons der wichtigsten Zeitungen gefüllt mit biografischen Artikeln und großen Lobeshymnen auf ihr künstlerisches Werk. Mit TANZTRÄUME – JUGENDLICHE TANZEN KONTAKTHOF VON PINA BAUSCH können wir nun ab dem 18. März im Kino ihr Vermächtnis bestaunen.
Wieso Vermächtnis? Das Stück KONTAKTHOF wurde bereits 1978 in Wuppertal uraufgeführt.

„Kontakthof ist ein Ort, an dem man sich trifft, um Kontakt zu suchen. Sich zeigen, sich verwehren. Mit Ängsten. Mit Sehnsüchten. Enttäuschungen, Verzweiflungen. Erste Erfahrungen. Erste Versuche. Zärtlichkeiten und was daraus entstehen kann.“

Das sagte die Künstlerin selbst über das Stück, das sie 1999 noch einmal aufführte. Diesmal als Projekt mit einer ganz besonderen Gruppe von Menschen: Mit Tanzamateuren im Seniorenalter. Es hieß dann KONTAKTHOF. MIT DAMEN UND HERREN ÜBER ´65. Es wurde ein Riesenerfolg. 2008, dreißig Jahre nach der Uraufführung dann entschloss sie sich, das gleiche Stück mit Jugendlichen aufzuführen. KONTAKTHOF. MIT TEENAGERN AB ´14 vereinigte 46 Jugendliche zwischen vierzehn und siebzehn Jahren von zwölf Schulen Wuppertals. Die Schülerinnen und Schülern waren nicht nur unterschiedlichen Alters, sondern aus unterschiedlichen Schultypen, Schichten und Kulturen zusammengewürfelt.

Was ist das Spannende an diesem Projekt? In diesem Stück geht es um erste Berührungen, Suche nach Zärtlichkeit, Zweifel, Verletzungen, Einsamkeit und um das Verhältnis von Mann und Frau. Während die Seniorinnen und Senioren mit sehr viel Lebenserfahrung aufwarteten, mussten nun junge Menschen sich mit diesen schwierigen Themen auseinandersetzen, die noch teilweise sehr wenig Menschenkenntnis und Erfahrungen haben. Ein diffiziles Thema. Ein pädagogisches Thema, das nicht nur von Pina Bausch, sondern vor allem den beiden ehemaligen Bausch-Tänzerinnen Jo Ann Endicot und Bénédicte Billiet sehr viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Tänzerinnen und Tänzern abnötigte.


Fingerspitzengefühl mussten auch der Kameramann Rainer Hoffmann und die Regisseurin Anne Linsel aufbringen, als sie fast ein Jahr lang die Proben und die Aufführung filmisch begleiteten. Anne Linsel, die auch das Drehbuch zum Film schrieb, bewies dabei sehr viel Sensibilität und Zurückhaltung. Solche Themen, die im Privatfernsehen oft reißerisch gezeigt werden, wurden hier mit leisen Stimmen und viel Respekt den Jugendlichen gegenüber aufgenommen. Immer wieder werden kleine Gespräche mit einzelnen Jugendlichen, die in deren Privatleben gefilmt wurden, einbezogen. Gespräche, in denen es um die ersten Erfahrungen mit dem Stück ging, aber auch die vom Umfeld der Jugendlichen handelten, die nicht immer ein leichtes Leben hatten.


Intensiv, aber doch wieder mit dieser sensiblen Zurückhaltung, wurden die Proben zu den Knackpunkten des Stückes gefilmt. In der Szene „Männer an Mädchen“ sollte ein trauriges Mädchen getröstet werden. Zuerst von einem Jungen, der sie vorsichtig streichelt, ein anderer, der sie kurz berührt, bis dann jeder der dreizehn Jungen sie anfasst, überall und immer heftiger. Zartheit wird wilde Aggression. Die Jungen taten sich hier schwer, zwischen Rolle und Realität zu unterscheiden und so entschuldigte sich jeder rührend bei dem „traurigen Mädchen“ mit Worten wie „Wir meinen das nicht so, wir wollen dir nicht weh tun“. Oder in der Szene als zwei Jugendliche, ein Junge und ein Mädchen, sich jeweils bis auf die Unterhose ausziehen sollen, verführerisch, flirtend, langsam. Nie werden die Jugendlichen vorgeführt. Immer bleibt der Respekt erhalten. Auch hier war dies der Fall.
Besonders gelungen ist die Auswahl der Szenen aus dieser Fülle an Material. Es wird nie langweilig, bleibt immer spannend, man fiebert mit den Jugendlichen mit, man wird in dieses Tanzprojekt hineingesogen.

TANZTRÄUME – JUGENDLICHE TANZEN KONTAKTHOF VON PINA BAUSCH der Regisseurin Anne Linsel kommt am 18. März in die Kinos. Unbedingt anschauen, wenn die Möglichkeit dazu besteht.

Sonntag, 14. März 2010

Falk ist verliebt... in Marianna

...Als er sich auf seinen Drahtesel schwang, wurde es ihm immer mehr zu einer sicheren Erkenntnis, dass er nur wegen Marianna hier gewesen war, es hatte ihn etwas an diesen Ort getrieben, um für sie da zu sein, und das machte ihn fröhlich. Seinen Körper durchfluteten Glückshormone und er fühlte sich beseelt und kraftvoll. Allerdings auch gedankenvoll: Was war dieses Etwas? Schicksal? Gott? Er hatte Lust, in die Bibliothek zu fahren und mehr darüber zu erfahren. Schließlich: was gab es Schöneres als an einen Ort zu gehen, an dem es viele Bücher zu allen Themen gab, die die Menschheit interessierte. Auch deswegen mochte er Großstädte: üblicherweise gab es einfach mehr Möglichkeiten, Bücher auszuleihen, mehr Bibliotheken, größere Vielfalt, Spezialisierung. Er liebte es durch Bibliotheken zu streifen, viele verschiedene Bücher in die Hand zu nehmen, sich hineinzulesen, um zu entscheiden, welche Werke er mit nach Hause nehmen könnte, um sich die nächsten Tage oder gar Wochen damit zu vergnügen. Meistens las er mehrere Bücher gleichzeitig und fragte sich stets, wieso dies seine Mitmenschen merkwürdig fanden, da kämen sie ja ganz durcheinander mit den verschiedenen Inhalten. Doch, so sagte er sich, haben diese Leute auch viele
Freunde, mit denen sie tagtäglich zu tun hatten, die ebenso sich voneinander unterscheidende Biografien hatten und ebenso unterschiedliche Geschichten erzählten. Bücher sind für mich wie Freunde, dachte er sich. Doch es ging noch weiter: er hatte das Gefühl, dass er sich besser die Geschichten und Lebensläufe der fiktiven Figuren aus den Büchern merken konnte, als die von den vielen Menschen, denen er in seinem Alltag begegnete. Vielleicht weil man in Büchern in die Köpfe der Beteiligten sehen kann, zumindest wenn es einen allwissenden Erzähler gibt. Und bei Sachbüchern, zumal er zwangsläufig am häufigsten psychologische, philosophische und pädagogische Fachbücher las, erfuhr er viel über menschliche Verhaltensweisen und Gedankengänge. Doch es war wie damals, als er Einführungen ins Schachspiel las, um besser spielen zu lernen: die Gegner, die noch größere Laien waren, zogen nie so, wie sie es nach den Büchern sollten und zerstörten damit seine Taktiken, was ihn natürlich sehr irritierte. Ebenso verhielt es sich mit dem Verhalten der Menschen im wahren Leben. Falk konnte erst im Nachhinein etwas damit anfangen. Wenn er sich dann überlegte, wieso die Personen so reagiert hatten. Wie beim Schach: wenn er danach die Spielzüge analysierte, entdeckte er Muster, die in den Büchern beschrieben wurden. Waren Menschen hinterher böse auf ihn, konnte er sich viele Theorien überlegen, wieso das der Fall war. In dem Moment wäre er nie darauf gekommen, dass er das eine oder andere am besten unterlassen hätte. Dies alles überlegte er sich, während er fuhr, und wunderte sich wie rasch diese Fahrt ihn an sein Ziel führte.

Nach dem Bibliotheksbesuch fühlte er sich völlig überreizt. Er setzte sich erst einmal in sein Wohnzimmer, das er gemütlich nach seinen eigenen Vorstellungen eingerichtet hatte und in dem der Plattenspieler die einzige Zerstreuung bot, abgesehen von den zwei Bildern, die an der Wand hingen und von seiner Schwester gemalt worden waren. Falk brauchte einen Raum ganz ohne Bildschirm, in dem er in seine eigenen Fantasien verschwinden konnte, in die Geschichten der Bücher, die er stapelweise auf dem Tisch und den Kommoden liegen hatte. Und wenn seine Augen müde wurden, schaute er sich eines der beiden Gemälde an und versank darin. Oder er wanderte in Gedanken auf den Klangteppichen der Lieder, die vom Plattenspieler her auf ihn eindröhnten. Seine Sammlung hörte mit Werken aus dem Jahre 1992 auf. Er hatte einige schöne Platten aus der Hippie-Zeit, zum Beispiel sein Liebling von Genesis: Trespass, eindeutig die schönste und emotionalste Platte von ihnen, zumindest nach seiner Meinung, damals noch ohne Phil Collins. Bei „Visions of Angels“ sahen bestimmt alle Menschen die Engel vor sich schweben, die Instrumentalpassage und der Refrain des Liedes sind so bombastisch kitschig – das passte auf jeden Fall in die Himmelsvorstellung des jungen Mannes: androgyne, ephemere Wesen mit blonden Locken, die nicht redeten, sondern mit zarten Stimmen sangen, wenn sie etwas kundtun wollten. Manche hatten auch kleine oder größere Instrumente bei sich, Harfen, Zimbeln, Gitarren, und spielten leichthändig süße Melodien, während sie vor sich hinlächelten. Oder er verwechselte da etwas. Mit dem Musikantenstadel oder Woodstock. Ihm gefiel diese Vorstellung aber. Was würde Marianna dazu sagen? Er kannte sie nicht, wusste noch nicht einmal, warum sie geweint hatte. Falk schloss die Augen und vergegenwärtigte sich noch einmal das Geschehene. Mit dem Rücken auf dem Waldboden liegend schaut er gen Himmel und sieht riesige Seifenblasen Richtung Wolken ziehen. In ihnen bewegen sich Menschen, manche panisch, andere mit anmutigen Bewegungen. Er sieht auch Marianna, die wild hin und her hüpft und dadurch die Seifenblase schneller vorantreibt, sie lacht dabei herrlich kindlich und streckt den anderen immer wieder ihre Zunge entgegen...