Montag, 31. Januar 2011

Kitchen stories THREE (in der artempire)

Wollen wir nicht alle in die Öffentlichkeit, wenigstens fünfzehn Minuten Aufmerksamkeit, ganz nach Andy Warhol? Nein, sicherlich nicht jeder, bestimmt nicht, aber diejenigen, die musizieren, schreiben, malen, zeichnen, bildhauern, installieren, singen, filmen, fotografieren... möchten es. Dafür braucht es natürlich Leute, die dies ermöglichen, wie zum Beispiel Dominic von artempire: Unser Ziel ist es, die Arbeiten noch unbekannter Bands, Autoren, Photographen, Graphiker und anderweitig kreativer Köpfe einem breiten, interessierten Publikum zugänglich zu machen. In unserer zweimonatig erscheinenden Printausgabe habt ihr die Möglichkeit euren Teil dazu beizutragen. Aber Dominic wäre nicht Dominic, wenn er nicht die Möglichkeit bieten würde, diese Print-Ausgabe auch über das Internet lesen zu können, obwohl natürlich dieses schöne Heft gedruckt viel besser aussieht: http://www.artempire.de/pdf-downloads/13:11.pdf. Eine gute Sache. Er stellt auf seiner Seite auch Künstler vor, so als kleines lustiges Beispiel: http://www.artempire.de/kuenstler-autoren-und-schriftsteller.php?artistid=49.

Wieso Kunst produzieren, es gibt doch schon so viel davon, könnte man fragen, wieso muss denn jeder Hinz und Kunz eine Plattform bekommen? Wieso sollte das so wichtig sein? Welche Funktion hat denn Kunst? Dazu sagt Burkhard Schlothauer:  

Die Kunst in der Übergangszeit zur offenen Gesellschaft, hat die Funktion, menschliches Fühlen und Denken zu entfesseln, zu befreien, zu sensibilisieren oder zu veredeln. Kunst ist Spiegel menschlichen Denkens und Fühlens, ein kognitiv-sinnliches Laboratorium. Die Entstehung der Kunst ist eng mit der Mensch-Werdung verknüpft, und das Mensch-Sein ist ohne Kunst nicht denkbar. Aus dieser Koppelung resultiert eine Verantwortung des Künstlers gegenüber der Gesellschaft. Nachzulesen hier: http://www.kompositionskunst.de/Texte/Zur%20Funktion%20zeitgemaesser%20Kunst.pdf.

Sonntag, 30. Januar 2011

Sonn-Tage wie dieser

Die Sonne schien heute wohl - aber weil es zu kalt war, bin ich nicht raus. Der ganze Tag lag vor mir, und ich dachte: Nutze ... - nein, ich werde nun nicht das "Carpe diem" herausholen, denn das ist absolut Panne, das machen nur peinliche Möchtegern-Intellektuelle. Aber sagen wir, wie es ist. Sonntag ist zwar zum Gammeln da. Für die meisten Menschen. Doch nicht für mich, ich möchte das nicht wahrhaben. Ich denke mir nur: Sonntag ist ein ganzer Tag lang der Tag vor dem Montag, der der schlimmste Tag der Woche ist, denn da muss man zur Arbeit gehen, etwas, was man sich meiner Meinung nach wirklich sparen könnte. Also, ein ganzer Tag, an dem man so viel sinnvollere Sachen machen könnte. Einen Tag, den man nicht so sinnlos verplembern muss wie den Montag. Ein Tag, der ein guter Tag ist. Was ich alles machen könnte: Das Jugendbuch überarbeiten, eine neue Erzählung schreiben, Texte für die Dissertation lesen und vor allem exzerpieren, zwischendurch Romane lesen, ein wenig gammeln ist ja gestattet. Doch an Sonn-Tagen wie diesem geht das alles nicht so gut. Zu erschöpft war ich von diesen anstrengenden letzten Wochen, zu müde fühlte ich mich, zu leer. Und da kann man nicht schreiben, nicht produktiv sein, anstattdessen schaute ich auf VOX Goodbye Deutschland an, schlief ein zwei Stunden, twitterte, facebookte, aß mehrmals am Tag... und jetzt, und jetzt ist schon wieder fast Sonntag abend, Zeit für die Sonntag abend-Gefühle. Und ich denke: SHIT! Wieder den Tag nicht ausreichend genutzt! Aber gleich, versuche ich mir Mut zu machen, gleich geht es los, meine Muse und meine Muße kehren gleichzeitig zurück...

http://schmerzwach.blogspot.com/2009/12/sonntagabend-gefuhle.html

IBES - wie wird es ohne dich sein?

22:23 Oh, ich werde dieses Dschungelcamp vermissen! Mensch ey, was werde ich ohne es machen?
22:25 Jay und Indira treffen sich: die spielen ganz schlecht, allesamt!
Oh, ihm geht es nicht gut! Ooooooohhhhhh! ;-) Ist ja klar, dass Jay nicht den Betrug zugeben kann, vollkommen klar!
22:27 Peer muss gewinnen! Der ist süß, auf seine leicht schräge Art...
22:31 IBES ist wirklich kreativ, sieht man gerade wieder an der Titelwahl der Prüfungen. :-)
22:32 der Ruppi ist echt dumm wie Brot. Schlimm! Peinlich! und die Katy nervt mich, diese armselige "Machete".
22:33 Peer wird nach Meinung der Twitterer gewinnen, das ist jetzt schon offensichtlich! Gut so! Unwichtig zwar, aber gut: Wenn man es schon schaut, dann richtig, mit Emotion und so!
22:36 Ein lustiger Tweet von einem Bekannten, der Jay nicht nur als Warmduscher bezeichnet, sondern ihn auch nicht in "unserer Partei" haben möchte. Was meint er nur damit?
22:37 Hoffentlich versagt der Ruppi, die Knallbirne.
22:38 Ich denke, die ganze Zeit schon: Wie nötig muss man es haben, solche ekligen Prüfungen zu bestreiten. Ich hätte öfter die "Sarah gemacht". :-)
22:42 Naja, schlecht war es ja nicht. Ich hätte ein paar mal gekrischen, und ich hätte nix in den Mund genommen. ;-) Geteert und gefedert! Wie bezeichnend für IBES. HAHAHA. Und dann noch das Lied dazu: I´m a creep von Radiohead. Hahahaha.
22:44 Ich finde die Zietlow und den Bach witzig. Die machen so viele medienkritische Witze, das finde ich gut. Naja, manche Witze gehen daneben, aber insgesamt...
22:46 Ruppi: "Terrarariehn" :-))))
22:47 auch ein witziger Tweet eines Twitterers: "Das einzige, was mich an der Teilnahme am Dschungelcamp hindert, ist, dass ich nirgends ungestört onanieren kann." ;-)
22:56 Katy muss eklige Sachen essen. Iiiieeeeeeh! Ich gönne es ihr aber. Alter Walter! ;-)


23:00 Das finde ich gut mit dem Pendant. Witzig! Hihi.
23:01 Diese Fress-Prüfungen sind echt so eklig, da kann ich gar nicht hinschauen. Nie und nimmer würde ich das essen! Sie kotzt! Wie geil! Sie kotzt!
23:03 Die frisst einen Wurm, wie widerlich! Und macht so wie der Jay sonst immer. Was ist ekliger?
23:08 Kamelblut trinken, ja, klar. Ich fürchte mich auch vor der Machete! 
23:10 Schafshirn hätte ich erstrecht nicht gegessen. 
23:12 Hahaha. Die beiden sind so gemein, je gemeiner desto besser, Zietlow und Bach. Und jetzt kotzt sie wieder!
23:13 Hirschpenis essen ist kein Zuckerschlecken, sagt Katy. Bescheuert!
23:15 DAS ist die schlimmste Prüfung, armer Peer! Oh Mann, wie schrecklich, im Grab liegen, fünf Minuten lang, und dann diese schlimmen Viecher drüber. Ieh!
23:19 RATTEN! Und wie viele! SCHLIMM!
23:24 Endlich draußen, der arme Peer hat es geschafft! Ich mag ihn. Du sollst gewinnen!
23:27 Peer vergrößert seinen Vorsprung! Das freut mich! :-)
23:28 EIN TISCH. Katy mit ihrer tiefen Stimme. Plötzlich sind sie die besten Freunde, die 3. :-)
23:30 Spinnt die Katy denn total? Ihr schmeckt wohl Hirschpenis jetzt besser als Pommes und Bratwurst! Geht es noch?! 
23:34 Ruppi ist DRITTER! Gut so, der Dumme war schon viel zu lang drinne, der hat Indira den Platz im Finale gestohlen. 
23:37 Die Musikuntermalung auf IBES ist echt gut!
23:40 Peinliche Katy - für dich ruft eh keiner an! Was ne dumme Ansage mit der "ewigen Zweiten". Ich weine gleich! ;-)
23:47 Der Countdown läuft. PEER gewinnt, sage ich!
23:49 Wie kann das Dschungelcamp eine großartige Zeit gewesen sein? Verstehe ich nicht!
23:50 Wie Peer wieder süß lächelt!
23:52 PEER hat gewonnen! Unwichtiger Titel, aber mich freut es trotzdem für den Kleinen.
23:54 Katy sagt, dass Peer von Anfang an der Favorit. Jetzt auf einmal! Schlange! Schlampe! Spinnerin!
23:55 Bei den Twitterern wird der Sieg Peers so kommentiert: Ein Sieg der Menschlichkeit! Große Worte!
23:56 Ein anderer Twitterer: "Peer-fekt"
23:58 Ein Zusammenschnitt, der noch einmal zeigt, wie verdammt liebenswert und crazy sich Peer die letzten Tage verhalten hat. Ich glaube ja, dass jeder sein Drehbuch hatte, zumindest wurden Rollen festgelegt. Eine Dramaturgie wurde auf jeden Fall vorher beschlossen. Aber egal wie! Er hat es gut gemacht, er kam gut rüber, und ihn wollten die meiste gewinnen sehen! 

Samstag, 29. Januar 2011

BEAT Generation - Schreiben, saufen, huren -2-

Allen Ginsberg sagt in HOWL, dass er sich in Jack Kerouac verliebt hatte... Kennengelernt hatten sie sich durch Lucien Carr: Allen Ginsberg, Jack Kerouac und William S. Burroughs. Allen Ginsberg war auch der erste, der über Lucien Carr und dessen Mordtat schrieb... Doch während bei Allen Ginsberg verhindert wurde, dass er weiter darüber schreibt - sein Professor an der Uni versuchte ihn davon zu überzeugen, dass seine Erzählung darüber zu obszön sei - veröffentlichten William S. Burroughs und Jack Kerouac ihr gemeinsames Erstlingswerk über die Geschichte von Lucien Carr und David Kammerer. Allerdings auch erst sehr viele Jahre nach Beendigung ihres Werkes. Beide waren von diesem Thema sehr fasziniert, versuchten immer wieder ihr Manuskript bei einem Verlag unterzubringen. Jahrzehntelang lehnten Verlage dieses Buch ab, weil sie daran zweifelten, es verkaufen zu können...

David Kammerer war ein Lehrer in St. Louis und stand nachweislich auf sehr junge Männer, um nicht zu sagen Teenies. Er lernte Lucien Carr auf einem Jugendlager kennen und begann ihn obsessiv zu lieben, wobei er auf wenig Gegenliebe stieß. Als Carr später von Stadt zu Stadt weiterzog, verfolgte ihn Kammerer und ließ sich auch wenig davon beeindrucken, dass Lucien eine Freundin namens Celine hatte. Eines Nachts im Jahre 1944 trank Julien mit seinen Freunden in einer Kneipe, Kammerer stieß dazu und sie tranken bis zum Morgengrauen weiter. Dann gingen sie in den Park. Und da passierte es: Kammerer machte Carr eine Liebeserklärung und näherte sich ihm, und dann begann der tödlich endende Kampf.

Burroughs und Kerouac erzählen abwechselnd die Carr/Kammerer-Geschichte. Das Alter Ego von Burroughs ist dabei "Will Dennison" und dasjenige von Kerouac "Mike Ryko". Nun, dieser Roman, der die Tatsachen des Mordes etwas verändert, ist vielleicht nicht der beste Roman der Beat-Generation, aber trotz allem vielleicht der wichtigste, denn Experten behaupten tatsächlich, das ein Mord die Beat-Generation hervorbrachte...

Ich mochte das Buch aus mehreren Gründen! Um beim letzten zu beginnen: das Nachwort von James Grauerholz, dem Lektor dieses Werkes im englischen Original, ist sehr erhellend und spannend. Ich mochte auch daran, dass das Schreiben, das Veröffentlichen thematisiert wurde. Zum Roman selbst: Ich mag das Schreiben der Beatniks, ihre Themen, ihre lockere Art, ihre Ehrlichkeit, ihre Authentizität, die ständig thematisierte Sexualität, die Drogen... Es macht mir Spaß, mit ihnen durch das Leben zu wirren, verwirren, zu straucheln... Ich mag das Bohemehafte, mag das hedonistische Moment. Ich mag es, dass alle versuchten Künstler zu sein, auf die eine oder andere Weise, dass sie so viel zusammensaßen, über Kunst redeten, über das "wahre Leben", dass sie lebten, und nicht nur arbeiteten und gute Mitglieder der Gesellschaft, wie die meisten Menschen, die ich kenne...

Freitag, 28. Januar 2011

Darkroom Diaries - 4 -

So etwas ist mir noch nie passiert, sagte mir Jott A. vor seiner nächsten Erzählung, also wirklich nicht, DAS ist nun absolut unüblich in Darkrooms, aber man lernt nie aus, es gibt die ungewöhnlichsten Dinge... Jott A. ist vielleicht nicht der attraktivste Mann der Welt, aber er hat etwas im Blick, so dieses Verruchte, das Sexuelle, vielleicht das, was ich nicht so habe, er hat es in ganz besonderem Maße. Jott A. erzählt, wie er vor einigen Jahren ins Chango nach Frankfurt, in der Bahnhofsgegend, mitgenommen worden ist. Er wusste vorher nicht, um was es da ging, seine jungen Kumpels sagten nur: Geile Mucke, geile neue Partyreihe, auf mehreren Ebenen, Dancefloors und ein Darkroom. Das reichte ihm an Information, dem Jott A. Darkroom, lecker, sagt er zur Bestätigung. Die Disco war voll, und ich ergänze dabei im Kopf: Ja, wie immer, wenn in Frankfurt eine neue Party an den Start geht, zwei Monate später brauchen die Schwuppen wieder etwas Neues! Jott A. sagt, geil, wieviele junge, gutgebaute Typen da waren, aber die Musik... Die Musik war schrecklich, nichts für mich, viel zu viel Bummbumm, viel zu wenig Rhythmus und gute Laune. Aber die nackten Oberkörper entschädigten ja. Und der Darkroom, der tatsächlich sehr groß war, allerdings nicht ganz so dunkel wie sonst, da der Raum sonst anderen Dingen diente. Die Veranstalter waren einfallsreich, erzählt er mir, sie hatten so Pappwände aufgebaut, darin kleine Löcher in der richtigen Höhe, Gloryholes,in die tatsächlich Leute ihre Schwänze taten... 

Man konnte sich umschauen, und manchmal mehr als Schemen erkennen, viele geile Typen waren nackt, sagt er, und einer verfolgte mich, aber so ganz verschämt. Ich schaute mich um, während er hinter mir her schlich, und schaute ihm überraschend in die Augen, die ich ganz schwach erkennen konnte, berichtet Jott A. Spannend, denke ich, und dann? Und dann, sagt er, dann nimmt er meine Hand, wir gehen in eine Ecke, er berührt mich am ganzen Körper, zwickt leicht in meine Nippel, streichelt mich in der Bauchgegend, kitzelt zärtlich meinen Bachnabel. Ich denke, sagt er, um Gottes willen, so etwas ist mir j anoch nie im Darkroom passiert, so viel Zärtlichkeit, doch es geht so weiter, er tut seine Hand in meine Hose, reibst meinen Schwanz ganz zärtlich, während er meinen Hals liebkost, er haucht mir in das rechte Ohr, zart, gefühlvoll, ja, gefühlvoll trifft es, und ich fühle mich gleichzeitig gerührt, und aufgegeilt, ich, der sonst nur auf harten Sex steht, nicht auf solches Blümchen-Zeug, doch dieser Typ macht mich an mit seiner Art. Dabei ist er sonst nicht mein Typ, nicht jünger als ich, nicht dünner als ich, eigentlich sogar etwas moppeliger als ich, der Bärchen-Typ, aber ein süßer Bär... Obwohl das alles so harmlos ist, so etwas wie Zeltlager-erstes-Mal-gegenseitig-einen-Runterholen-Sex, komme ich so intensiv, so schnell wie lange nicht mehr. Ich komme in seiner Hand und er nimmt dieses Sperma und rubbelt dann seinen Schwanz und kommt mit einem leichten Aufstöhnen. Danach küsst er mich auf den Mund, ohne Zunge, ganz zärtlich, wie ein Partner, mit dem man sein Leben verbracht hat, liebevoll, wenn man es nicht besser wüsste, und sagt: Danke. Und geht dann. Jott A. sagt: Du wirst es vielleicht nicht wissen, schmerzwach, aber so etwas ist sehr unüblich, das war das erste Mal, dass ich so etwas erlebt habe... Denn das krasseste war, dass ich ein besonders warmes Gefühl plötzlich hatte, so etwas wie Zuneigung, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich es Verliebtheit nennen. Aber wie ist so etwas möglich? Ich habe ihn den ganzen Abend im Django gesucht, aber nicht mehr wiedergesehen, wahrscheinlich ist er gegangen, nachdem er im Darkroom gekommen ist.

Donnerstag, 27. Januar 2011

BEAT Generation - Schreiben, saufen, huren -1-

Nordend. Das Mal Seh´n Kino in Frankfurt. Einst mein zweites Wohnzimmer, damals vor dem schönsten Mann der Welt. Ein schönes Programm, bisher habe ich nur gute Filme da gesehen. 

Howl - Das Geheul. Allen Ginsberg. Den Film von Rob Epstein und Jeffrey Friedman sah ich Montag im Mal seh´n. Wundervoll. Der Film - ein Gedicht. Dieser Film ist ein Spiel, ohne ein Spielfim zu sein. Ein Gedicht wird vor Gericht angeklagt, wegen Obszönität. In diesem Film wird diese Verhandlung nachgestellt, genauso wie ein Interview mit Allen Ginsberg, gleichzeitig werden aber auch die Verse von "Howl" animiert, visualisiert, mit cooler Jazzmusik unterlegt. 

Sie waren jung und sexy, verrückt und drogenabhängig, widerlich und schön: die Autoren der Beat Generation. Beat, das war ein Lebensgefühl, die Rebellion einer ganzen Generation gegen die Prüderie des Nachkriegs-Amerikas der fünfziger Jahre. Es waren Bohemians und Hedonisten, die ihre Sexualität frei auslebten, die Drogen nahmen, die gegen den Kapitalismus waren - und über all das offen schrieben. (http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,737999,00.html) 

Ein Bohemian möchte ich sein, und Hedonist, ein Schriftsteller, verrückt möchte ich sein, sexy auch?, na, kann nicht schaden. ;-) Schreiben möchte ich. So wie sie es taten. Voller Inbrunst, voller Engagement. Auch heute gibt es einen Perspektivwechsel, einen, der vielleicht auch ein bisschen von den Bloggern kommt, nicht von mir, ich bin "ein Nachmacher", von der Blogger-Generation vor mir. Jeder ist ein Künstler, und jeder hat die Möglichkeit, sich medial zu präsentieren, sich selbst darzustellen. Und das tun wir, das tue ich. Und ich möchte Genre aufbrechen. Beispielsweise subjektive Kritiken über Bücher und Filme schreiben, ichbezogen, meine eigene Geschichte hineinbringen, denn darum geht es doch beim Lesen, beim Geschichten erzählen - Welten miteinander zu vermischen. Etwas Neues zu machen, den Blick zu wechseln. Und ich möchte in diesem Blog Kultur kritisieren, aber auch persönliche Texte, private, einstellen, ich möchte Arbeiten von anderen Künstlern kommentieren, aber auch das unmittelbare Geschehen um mich herum, ich möchte meine Geschichten und Anekdoten erzählen, möchte mein Leben filmen, dumme Witze erzählen, heulen und lachen... Heulen. HOWL.

I saw the best minds of my generation destroyed by
madness, starving hysterical naked,
dragging themselves through the negro streets at dawn

schreibt Ginsberg, der im Film von James Franco gespielt wird, der auch das Gedicht im Film rezitiert. Ich bin von dem Film gefangen, mache mir viele Gedanken über das Schreiben. Denke nach über die Verzweiflung, über die Wut, über die Obszönität, ja, die Darkroom Diaries... Die sind nicht so gut geschrieben wie die Gedichte von Allen Ginsberg, sind nicht so literarisch, aber sie drücken etwas aus. Das möchte ich in diesem Blog: Ich möchte zum Ausdruck bringen, was ich fühle, möchte etwas erzählen, eine Welt aufbauen, und möglichst viele Menschen in diese Welt einbeziehen, sie mitnehmen. Darum schreibe ich, darum blogge ich. Und darum schreiben so viele Autoren, die das eben tun müssen, nicht anders können. So wie die Beat Generation, so wie Allen Ginsberg.


Moloch! Solitude! Filth! Ugliness! Ashcans and unob
tainable dollars! Children screaming under the
stairways! Boys sobbing in armies! Old men
weeping in the parks!


Howl singt aber auch Florence And The Machine: 
http://www.youtube.com/watch?v=rekN22RM7TU

Mittwoch, 26. Januar 2011

Schmerzwach - die Postkarte

Ich habe mir da etwas überlegt... Es wäre doch schön, wenn noch mehr liebe Leser/-innen meinen Blog besuchten... Vielleicht sollte ich einen Flyer produzieren. Aber... Ja, dann hat man doch so einen Flyer... legt ihn irgendwohin und letztendlich landet er im Müll, im besten Fall hat man sich vorher den entsprechenden Link angeschaut...


So dachte ich mir: Mach doch etwas, womit man dann auch etwas anfangen kann, eine Postkarte zum Beispiel. Dann können die Leute sie verschicken - sie brauchen sich keine zu kaufen, und die Empfänger könnten auf meine Seite gelangen... ;-)



Ja, ich weiß, ich hätte es schöner hinkriegen können, mit etwas Unterstützung und so... Aber: Wäre es dann noch "schmerzwach" gewesen??? 

Wer diese Postkarte möchte, der kann sich gerne bei mir melden! :-)

Kitchen stories TWO

die haltbarkeit unseres glücks ist eine frage sternenklarer gedanken... sagt mein Kollege und Freund Armin Steigenberger.

Als Autor versucht man in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht zu werden, so als Zwischenschritt zur Buchveröffentlichung, ein erster Schritt ist die Anthologie "Die Haltbarkeit des Glücks", in dem schöne Texte von guten Autoren zu lesen sind, und auch ich durfte zwei Texte unterbringen... "R.O.T." und "W.E.I.S.S."... 

"Ich sitze in ihrer Küche. Mir wird mulmig. Wir haben bisher alles richtig gemacht. Das Blind-Date lief überraschend gut. Mich hat nicht gestört, dass sie dauernd rot wird. Als sie fragte: „Willst du noch zu mir rauf, einen Kaffee trinken?“, wurde ihr Gesicht fleckig und unansehnlich. Ich sitze in ihrer knallroten Küche. Während ich die Wände betrachte, wird mir schummrig. Heiß. Ich bekomme keine Luft. Hechele."

Wer sich für diese Anthologie interessiert, kann mir gerne Bescheid geben, dann schicke ich sie postalisch. Schöne Texte. Erste Veröffentlichungen. Bilder. Ein Anfang. Rosenstolz singen: Es könnt' ein Anfang sein, wenn du dich traust. Es könnte liebe sein, doch du wachst niemals auf. Ja, es könnte ein Anfang sein, mein Anfang... Und ihr seid live dabei! Wer mehr will, sagt es! :-)

Die Haltbarkeit des Glücks - Die Darmstädter Textwerkstatt 2009/2010
Herausgegeben vom Magistrat des Wissenschaftsstadt Darmstadt und Kurt Drawert
Textwerkstatt Darmstadt im Zentrum für junge Literatur (Ausgabe Nummer 4)

Dienstag, 25. Januar 2011

Kitchen stories ONE

Kitchen stories
Der schönste Mann der Welt hat mich und mein „Arbeitszimmer“ in die Küche verfrachtet. Jetzt darbe ich hier mit meinem Laptop, dem Drucker und dem viel zu schwachen Licht, denn hatte ich es schon erwähnt: Wir haben so ein kleines Lichtquellen-Problem in unserem Haushalt. Naja, und eigentlich darbe ich auch überhaupt nicht, denn Essen und Trinken ist ja immer in der Nähe, so dass der Arbeits- und der Lebensgenuss ungeahnte Ausmaße annimmt, allerdings auch mein Gewicht, ja, leider. Kitchen stories also ist die neue Reihe in meinem Blog, und in dieser Reihe schreibe ich nun über meinen „Kampf“, den täglichen Versuchen, etwas Literarisches zu schreiben, etwas, das von Belang ist, von Bedeutung. Und ich schreibe über meine Zweifel, über das Veröffentlicht werden wollen, über das Bloggen, die Aufmerksamkeit, die mein Schreiben auf sich ziehen soll, denn nur ein Autor, dessen Texte Verbreitung, ja, viele Leser_innen finden, kann sich Schriftsteller nennen. Und ein Schriftsteller möchte ich sein, mit Büchern, die veröffentlicht werden, mit Lesungen, mit Signierstunden undsoweiter. Ja, begleitet mich auf diesem beschwerlichen Weg, ich würde mich sehr darüber freuen!

mehr dazu auch hier:

Montag, 24. Januar 2011

Tour de Kultur SEVEN



Diesmal wird das Ostend gentrifiziert! Eine alternative künstlerische Befassung mit diesem aktuellen Thema mit schönen Bildern und Musik von ... ja, hübschen Musikern, würde ich mal sagen. :-)
Zur Gentrifizierung im Nordend: 
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/06/gentrifizierung.html

Sonntag, 23. Januar 2011

Darkroom Diaries -3-

Wenn es um die Darkroom Diaries geht, dann ist niemand berufener davon zu erzählen, als mein lieber Freund Jott A. Er machte einst eine Führung mit mir durch den Karlsruher Nymphengarten und bewies mir, dass es auch in dieser langweiligen Beamtenstadt Cruising Areas für Schwule gibt. Unangenehm vielleicht, dass ich beim Umschauen entdeckte, dass einer meiner Verehrer dort rumlungerte - der bekam, wie man sich denken kann, keine Chance mehr bei mir. Jott A., der so ganz anders mit seiner Sexualität umgeht als ich - ein Besucher nicht nur von Parks, sondern auch von Sex-Kinos und Klappen - erzählte und erzählt mir noch immer Geschichten, mit denen ich nicht dienen kann. Das geht dann so: Ich war einmal in einem Darkroom in Mannheim, im Connexxion, unten in den Katakomben, die haben ja jetzt zugemacht da. Da sind ja vor den eigentlichen Darkrooms noch so allerlei "Liebes"-Schaukeln, Zahnarztstühle, Slings etc... Dort habe ich mich in einen dieser Slings begeben, da ist einer vor dieser Toilette, wo die Jungs auf Golden Shower warten (angepisst zu werden!), nackt, wie ich war, die Typen konnten mich betrachten, an mir spielen, an meinem dicken Schwanz, an meinem Anus, lecker, yummie, das war sooo geil. Manch einer hat mir in die Nippel gezwickt, andere haben mich mit Zigaretten bearbeitet, und dann, und dann, dann hat sich da jemand hinter mich gestellt, der hat mich gefickt, voll der Riese war der, aber mit was für einem geilen Rohr, abartig, wasn Durchmesser, fast wie eine Pringles-Verpackung, so dick... Ich spürte ihn in mir, es war ... Oh Mann! Und gleichzeitig spielte einer, so der Fußballer-Typ, jung, an meinem Schwanz, ein anderer leckte an meinen Fußzehen. Ich hielt es vor Geilheit kaum aus und spritzte dem einen Typen heftig ins Maul, so krass, und der andere fickte mich immer weiter...
davor: 

Samstag, 22. Januar 2011

IBES Indira und die Tour de Kultur SIX

von www.Bild.de entnommen
"Ich bin ein Star, holt mich hier raus". Diese Trash-Show bringt uns eine Dame in Erinnerung, die damals bei den No Angels, nee, bei Nu Papagei, nee, wie hießen die noch? Bei den Bro´Sis mitgetanzt/ mitgesungen? hat. Indira Weis. Sarah Knallfick oder Knappfik oder wie die heißt, macht es uns möglich, Indira nicht nur als dralles Busenwunder - hatte sie immer schon so dicke Möpse? - sondern auch als echt (vergleichsweise) normale und nette Frau wahrzunehmen. Und Jay von dieser Boyband mit den schiefen Zähnen und den Schlauchbootlippen - sind die echt? - steht auch auf sie. Doch was hat sie mit der Tour de Kultur zu tun? Die Tour de Kultur kann diesmal Tour de Trash genannt werden. Es fing mit einer Installation in der Nähe vom Eschenheimer Turm in Frankfurt an: Auf großen Leinwänden waren in der Stiftstraße Fotos aus den 80er und 90er zu sehen, von witzig gekleideten Gangs aus der Nordweststadt, tres chic, geschmackssicher und bedrohlich. Da standen wir in der Kälte, tranken unser Bier und betrachteten die großen Fotos und redeten Mist dabei. Dann ging es weiter ins Deutsche Museum für Architektur, in der die Peter Bonatz Ausstellung ihre Eröffnung hatte. 
Peter Bonatz hat ja bekanntlich den Hauptbahnhof in Stuttgart geplant - der Bahnhof, der nun Berühmtheit durch "Stuttgart 21" erhalten hat. Eine ganz interessante Ausstellung, vor allem, wenn man Brücken und Bauten mag, die eine sehr klare Linie haben. Für Laien ist die Ausstellung vielleicht etwas zu dröge und zu wenig verspielt. Der wahre Höhepunkt der Tour de Kultur findet nach einem Imbiss im Fahri Baba im Orfeo´s Erben in Frankfurt Bockenheim statt: das Festival des gescheiterten Films. http://www.der-gescheiterte-film.com/ Filme, die einfach zu schlecht waren, um im Kino oder im Fernsehen gezeigt zu werden, schrottreif, trashig, saulustig. Motto: "Scheitern für die Welt". Ob ein Mörder, der ein Trinker ist, sich selbst auf kuriose Weise verletzt, als er den Geliebten seiner Frau umbringen möchte, ob ein Film, der über die Zukunft des Films philosophieren möchte, nur über Dialoge versucht zu funktionieren, allerdings dummerweise der Ton immer zu spät dran ist, so dass Person B bereits den MUnd bewegt, während der Text von Person A noch zu hören ist... Es sind alles Kracher gewesen, und der schönste Mann der Welt hat sich ein ums andere Mal weggeworfen vor Lachen!

von www.bild.de entnommen
Aber ich fand ja Indira Weis von IBES am besten. Ganz eindeutig! So TEUFLISCH wie sie da ist, einfach grandios! Sie spielt in dem Streifen „Miss Lucifer“ ihre bislang wildeste Rolle. Sie ist Lucia, Tochter des Teufels, und verführt Gottes Sohn (den hübschen Tom Beck von „Alarm für Cobra 11“, der einen DJ spielt, dessen wahnsinnige Mutter ihn jungfräulich gebar, sagt sie zumindest). Sie kennt keine Moral und verführt auch hübsche weibliche Engel.Doch dann verliebt sie sich... Super! Dieser Film ist so trashig und Indira so witzig. Sie könnte in einem Tarantino-Film mitspielen, einfach wunderbar! Jetzt mag ich IBES Indira und finde, dass sie mal der Sarah Knappfick so einen Kick geben soll, wie dem einen Mann im Film... Das Festival des gescheiterten Films läuft auch heute abend noch, also geht schön hin!

Freitag, 21. Januar 2011

I’m gonna ride my bike until I get home

I’m gonna ride my bike until I get home.
I’m gonna ride my bike until I get home.
I’m gonna ride my bike until I get home.
Gonna ride my bike until I get home.

Singt Mark Ronson:


Geiles Lied wie das gesamte Album...
Vielleicht werde ich ja tatsächlich ein Fan vom Fahrrad fahren, irgendwie...


Ähnlichkeiten rein zufällig...

hier:

Donnerstag, 20. Januar 2011

"Töten ist ein Kinderspiel" von Corinna Waffender

In der Quer Criminal-Reihe des Querverlags ist erneut ein äußerst spannendes und angesichts des hohen Lesevergnügens zu kurz geratenes Buch erschienen. „Töten ist ein Kinderspiel“ von Corinna Waffender beschreibt den zweiten Fall von Inge Nowak, die in diesem Roman in all ihren Tiefen und Höhen handelt und in einem ganz besonders mysteriösen Fall ermittelt. Die dreiundvierzigjährige Pfarrerin Erika Mangold wird erschossen in einer Kirche in Berlin-Charlottenburg aufgefunden. Sie hinterlässt einen todkranken Ehemann, eine vierzehnjährige Tochter, einen fast erwachsenen Sohn und jede Menge Unklarheiten über sich selbst.

Immer tiefer dringt die Hauptkommissarin Inge Nowaks in dieses als bürgerliche Durchschnittsglück getarnte Familiendrama hinein, und findet dabei eine nicht vergessene, sondern verdrängte Leiche im Keller, die geduldig dreiundzwanzig Jahre auf ihre Entdeckung gewartet hat: Welche Rolle spielt der chilenische Jugendfreund Juan Valero, den das Opfer kurz vor ihrem Tod noch getroffen hat? Wer ist im Besitz der Tatwaffe aus alten Militärbeständen? Und was hat ein toter Junge im Westdeutschland der 80er Jahre mit all dem zu tun?

Dabei versteht es Waffender die um ihr eigenes Coming-Out ringende Inge Nowak, mit ihren Beziehungsängsten und ihrer kratzbürstigen Art, in eine ganz besondere Geschichte einzudringen. Eine Geschichte, in der die Homosexualität von Romanfiguren eine wichtige Rolle spielt, weil sie in einer Zeit ausgelebt oder eben nicht ausgelebt wird, in der Homosexualität auf alle Fälle versteckt werden musste. Einmal mehr benötigt Inge Nowak eine ordentliche Portion Kombinationsgabe und den einen oder anderen Zufall, um am Ende nicht nur das Schicksal von fünf Toten zu verstehen, sondern auch ihr eigenes.

Jede einzelne Seite dieses Romans ist spannend, aber nicht nur wegen der Handlung, das können viele Krimi-Autorinnen und Autoren. Corinna Waffenders Kunst besteht vor allem darin, die Figuren nicht nur authentisch, sondern mit einer wirklichen Tiefe zu beschreiben. Die Reaktionen der einzelnen Figuren sind nachvollziehbar, sie sind aber vor allem gut beobachtet und dargestellt. Die ganze Handlung nimmt eine Dynamik an, die auch im wahren Leben genauso geschehen kann. Man sagt ja, dass das Leben die besten Geschichten schreibe, nur in diesem Roman hat eine Schriftstellerin es geschafft, eine Geschichte zu konstruieren, die gleichzeitig unglaublich und doch glaubhaft wirkt. 

„Die Hitze drang durch das kühle Gemäuer, zwängte sich durch hölzerne Ritzen und steinerne Spalten, ließ die bunten Fenster bedrohlich satt erstrahlen. Blutrot der Umhang des Verräters an der Seite des Herrn, das Leid des Sohns tiefblau.“

So beginnt stilistisch gelungen die Leseprobe, die der Quer Verlag auf seiner Verlagsseite für die interessierte Leserin beziehungsweise den interessierten Leser bereitgestellt hat. Da kann man sich selbst vom Lesevergnügen, das dieser Roman bietet, überzeugen.

Der Kriminalroman „Töten ist ein Kinderspiel“ von Corinna Waffender ist in der Quer Criminal Reihe im Quer Verlag erschienen. Er umfasst 253 Seiten und ist für 12,90 Euro im Fachhandel erhältlich.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Soundtrack of my Life - alle Lieder

Soundtrack of my Life:


Das ist er nun, der Soundtrack of my Life, meine Lieder, meine Geschichten, die ich damit verbinde. Menschen, die ich geliebt habe, oder noch immer liebe, Situationen, an die ich mich gerne erinnere, oder an die ich mich gar nicht gerne erinnere, Dinge, die ich erlebt habe, Dinge, die ich lieber nicht erlebt hätte... Und das alles anhand an Liedern. Hier sind noch einmal alle Lieder auf einen Blick, schön einfach zum Draufklicken, also auffi... ;-)


1. Ein Lied, das dich glücklich macht
2. Ein Lied, bei dem du tanzen musst
3. Ein Lied, bei dem du melancholisch wirst
4. Ein Lied, das dich an eine schöne Situation erinnert
5. Ein Lied, das dich an deine Kindheit erinnert
6. Ein Lied, bei dem du an deine große Liebe denkst
7. Ein Lied, das in einer dir peinlichen Situation lief
8. Dein Lieblingslied aus den 80ern
9. Dein Lieblingslied aus den 90ern
10. Dein Lieblingslied aus den 00ern
11. Ein Lied, das zu deinem Charakter passt
12. Dein Lieblingsmusikvideo
13. Ein Lied, das du gerne nachts hörst
14. Ein Lied, das dich morgens gerne wecken darf
15. Dein Klingelton am Telefon
16. Ein Lied, das dich mit einem guten Freund verbindet
17. Ein Lied, das für dich Lebensmut bedeutet
18. Das ultimative Partylied für dich
19. Das ultimative Herzschmerzlied
20. Das schönste Duett
21. Das Lied, das dich am meisten nervt
22. Der schönste Song aus einem Film
23. Dein Lieblings-Klassiker (wahlweise Oper, Klassik oder Musical)
24. Ein Lied, das du bei einer Prüfung (z.B. Abi) als Motto hattest
25. Ein Lied deines Lieblingssängers
26. Ein Lied deiner Lieblingssängerin
27. Ein Lied deiner Lieblingsband
28. Ein Lied für die verrückten Momente im Leben
29. Ein Lied, das bei deiner Geburtstags-Überraschungsparty läuft
30. Ein Lied, das bei deiner Beerdigung gespielt werden soll 

Soundtrack of my Life: Lied 30

Ein Lied, das bei deiner Beerdigung gespielt werden soll 

Give up yourself unto the moment
The time is now
Give up yourself unto the moment
Let’s make this moment last

Was?! So ein fröhliches Lied soll auf deiner Beerdigung gespielt werden? Nichts Trauriges, Melancholisches, Besinnliches? NEIN! Nichts davon, Schmerzwach bin ich schon mein ganzes Leben lang, meine Freunde sollen auf meiner Beerdigung tanzen, sollen dem schönen Augenblick frönen, sie sollen an all die schönen Momente denken, die sie mit mir hatten, sie sollen an all meine Verrücktheiten denken, die ich gemacht habe, die wir gemeinsam erlebt haben. Sie sollen glücklich sein, dass sie meine Freunde waren, und glücklich sein, dass ich auch glückliche Zeiten hatte. Sie sollen meiner gedenken, in Freude, in Lustigkeit, und sie sollen die Trauer auf ihre melancholischen Augenblicke verschieben. Sie sollen auf meinem Grab tanzen, am besten auf ein Lied von Moloko, am besten auf "The Time is Now", weil es einfach bedeutet, dass man den Augenblick genießen soll, und diese Augenblicke auf meiner Beerdigung sollen meine Freunde genießen, mit viel Alkohol, mit witzigen Anekdoten, die ich ihnen erzählte, mit viel Freude, und noch mehr Alkohol! http://www.dailymotion.com/video/x11voj_moloko-the-time-is-now_music

Dienstag, 18. Januar 2011

Ein Arbeitstag in Bonn - alle Wege führen zum Bahnhof...

Bonn ist eine Reise wert, vermutlich, ich musste beruflich hin - na, es gibt wahrlich Schlimmeres. Die Integrationisten haben mich - wie immer - etwas abgefuckt, aber Bonn hat mir gefallen. Ein bisschen shoppen war ich, ein bisschen bummeln, ein wenig Hochwassertourismus... und viel ganz dummes Geschwätz, aber das kennt man ja schon! In Hannover war es schon schöner, aber auch kühler:

http://schmerzwach.blogspot.com/2010/12/ein-arbeitstag-in-hannover-ein-langer.html.
Man beachte die Kopftücher! Das zum Thema Integration! ;-) Und man beachte, dass ich immer wieder am Bahnhof ende...

Kindheit auf dem Esel

Nicht, dass ich der Naturtyp wäre, und nicht, dass man auf Eseln wild galoppieren könnte... Esel sind wirklich liebe Tiere. Schade nur, dass ich keine Bilder habe, auf denen ich im Sonntagsstaat an Mariä Himmelfahrt vom Dorf in Samos (Spathareei) hoch zur von meinem Urgroßvater gebauten Kirche getrabt bin, mein Cousin mit drauf, das ganze Dorf im Gefolge, wie bei einem großen kollektiven Pilgergang... Ich erinnere mich gerne daran zurück, Kindheiteserinnerungen...  Und da fragen sich Leute, wieso ich mich als Ungläubiger so gerne mit Religion, Glauben und Ikonen beschäftige... ;-)

Montag, 17. Januar 2011

Soundtrack of my Life: Lied 29

Ein Lied, das bei deiner Geburtstags-Überraschungsparty läuft

Ein Freund und regelmäßiger Leser dieses Blogs, mein geschätzter Freund Carsten (vom stancer-Blog) kann ja auf diese Frage keine Antwort finden. Ich jedoch schon. Denn, wenn jemand so mutig ist, für mich eine Überraschungsparty zu organisieren - und ich glaube, dass man diese Menschen an einer Hand abzählen kann, und der schönste Mann der Welt zählt nicht dazu -, dann lädt diese mutige Person nicht nur die richtigen Leute ein, sondern wird auch vorher nicht nur den "Soundtrack of my Life" erkunden, sondern auch meine Youtube-Favoriten vom schönsten Mann der Welt erfragen, oder er wird noch schlauer sein und bei lastfm versuchen herauszufinden, was ich wohl besonders toll finde. Und tataaaaaaaaaa: An Two Door Cinema Club wird er NICHT vorbeikommen können. Und da kann man mich mit jedem Lied glücklich machen und überraschen, aber vor allem mit "Something good can work"!
Let's make this happen, girl you gonna show the world that something good can work and it can work for you. And you know that it will. Let's get this started girl, we're moving up we're moving up and Its been alot to change but you will always get what you want.
http://www.youtube.com/watch?v=1PorW3y5n1w

Sonntag, 16. Januar 2011

Darkroom Diaries -2-

Wir waren im Kino, Harry Potter, Teil 5 vermutlich, es war ein Date, nun, für mich zwar nicht, aber für den anderen schon. Allerdings nicht erfolgreich. Ich konnte es ihm ansehen, wie viele Haken er nicht machen konnte auf seiner Liste im Kopf - Schmerzwach mag keine Nicnacs, er mag Nicole Kidman nicht, er mag den und den Film nicht... Bei F. war ich also untendurch, zumindest als Beziehungspartner. Dabei bin ich nur ins Kino mit ihm, damit N. nicht böse mit mir ist. Und der wiederum holte uns nach dem Film überraschend ab, es war ein Uhr nachts. Wo gehen wir hin um diese Uhrzeit. In den STALL, sagt N. und ich staune Bauklötze. STALL? Das Ding mit dem Darkroom, sage ich ganz aufgeregt, da war ich noch nie. Es ist Dienstag, sagt er, und dann geht das... Und ich sage, ahja, wieso nicht?! Ein Bierchen trinken. So wie die anderen dort. Ehrlich? Ja. In der Tat: zuerst Karaoke im Luckys, lerne ich, und dann in den STALL. Neugierig gehe ich mit F. und N. Richtung Darkroom. Was da wohl passieren mag? Naja, da haben Leute Sex und so... Und? Nun ja... Ich bleibe fasziniert stehen, während die anderen zurückgehen. Schön am Türrahmen bleiben, da ist noch Licht, da sieht man noch, wenn man berührt wird. Da weiß man, was man hat. Und dann steht da plötzlich so ein Junge auf der anderen Seite, und ich denke: Mh, süß, was will DER denn hier? Mich knutschen, offensichtlich. Denn als ich ihn zu lange anschaue, fragt er: Darf ich dich küssen? Und ganz perplex sage ich nur: MH. Wir küssen uns also. Und ich denke: MH. Aber dann, aber dann... will er plötzlich mehr, er reißt sich los, reißt sich dann sein T-Shirt vom Leib, und ich denke: MH, ist das ein Porno hier? Und gerade, als ich das denke, sagt er: Fick mich! Und zieht mich an sich ran, immer noch im hellen Bereich, quasi vor dem Darkroom. Ich weiß nicht, was ich machen soll... Was mache ich? ... Nun renne ich ganz schnell weg, aber ganz schnell. DER ist NICHT süß, denke ich mir, und MH. Als ich zwanzig Minuten später mit F. und N. zurückkehre, steht er etwas weiter drinnen im Darkroom. Und ich höre wie er zu seinem Typen sagt: Jaja, das kann jeder sagen, dass man sonst nicht bareback fickt, aber gerade kein Kondom hat, aber mich darfst du nicht bare ficken, jaja, normalerweise schon, DIESE Leute kenne ich. Und er kommt nackt aus dem Darkroom gestürzt, mit seinen Klamotten in der Hand, MH, denke ich mir, und wie übel!

Teil 1: http://schmerzwach.blogspot.com/2011/01/darkroom-diaries-1.html

Fashion

von Fabian Hart übernommen!!!
Da ist ein Blog, den ich sehr mag, vielleicht weil ich ihn sehr mag, den Fabian, den ich schon lange kenne, aber es ist mehr, der kann was, der ist gut, und der Blog ist toll, und so spannend. Aber seht selbst...
Fabian Hart arbeitet nicht nur als Model, sondern vor allem als Modejournalist, vor allem für die TUSH, aber auch für andere Zeitschriften, in seinem jungen Alter ist er bereits ein alter Hase. Schon zu Abi-Zeiten bekam er Preise in Deutsch, und schrieb nette Texte im Stile von "Sex and The City", die er mir zu lesen gab, und die ich als sehr talentiert einschätzte. Er war der erste, der damals, vor etwa Hundert Jahren, Flip-Flop trug, und es war nicht der einzige Trend, den er damals in jungen Jahren setzte... Und nun das: 
Man hat ihm eine Seite UND das Cover auf einem Magazin gegönnt, völlig zurecht natürlich. Ja, Fabian ist ein alter Hase, lange dabei, trotz seiner Jugend. Es geht um Fashion, einem Thema, das vielleicht hier nicht jeden interessiert, aber vielleicht doch, denn er ist gut, er hat eine MEINUNG, der Fabian, und er äußert sie: http://hartinternational.blogspot.com/2010/12/where-do-you-grow.html.
Und er trifft die großen Stars, der Fabian: http://hartinternational.blogspot.com/2010/12/robyn-interview-teaser-vol1.html. Und SO kann man auch die Lindbergh-Ausstellung dokumentieren: http://hartinternational.blogspot.com/2010/11/you-have-nothing.html, da muss man sich nicht so Mühe geben wie der Schmerzwach. ;-) http://schmerzwach.blogspot.com/2010/10/peter-lindbergh-im-co-in-berlin.html. Aber wir lieben doch unsere Modeschwuppen: http://hartinternational.blogspot.com/2010/10/okay-und-plotzlich-stehst-du-mittendrin.html! Zu selten sind seine Postings, aber immer kritisch: http://hartinternational.blogspot.com/2010/09/what-are-you-wearing.html. Und "unsere" Themen werden doch auch behandelt: http://hartinternational.blogspot.com/2010/09/never-too-much-right.html. :-)

Fashion Themen behandeln aber auch andere nette Blogs, wie zum Beispiel: http://frankfurtfashion.blogspot.com/ schaut euch diese Seite doch auch mal an! :-) Oder, ja, hier: http://henningstrassburger.wordpress.com/ super! Kunst UND Fashion, unbedingt verfolgen! Ich mag zum Beispiel http://henningstrassburger.wordpress.com/2010/12/30/welcome-to-my-studio-spontaneous-get-together-in-my-frankfurt-studio/ oder auch: http://henningstrassburger.wordpress.com/2010/12/14/capital-sin-fallen-angel/ oder auch: http://henningstrassburger.wordpress.com/2010/11/26/breathtaking-copenhagen/ uh, tres chic! :-) schaut euch mal um! :-)

Samstag, 15. Januar 2011

Soundtrack of my Life: Lied 28

Ein Lied für die verrückten Momente im Leben

Vielleicht macht das ja Menschen glücklich und zufrieden von nine to five oder länger im Büro zu sitzen, sinnlose Dinge zu tun, sinnlose Gespräche zu führen, sich von idiotischen Chefs dumme Anweisungen geben zu lassen, jeden Morgen da zu sitzen, zu verdummen, seinen letzten Rest an Kreativität einzubüßen undsoweiterundsoweiter... MICH NICHT! Wieso motzen so viele Menschen auf "unverschämte Hartzer", die ihr Leben zu genießen wissen, ohne Reue und schlechtes Gewissen, die nicht arbeiten gehen müssen und trotzdem keine Depressionen haben? Weil sie neidisch darauf sind, dass das Menschen können, weil sie gerne auch so sein könnten, es aber nicht sind. Und wieso sind so viele Menschen gegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen? Weil sie DANN merken würden, welche Menschen die wirklich Kreativen und Nützlichen in unserer Gesellschaft sind. Und es sind nicht DIE, die jeden Tag zur Arbeit gehen und den Blödsinn machen, den jemand von ihnen verlangt, nicht die, die dagegen nicht aufbegehren. Nein, es sind nicht die, die sich locker einen Golf (juchhu!) leisten können, und drei Mal Malle im Jahr, weil sie einen sicheren guten Job haben...

I'm feeling rough, I'm feeling raw, I'm in the prime of my life.
Let's make some music, make some money, find some models for wives.
I'll move to Paris, shoot some heroin, and fuck with the stars.
You man the island and the cocaine and the elegant cars.

This is our decision, to live fast and die young.
We've got the vision, now let's have some fun.
Yeah, it's overwhelming, but what else can we do.
Get jobs in offices, and wake up for the morning commute.

Forget about our mothers and our friends
We're fated to pretend
To pretend
We're fated to pretend
To pretend

http://www.metacafe.com/watch/sy-1416869174/mgmt_time_to_pretend_official_music_video/

Freitag, 14. Januar 2011

„Tödliche Aussicht“ von Markus Dullin

Die Quer Criminal-Reihe des Querverlags mausert sich immer mehr: Sie ist nicht mehr nur ein Geheimtipp, sondern eine ernste Konkurrentin für die heteronormativen Krimi-Reihen mit hoher Auflage. 

In „Tödliche Aussicht“ hat Markus Dullin sehr viel vor. Er möchte einen spannenden Krimi schreiben – hat er geschafft. Er möchte das Bild einer pervertierten Schwulen-Szene, in der es mehr um Schein als um Sein, mehr um Sexualität als Liebe, mehr um Abhängigkeit als um Zuneigung geht, nachzeichnen. Das schafft er genauso wie eine Coming-Out-Geschichte aus Sicht einer Mutter darzustellen, mit all den Ungewissheiten und Spannungen.

Aber nun zur Geschichte: Klaus macht mit seinen Freunden Urlaub am Grand Canyon. Es wird leider sein letzter. Denn er stürzt in die Tiefe und stirbt. Zeuge wird Hauptkommissarin Monika Seyfarths Sohn Sven. Kurz darauf bekommt sie, wieder in Berlin zurückgekehrt, unangemeldeten Besuch: Carsten, der Halbbruder und ein Reisegefährte von Klaus, behauptet, bei dem vermeintlichen Unfall handele es sich um Mord. Der kriminalistische und ehrgeizige Spürsinn von Monika Seyfarth ist geweckt. Sie versucht also sofort, der Sache nachzugehen, nicht zuletzt, weil ihr eigener Sohn Zeuge des Geschehens war. Doch dann entscheidet sie sich dagegen: Die Beweislage ist zu dürftig und die Rechtslage, den Fall zu übernehmen, kritisch. Und Lust, sich in die Untiefen der Berliner Schwulenszene zu vertiefen, verspürt sie zunächst ebenso wenig, vielleicht weil sie Angst hat, dass es ihr zu nahe gehen wird. Denn sie vermutet, dass ihr Sohn, der Gefallen an der Reisegruppe gefunden hatte, schwul sei. 

Doch als einige Tage später ein weiteres Mitglied der Reisegruppe von einem Berliner Hochhaus stürzt, kann auch die Hauptkommissarin nicht mehr an einen Zufall glauben und beginnt zu ermitteln. Dabei muss sie feststellen, dass alle sechs Verdächtigen ein Motiv haben. Aber auch ein Alibi.

Man kann nicht alle und alles über einen Kamm scheren, auch nicht DIE SCHWULEN-SZENE. Nein, die Menschen sind unterschiedlich, handeln unterschiedlich. Und doch: wenn die meisten derjenigen, die sich nicht „in der Szene bewegen“ von Menschen reden, die sich „in der Szene bewegen“, meinen sie, dass Szene-Gänger oberflächliche Menschen wären, die nur Wert auf ihr Äußeres legten, auf schöne Besitztümer. Diese Szene-Menschen werden als Konsumenten charakterisiert, als Menschen „mit Geschmack“, die schöne Kleider besitzen möchten, schöne Möbel in teuren Wohnungen in teuren Gegenden, mit schönen Autos vor der Tür. Und sie werden so beschrieben, dass sie entweder eine hohe Fluktuation an Liebhabern haben oder nur kranke Arten von Beziehungen, von offenen Beziehungen, führen. Aber am schlimmsten für die Kritiker ist das vermutete Lästern und das sich Besservorkommen. Und die Drogen und das viele Geld, die im Spiel sind.

Und genau so eine „Szene-Clique“ in all ihren Ausläufern, in all ihren Tiefen und Bösartigkeiten beschreibt Dullin in diesem Roman. Und dann ist da dieser Außenseiter Carsten, der schwule Halbbruder von Klaus. Carsten hat kein Geld, im Gegensatz zu Klaus. Und Klaus nimmt ihn mit in die Vereinigten Staaten. Da nimmt die Geschichte ihren Lauf. Wer ist Opfer, wer ist Täter. Dies verschwimmt sehr schnell.

Die große Stärke von Markus Dullin ist, die Beziehungen der einzelnen Figuren zueinander zu beschreiben. Damit meine ich nicht nur die grandios geschilderte Beziehung zwischen Kommissarin und schwulem Sohn, der es ihr verschweigen möchte, dass er schwul ist, sondern auch die mehr oder weniger starken Bindungen der einzelnen Cliquen-Mitglieder und wie sie mit der Zeit immer brüchiger bzw. fester werden.

Der lesenswerte Kriminalroman „Tödliche Aussicht“ von Markus Dullin ist in der Quer Criminal Reihe im Quer Verlag erschienen. Er umfasst 230 Seiten und ist für 12,90 Euro im Fachhandel erhältlich.

Soundtrack of my Life: Lied 27

Ein Lied deiner Lieblingsband 

Aus einer meiner Geschichten. Dazu höre man "Day 7" von The Notwist, Link siehe unten. 

Tag 1
Zwei Dinge muss ich noch in den nächsten nicht einmal zwei Jahren – also bis ich Dreißig bin – lernen: a) dass ich dumm bin und b) dass ich gewöhnlich bin, genauso dumm und gewöhnlich wie die meisten Menschen. Vielleicht kommt ein drittes Ding noch dazu: mich selbst zu akzeptieren. Oder es ist nur die Zusammenfassung der ersten beiden. Ich weiß es nicht.

Manchmal quält mich ein immer wiederkehrender Traum, den ich genau dann habe, wenn mich Fieber, besonders schlimme depressive Phasen oder zu viel Stress plagen. Ich bin in einer Höhle. Es ist dunkel. Ich sehe nichts, ich spüre nur etwas. Ich stehe da und über mir drückt etwas von oben auf meinen Kopf, der davon niedergedrückt wird. Wovon? Von einer Maschine, in der Metallstreben sind, die da arbeiten, ratterratter. Diese Metallstreben sehe ich vor mir, wie sie auf und nieder rasseln; und ich fühle mich so, als würden sie irgendwann auf meinen Kopf stoßen. Sonst passiert nichts, aber das minutenlang, vielleicht stundenlang. Und ich kann nicht entrinnen. Stundenlang. Bis ich sterbe? Day 7 von The Notwist.
http://www.youtube.com/watch?v=9vzUQ8suY6s

Ist es seit dieser einen bestimmten Nacht, dass ich den Drang habe, todkrank im Bett zu liegen? Mir kann es passieren, dass ich nachts vom Kino nach Hause laufe, ich sehe niemanden, denke an nichts. Plötzlich pflanzt sich ein Gedanke in meinen Kopf: leg dich sofort auf die Straße und stehe nicht mehr auf! Oder: ich liege in meinem Bett, morgens, und kann mich nicht aufrappeln aufzustehen: dieser Gedanke ist wieder da! Ich will im Bett liegen bleiben, todkrank sein, so wie bei schlimmen Grippen, bei denen man hundert Grad Fieber, schlimmste Gliederschmerzen hat, der Kopf einem platzt und durch den Hals nichts fließen möchte, im Gegenteil kratzt und sägt. So. Man will nur noch sterben. Und so liege ich da. Sterben. 



siehe auch: http://schmerzwach.blogspot.com/2010/11/day7-notwist.html

Donnerstag, 13. Januar 2011

Ich werde einmal daran zerbrechen -

Ich werde einmal daran zerbrechen -
                      an meinen Ansprüchen
immer eine harmonische, glückliche Beziehung führen,
immer das richtige Wort sagen zu müssen,

Zerbrechen werde ich daran -
                           glücklich sein,
                             einen Sinn im Leben haben zu wollen,

Bücher veröffentlichen müssen,
den Doktorgrad erlangen,
einen guten Job ergattern...

Zerbrechen werde ich daran - 
                            immer etwas BESONDERES sein zu wollen,
cool und selbstsicher, souverän und kreativ,
                                     witzig immer doch - 
                mit den Filmchen, mit den Witzchen, mit den Sperenzien...

Zerbrechen werde ich einmal daran-
alles auskotzen, mich selbst um die Ecke bringen, nicht mehr weiterwissen...

Sterben - 
in langsamen Schlucken, in feinen Happen, in Scheibchen geschnitten,
weich gespült, unglücklich... 
                                               Zerbrechen werde ich -
an meinen verdammten Ansprüchen,
an meinem Ehrgeiz,
an meinem Wollen und nicht Können,
an meinem Willen, viel zu wollen,
an meinem Wunsch, die Leute zu beeindrucken.
JAWOLL! 
Zerbrechen werde ich -
                             weil ich es nicht besser kann,
                                                     weil ich es nicht besser weiß,
                                                     weil ich es nicht anders kann.
Zerbrechen werde ich -
                               an meinen Ansprüchen!

Mittwoch, 12. Januar 2011

Soundtrack of my Life: Lied 26

Ein Lied deiner Lieblingssängerin

Joanna Newsom kenne ich noch nicht lange, und anfangs dachte ich: Oh my God! Der schönste Mann der Welt spielte sie mir vor und ich dachte nur: What a freak! Beide! ;-) Und dann lernte ich sie lieben, nicht so lieben wie meinen wundervollen schönsten Mann der Welt, aber annähernd. Dieses Lied ist mein Allerallerallerlieblingslied, ich habe es Hunderte Male angehört, sing es durch unsere Wohnung, und der schönste Mann der Welt singt es noch schöner, und wenn er mir seine Liebe auf besonders schöne Weise beweisen möchte, dann soll er dieses Lied für mich singen, mit diesem Text, der so auf uns beide passt... Ich liebe ihn, ich liebe IHN, ich liebe sie, ich liebe es!

Easy, easy
My man and me
We could rest and remain here, easily

We are tested and pained by
What's beyond our bed
We are blessed and sustained
By what is not said

...

Haven't you seen what I’ve seen
Don't you know what you ought to do
I was born to love
And I intend to love you

...

I am easy
Easy to keep
Honey, you please me
Even in your sleep
But my arms want to carry
My heart wants to hold
Tell me your worries
I want to be told

Wundervoll: http://www.youtube.com/watch?v=kfOg0FK3CoU. Und: Dank dir, mein wunderschönster Mann der Welt!