Samstag, 31. März 2012

Das Frizz-Magazin präsentiert JuLiP

Ihr werdet jetzt sagen, warum postet schmerzwach eigentlich das Inhaltsverzeichnis des Frizz im April?! Jaaaa, also es ist so: Wenn ihr drauf klickt, und lest, was als Punkt bei Seite 20 aufgeführt ist - und vor allem, wenn ihr das dazugehörige Bild mit dem jungen Mann mit Laptop seht... Dann wisst ihr Bescheid. Es geht um den JuLiP, den Jugendliteraturpreis für Frankfurt, den ich im Namen von Sprich! e.V. gemeinsam mit Levend Seyhan von der Kriegkstr12 organisiere. Noch wichtiger: das Model. Metehan Degirmenci heißt das tolle Model, er ist ein ehemaliger Schüler aus Kranichstein, und macht das echt gut mit dem Posieren. Ein tolles Foto! Ich finde, er sollte mehr Aufträge bekommen!!!
Aber kommen wir zum Artikel oder vielmehr zum JuLiP selbst. Auf den Sonderseiten Literatur, gleich über "Frankfurt liest ein Buch" und neben dem Literaturhaus und dem Welttag des Buches! Was ein Erfolg! Wie gesagt: Ein Jugendliteraturpreis - für Jugendliche bis 18 Jahre aus Frankfurt. Ich bitte schon jetzt darum, Texte einzuschicken, man kann tolle Preise gewinnen, die fünf Sieger_innen dürfen in der STADTBÜCHEREI Frankfurt vor vielen Zuhörer_innen lesen UND die 20 besten Texte werden in einem Buch veröffentlicht (beim Größenwahn Verlag)! Ich meine: ist das nicht super? Also bitteschön: Fühlt euch angesprochen und macht mit. Ich freu mich! :-) Sprecht eure Lehrer_innen an, die sollen das mit euch rocken! Und auch ich helfe euch sehr gerne... Ansonsten: Artikel lesen und mitmachen! Yeah! Mehr könnt ihr auch hier und hier erfahren. 

Freitag, 30. März 2012

Kitchen Stories TWENTYFIVE

Der Dienstag (27.3.) war natürlich aus mehreren Gründen sehr aufregend für mich, neben der Lesung im Albert Schweitzer Gymnasium in Berlin Neukölln, durfte ich ganz viel Zeit in Schöneberg, in der Heimat von Jonas aus Plattenbaugefühle, verbringen. 
Ich war in seinem Kiez und habe mir da so allerlei angeschaut, ein bisschen recherchiert quasi – ich sitze ja gerade an der Fortsetzung des Romans, das wisst ihr ja. Es kam dazu, dass ich nicht nur eine weitere Lesung abends hatte, die der LSVD in seinen Räumen organisiert hatte, was sehr schön und vor allem diskussionsreich vonstatten ging, ...
Vor der Lesung beim LSVD Berlin-Brandenburg in Schöneberg
sondern ich durfte auch meine liebe Freundin Dani besuchen. Die wohnt in der Nachbarschaft von Jonas, wie ich entdecken durfte, in einer sehr schönen Wohnung mit zwei ganz entzückenden süßen Kindern, die allerdings sehr viel Aufmerksamkeit brauchen. ☺ 
Wir schwelgten in Erinnerungen an früher, kurze Zeit hatten wir zusammen auf Lehramt an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe studiert, ich habe es ja tatsächlich durchgezogen, sie hatte es zurecht abgebrochen dieses unnütze Studium – wir sind wohl beide nicht für den Beruf des Grundschullehrers geboren (und für die Hauptschule ebenso wenig). Es war schön, sehr schön. Und wieder einmal viel zu kurz. Es ist eine schöne Sache, Freunde in ganz Deutschland zu haben, aber sehr schade, wenn man sie so selten nur sehen kann.
In Plattenbaugefühle spielte sich das meiste ja in Kranichstein ab, ein bisschen etwas in München und einiges in Berlin, vor allem in Schöneberg. Dabei hatte ich damals kaum in Schöneberg recherchiert, kannte das gar nicht besonders gut. Die Leser_innen aus Berlin bestätigten mir allerdings, dass es ganz gut passe, dass Jonas da herkomme. Auch in Bezug auf Schüler_innen, die ebenso aus Berlin kommen, aber dann zum Beispiel aus Neukölln, würde es passen, weil es auch da Kulturkonflikte gebe, selbst wenn es um Gymnasiasten gehe. Bisher ist auch nur ein Fehler aufgefallen im Buch – und das nur einer Person, die mich bei einer Lesung in Frankfurt darauf aufmerksam machte: es fährt natürlich keine Tram am Nollendorfplatz. So wie es generell keine Tram im Westen Berlins gibt. Was es allerdings viel gibt dort sind Schwulenläden, Cafés mit Regenbogenfahne und vieles zu essen. 

Donnerstag, 29. März 2012

Ausschnitt aus "Blutzoll" von Thomas Reich


Eine gute Stunde später saß Doktor Sommerberg im Präsidium. Nervös spielte er mit seinem Kugelschreiber. Die Aufregung war ihm anzusehen.
„Er ist uns entkommen.“
„Sind sie sicher, dass es Christoffer war?“
„Wir versuchen der Presse einen Riegel vorzuschieben, aber das hält nicht lange vor. Heute Nachmittag war ein Team in seiner Wohnung. Wir waren mit den Kollegen über Funk verbunden. Von daher wissen wir, dass sich Leichenreste in der Wohnung befanden. Dann zündete eine selbst gebastelte Bombe.“
„Wie bitte?!“
Rutherford lächelte bitter.
„Arnac ist tot, zwei seiner Leute ebenfalls. Die Spurensicherung kratzt sie gerade von den Wänden. Wir wissen noch nicht, welche Art von Zünder er verwendet hat. Allerdings kann man sagen, dass der Mistkerl ganze Arbeit geleistet hat. Passt das zu dem Christoffer, den sie kennen?“
„Die Leichenteile, ja… er ernährt sich zunehmend von Menschenfleisch. Aber die Bombe? Woher könnte er nur das Wissen haben?“
„Nun, die meisten der wirklichen Schwerverbrecher kommen schlimmer aus dem Knast heraus, als sie vorher waren.“
„Wohl war. Er teilte sich längere Zeit die Zelle mit einem Islamisten.“
„Ist der noch inhaftiert?“
„Soweit ich weiß, ja.“
„Dann werden wir dem Herren demnächst einen Besuch abstatten.“
„Was für Erkenntnisse erhoffen sie sich?“
„Erstmal, welche Fähigkeiten sich unser Bursche angeeignet hat. Wo glauben sie, hält er sich jetzt auf?“
„Das hängt auch von den Medien ab, wissen sie. Über welche Ereignisse ihn betreffend wurde berichtet?“
„Schwer zu sagen. Wir hatten die letzten Tage mehrere Meldungen, die ihn betreffen könnten. Erinnern sie sich an den Auslöser der Unruhen in den Banlieues?“
„Wollen sie sagen, Christoffer hätte die junge Frau verbrannt?“
„Die Jugendlichen neigten in der Vergangenheit hauptsächlich zu grobem Vandalismus, Diebstahl und Drogenhandel. Unterbrochen von ein paar gelegentlichen Schießereien mit der Polizei. Eine Straftat wie diese passt nicht ins Raster. Zudem wurde Christoffer gesehen.“
„Wo?“
„Kurz danach kam es zu einer Schießerei in der Metrostation Saint Denis Université. Christoffer wurde verfolgt und beschossen, entkam aber mit der einfahrenden Bahn. Leider wurde die Meldung zu spät an uns durchgegeben. Wohin er danach ist, weiß kein Mensch. Die Polizei richtete zu dieser Zeit ihr Augenmerk mehr auf die sich in konzentrischen Kreisen ausbreitenden Unruhen. Die Jugendlichen, die geschossen haben, wurden noch nicht ermittelt.“
„Wen er das im Fernsehen gesehen hat, ist er nicht mehr in Paris.“
„Sie glauben, er hat die Stadt verlassen?“
„Und brennende Brücken hinter sich gelassen, ja.“
„Ok, ich werde eine Rasterfahndung für ganz Frankreich veranlassen.“
„Denken sie vielmehr an die Anrainerstaaten. Könnte gut sein, dass er außer Landes flüchtet.“
„Das ist der blanke Wahnsinn. Je mehr Staaten er durchpflügt, desto aufmerksamer dürften die Obrigkeiten auf ihn werden!“
„Im Gegenteil. Er will auf diese Art Verwirrung stiften. Und bisher ist ihm das ganz gut gelungen.“
„Wir sind ihnen dankbar für ihre Dienste, aber sie haben mehr von einem Psychologen als einem Kriminologen an sich. Vergessen sie das nicht. Was sie von mir fordern, bedeutet einen finanziellen und personellen Aufwand, den sie noch nicht ganz begriffen haben. Bitteschön, ich mache eine Großfahndung über die gesamte Fläche der EU. Aber erst will ich mich von der Notwendigkeit dazu überzeugen. Dass er sich wirklich nicht mehr in Frankreich versteckt.“
„Sie vergessen da etwas, Agent Rutherford. Ich stelle keine Forderungen an sie. Ich erteile nur Ratschläge.“
„War das ihr Wort zum Sonntag? Gut. Machen sie nur so weiter. Tun sie mir den Gefallen und kehren in ihr Hotelzimmer zurück. Ich melde mich, wenn wir ihre Dienste wieder brauchen.“
„Einen Ratschlag noch auf den Weg.“
„Was denn?“
„Achten sie auf Spuren am Straßenrand. Wie ein normaler Mensch Getränkedosen und Pizzaschachteln aus dem Fenster wirft, wird er unterwegs seine Opfer hinterlassen.“
*
Womit Doktor Sommerberg Recht haben sollte. Christoffer wusste, dass er schleunigst Frankreich verlassen musste. Er floh sowohl vor der Polizei als auch vor den Medien. Allein auf weiter Strecke. Die Autobahn eine verlassene Gerade in der Nacht. Getragen nur von den Schwingen der schwarzen Krähen, die in Schwärmen durch den Himmel jagten. Aasfresser. Die seine Witterung aufgenommen hatten und hofften, auch für sie würde etwas abfallen. Er leckte sich über Lippen, die sich rissig anfühlten und nach Salz schmeckten. Es juckte ihn gewaltig. Und es gab nur eine Abhilfe gegen diesen Juckreiz, der von innen kam. Christoffer musste sich kratzen, bevor er verrückt wurde.
An der nächsten Raststätte fuhr er raus. Den Staub der Straße mit einem Schluck hinunterspülen. Eine Kleinigkeit essen. Seine letzte Mahlzeit lag etliche Stunden zurück, vor seiner überhetzten Flucht.
Zu dieser nachttrunkenen Stunde war das Restaurant wie leergefegt. Ein paar polnische Fernfahrer saßen gelangweilt vor einer Käseplatte. Eine völlig übermüdete Bedienung, die auf das Ende ihrer Schicht hoffte, schlurfte an seinen Tisch heran.
„Na Schätzchen, was darfs sein?“
„Eine Cola und Merguez mit Fritten.“
„Hamwa nich mehr.“
„Und Spaghetti Bolognese?
„Na, jez verstehn wa uns. Bring ich dir gleich.“
Angewidert sah Christoffer, wie sie eine vorgefertigte Portion in die Mikrowelle steckte. Über dem Tresen lief ein Fernseher ohne Ton. Unangenehm wurde er an seine Flucht erinnert, und daran, dass er nur einen Vorsprung vor den Medien hatte. Nicht mehr. In der Glasabdeckung des Buffets entdeckte er sein Spiegelbild. Missmutig fuhr er sich durch die blonden Haare. Sie gefielen ihm nicht wirklich. Er wirkte wie ein in die Jahre gekommener Technojünger. Wenig vorteilhaft. Immerhin unterschied er sich von den letzten Fahndungsfotos. TF1 wiederholte die Schießerei in der Metro. Christoffer verschluckte sich an seiner Cola und musste husten. Plötzlich gab es zwei Leben, die nur durch eine dünne Schicht voneinander getrennt parallel liefen. Da war ein zweiter Christoffer im Fernsehen, das Gesicht so weit als möglich von Schal und Mütze bedeckt, der Pistolenkugeln auswich wie ein Traumtänzer. Dann war da der blonde Technojünger, der weniger als zwei Meter entfernt auf seine Spaghetti wartete. Zum Glück hatte er bei dem indischen Gemischtwarenhändler am Père Lachese einen Selbstbräuner entdeckt, der seine Gesichtszüge nun neu herausmodellierte. Äußerlich unterschied er sich nun gewaltig von der Gestalt auf der Mattscheibe, und das war gut so.
Draußen auf dem Parkplatz legte er den Kopf in den Nacken, um den Krähenschwarm besser zu sehen, der über ihn hinweg zog. Mit einem Mal wurde die Nacht dunkler, ein roter Filter legte sich über sein Sichtfeld.
*
Als er wieder zu sich kam, stand er über einer Frau, ausgeweidet wie ein junges Reh. In den Händen hielt er die glitschigen Enden ihres Darms, mit dem er sie erwürgte. Ihr Mund war mit Absperrband zugeklebt, damit sie keine Schreie ausstoßen konnte. Er konnte sich nicht erinnern, wo er das Absperrband her hatte. Selbst wenn sein Leben davon abhinge, er konnte sich nicht erinnern. Dann rutschten ihm die Darmenden aus den Fingern und er fiel rückwärts auf den Asphalt. In weiter Ferne konnte er die Lichter der Raststätte ausmachen. Am äußeren Ende des Parkplatz. Dann nur grauer Beton. Und wieder grauer Beton. Ragte aus der Nacht heraus wie vorsintflutliche Ungeheuer. Wenn das letzte Grün gewichen. Wuchs der Betondschungel heran. Sein Mund schmeckte nach Blut. Er wusste, dass er sich in seinen Instinkten wenig von den Tieren unterschied. Ein Umstand, den er nicht begriff, aber zu akzeptieren gelernt hatte. Wie oft schon hatte ihm das einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und genauso oft hatte es ihm den Kopf aus der Schlinge gezogen. Denn der Jäger witterte die Gefahr. Überlebenstrieb, ein uralter Instinkt. Dennoch war es dumm, so kurz nach seiner Flucht der Polizei möglicherweise Anhaltspunkte für sein nächstes Ziel zu liefern. Er wischte sich mit Laub und Blättern das Blut von den Händen. Den Leichnam trat er die Böschung runter, wo er in eine Schneeverwehung kullerte. Pulverschnee stob auf. Da würde er bis zum Frühjahr liegen. Er stieg hinab und schaufelte ihr ein weißes Grab mit seinen Händen.

Mittwoch, 28. März 2012

RTL 2, DSDS und Plattenbaugefühle

Da habe ich meine ganze Verwandtschaft und meinen engen Freundeskreis verrückt gemacht, sie sollen doch alle bitte einmal im Leben die RTL 2 Prime Time Nachrichten anschauen, weil sie mich da sehen könnten.. Und dann das! Kristof Hering von DSDS stahl mir wohl die Show und mein Interview wurde herausgeschnitten. Aber von Anfang an...
Gestern habe ich in einem Gymnasium in Berlin Neukölln Plattenbaugefühle vorgestellt. Es war meine erste Lesung in Berlin, meine erste Lesung in einer Schule - und es war RICHTIG gut. Das kam übrigens so: Plattenbaugefügle wurde vom LSVD Berlin-Brandenburg (Lesben- und Schwulenverband BB) für die neue Mobile Bibliothek ausgewählt. 
Mobile Bibliothek bedeutet folgendes: Von drei Werken für die Sekundarstufe (Plattenbaugefühle, Abel von Anneke Scholtens und Jesus und Muhammed von Tim Staffel) und einem Buch für die Grundstufe wurde jeweils ein Klassensatz (etwa 40 Bücher) gekauft, den man interessierten Klassen in Berlin und Umgebung ausleihen wird. Gleichzeitig wurde an einer Handreichung gearbeitet, in der zu den einzelnen Büchern Tipps gegeben werden, wie man sie im Unterricht einsetzen könnte. Eine ganz tolle Sache, wie ich finde! Und ich bin sehr stolz darauf, dass Plattenbaugefühle zu diesem erlesenen Kreis gehört. 
Das ist natürlich genial! Im Vorfeld bekam ich durch meinen Verleger Sewastos Sampsounis vom Größenwahn Verlag mit, dass da etwas vor sich geht im fernen Berlin und habe mich gemeldet und angeboten, mit dabei zu sein. Gestern nun fand die Vorstellung der Mobilen Bibliothek mit Presse im Albert Schweitzer Gymnasium in Berlin Neukölln statt. Und ich war wirklich sehr aufgeregt, derjenige der Autoren zu sein, die aus dem Buch lesen dürfen. Das Publikum sah auf den ersten Blick genauso aus wie die Jugendlichen, die in Plattenbaugefühle eine wichtige Rolle spielen - und sie haben an allen Stellen gelacht, an denen sie lachen sollten. das war total witzig für mich und auch ein Novum. Das war ja genau mein Wunschpublikum für eine Lesung, das ich im Sinn hatte, als ich das Buch schrieb! Natürlich fand ich jedes Publikum auf seine Weise wunderbar. Aber hier anzukommen, bei Jugendlichen, die sonst nicht lesen (sagten die anwesenden Lehrer_innen und der Rektor Georg Krapp, der neben mir saß) - und die nach der Lesung zu ihrem Lehrer meinten: DAS wollen wir lesen! Das ist nicht nur ein riesengroßes Lob, sondern auch gelebte Leseförderung as its best!!! 
Auf dem Bild bin ich mit So-Rim Jung (auch die Moderatorin der Veranstaltung) und Friederike Knoll zu sehen, die die Autorinnen der Handreichung sind und dankenswerter Weise Plattenbaugefühle ausgesucht haben. So, jetzt kommen wir zu RTL 2 und DSDS. 
Jörg Steinert (Bild), Geschäftsführer des LSVD Berlin-Brandenburg, wollte natürlich viele Medienvertreter anlocken. RTL 2 kam. Wieso? Wegen DSDS. Wegen Kristof Hering, dem schwulen Kandidaten der diesjährigen Staffel, der zum Beispiel über Facebook schlimm gemobbt wird und mittlerweile aufgrund der vielen Hater-Nachrichten Angst hat, aus dem Haus zu gehen. Genauso ein Projekt wie die Mobile Bibliothek, wo dem Anderssein, der Homosexualität ein Gesicht gegeben wird, sympathisch, zur Gesellschaft selbstverständlich gehörig, genau so ein Projekt, in dem man darüber bewusst redet, reflektiert, wirkt solcher Homophobie entgegen. RTL 2 war also bei meiner Lesung, hat mich dabei gefilmt, hat zuerst Jörg Steinert interviewt, dann auch mich. Und ich hatte die große Hoffnung, dass Plattenbaugefühle auf RTL 2 zu sehen ist. Mist! Dann doch nicht! Ich hatte gehofft mit dieser Werbung so viele Bücher in dieser Woche zu verkaufen wie im gesamten letzten halben Jahr. 
Von der Augsburger Allgemeine Online übernommen
Zu Kristof Hering werde ich auch noch etwas posten die Tage, aber kommen wir zurück zur mobilen Bibliothek, die erst einmal wider Erwarten sehr gut bei den Schüler_innen angekommen ist. 


Berlin Neukölln ist natürlich sehr spannend, habe mir das Umfeld der Schule genau angeschaut, mit den vielen türkischen und asiatischen Läden (Supermärkte, Krämer, Möbelläden, Reiseveranstalter...). Spannend! Mir hat das alles auf jeden Fall großen Spaß bereitet und ich bin gespannt, wie das alles weiter gehen wird. :-) 

In der Augenkrebsbar

Irgendwo im coolen, aber mittlerweile gentrifizierten Friedrichshain, ähem, begaben sich zwei kuriose Gestalten auf die Suche nach einer "uncoolen" Bar zwischen all diesen hippen Etablissements. Sie dachten: Lass uns doch irgendwo hingehen, von dem uns Christian Rach auf jeden Fall abraten würde, weil die Karten viel zu groß sind (Auswahl an Hunderten von Getränken, vor allem Cocktails, und Speisen quer durch die asiatische Küche), weil das Interieur viel zu scheußlich ist und weil außerdem das Publikum gar nicht friedrichshainisch ist... Wir wurden fündig - und wie sehr diese Bar, nennen wir sie einmal Augenkrebsbar, weh tut, kann man wirklich nicht an den Bildern ermessen, obwohl da das Grauen schon sehr groß ist, man muss dagewesen sein - und es wird einem das Fürchten gelernt. Uns kann jetzt nichts mehr passieren...










Montag, 26. März 2012

Elf Fragen von schmerzwach an den Schriftsteller Guido Rohm

Guido Rohm, geboren am 26.8. in Fulda, ist ein deutscher Schriftsteller und Künstler. Rohms Debüt, der Kurz-geschichtenband Keine Spuren erschien 2009 im Seeling Verlag. 2010 erschien dort sein Erstlingsroman Blut ist ein FlussEr führt den amerikanischen Kultautor Tom Torn, der die Hauptfigur des Roman ist, im deutschsprachigen Raum ein. Guido Rohm schreibt Essays und Kritiken für verschiedene Onlinemagazine wie zum Beispiel www.evolver.atRohm hat außerdem das literarische Weblog „Aus der Pathologie“ betrieben, das von litblogs.net kuratiert wurde. Zusammen mit dem Künstler Leszek Skurski erarbeitete er das Projekt Die letztgültigen Wahrheiten. Gerade sind seine spannenden Crime Stories mit dem Titel Die Sorgen der Killer bei den Kulturmaschinen erschienen. 

1. Wer bist du?
Wenn ich das wüsste, dann würde ich vermutlich nicht mehr schreiben.
2. Was machst du?
Schreiben, um herauszufinden, wer ich bin.
3. Woher kommst du und wohin möchtest du?
Manchmal komme ich nur aus dem Bad und möchte in die Küche, dann wieder komme ich vom Mississippi, nenne mich Huck Finn und möchte in die Villa Kunterbunt. Ich bin eigentlich ständig auf Achse, und das, ohne mich wirklich zu bewegen. Die meiste Zeit über liege oder sitze ich irgendwo rum und habe die Augen geschlossen. Das ist sehr anstrengend, weil ich dabei große Entfernungen zurücklege. 
4. Warum bist du Schriftsteller geworden?
Ich bin es nicht geworden, sondern es ist mich geworden. 
5. Welche Ziele hast du?
Ich möchte irgendwann in 80 Tagen um die Welt oder bis zum Mittelpunkt der Erde reisen. Ich möchte an einem Kamin in der Baker Street 221b sitzen und eine Pfeife rauchen. Vor allem aber möchte ich die Zeit als Landschaft erblicken können, die ich dann beschreibe. 


6. Wer oder was inspiriert dich?
Meine Kinder, meine Geliebte, andere Bücher, Geräusche, Brückengeländer, Auffahrten, Mark Twain, einfach alles, was von meinen Augen gefangen wird.
7. Wann bist du glücklich?
Wenn ich einmal nicht unglücklich bin, was unglücklicherweise nicht oft vorkommt. Glücklich bin ich in den Armen meiner Geliebten, beim Schreiben, auf den Seiten eines guten Buches, in den Bildern eines Films oder eines Bildes. 


8. Wie sieht dein perfektes Leben aus?    
Ich möchte kein perfektes Leben führen wollen, weil das Leben mit Ecken und Kanten, mit Rissen und Löchern ausgestattet ist, denn perfekt kann nur das sein, was keiner Wandlung mehr unterworfen ist, was zeitlos und somit auch tot ist. 
9. Was würdest du tun, wenn du ein Tag lang König von Deutschland wärst?
Ich würde eine Welt aus Büchern erschaffen, Paläste aus riesigen Seiten erbauen lassen, würde die Analphabeten in Kirchen das Wort unseres Herrn Guido Rohm lehren, und das alles nur, um später, wenn der Tag vorüber ist, einen Roman mit dem Titel "König für einen Tag" zu schreiben. (Ausbeutung ist eben alles.)   
10. Wovon hast du als Kind geträumt?
Von dem kratzenden Geräusch, das ich erzeugen konnte, wenn ich meinem Vater durchs unrasierte Gesicht fuhr, von einem Hügel in unserer Nähe, den ich auf Goldadern untersuchte, von Untoten, die in unserem Keller hausten und die ich mit meinem Cousin und einem Freund ins Jenseits zwang, vom Leben als Cowboy in der weiten offenen Prärie der Reihenhaussiedlung.     
11. Worauf könntest du verzichten und worauf überhaupt nicht? 
Am Ende, seien wir doch ehrlich, könnten wir alle auf alles verzichten, nur auf Wärme nicht, wenn wir frieren, nicht auf Essen und Trinken, und vor allem nicht auf die Liebe. Der Rest ist entbehrlich, na, vielleicht bis auf die Bücher von Astrid Lindgren, Mark Twain und Tom Torn. 
Ein Blick in Guido Rohms Blog lohnt sich auf jeden Fall!!!
http://guidorohm.wordpress.com/
Das neue Buch von ihm wird es hier bald als Rezension geben, bis dahin könnt ihr es selbst lesen, also hier anschauen und kaufen:
http://bit.ly/H2Q4KS (Seite von den Kulturmaschinen) :-)
http://schmerzwach.blogspot.de/2011/10/safe-heaven-von-vanja-vukovic-und-guido.html

Sonntag, 25. März 2012

Wie es in meinem Kopf drinnen aussieht...

Also, mich erinnert das an Thaddäus von Spongebob oder vielleicht könnte das ein Sohn von Darth Vader sein... ICH BIN EIN ANDERER... Hatten wir doch schon, oder?


Mit mir ist alles in Ordnung, EHRENWORT - oder sieht es ein Arzt, der zufällig hier gelandet ist, anders

Donnerstag, 22. März 2012

Ausschnitt aus "Logbuch eines Psychonauten" von Thomas Reich

Der folgende Text erschien im Jahr 2002 unter dem Namen "Großstadtjunkie" im Gedichtband "Logbuch eines Psychonauten" von Thomas Reich. 



Die Stadt stinkt
eine einzige Kloake
Menschen in Moderwolken
zuviel Hektik
zu viele Menschen
Ekel vor den Gesichtern
häßlich
verrückt
man sollte eine Waffe haben
um auszuwählen.

Polizisten
an jedem großen Platz
schützen sie uns vor den Anderen
oder die Anderen vor uns?
Was wo
seht mich nicht an
Übermacht der Augen
Baseballschläger und Butterflymesser.

Flucht des Nachtreisenden
zwischen S-Bahnen und U-Bahnen
flitzende Lichter
Spiegelreflektionen in der Scheibe
Haltestellen haltend
ungewisser Fahrplan
an der Torpforte zur Hölle.

Zuhause
in einem Meer von Plastiktüten:

Die rote Lichterwelt
beginnt hinter der Mauer
flackert im Uhrzeigersinn
meine Augen hinauf
Blut Spritzen
eine Regenbogengestalt
hält mir den kalten Dolch an die Kehle

Lichterschein in hohen Räumen
wabernd drehend
die Unendlichkeit in Sofakissen
weich umarmt.
Flitternde Glanzwolken rufen:
„All that glitters is gold“
fliegend
             im Echo des Raums
schallend zurückgeworfen.

All die vielen
kommen wieder
zu mir zurück.

Mittwoch, 21. März 2012

Leipziger Buchmesse 2012 - das Autorencamp

Das erste Mal sollte es dieses Autorencamp bei der Leipziger Buchmesse geben, ein Barcamp für alle die, die sich für die Zukunft des Schreibens interessieren, für all die Autor_innen, die im Bereich Social Media etwas dazulernen möchten - etwas, worauf moderne Schriftsteller_innen nicht mehr verzichten können... Franz Patzig hat uns alle gerufen, dem Ruf sind aber leider nicht allzu viele gefolgt...





Es gab auch Sponsoren... Neben der Leipziger Buchmesse, triboox, uschtrin und BOD... daher auch Verköstigung (eine gute Sache, wenn man bedenkt, dass eine kleine Flasche Wasser oder Cola 3,50 Euro gekostet hat undso...).


Man beachte das Schild rechts... ;-)


Das Autorencamp muss sich etablieren, anders als das Buchcamp in Frankfurt, das total überlaufen ist, anders als viele Barcamps, die Franz Patzig schon organisiert hat, in denen es 450 Plätze gab und schon am ersten Anmeldetag 450 auf der Warteliste standen, weil die Teilnehmerliste schon geschlossen werden musste. Am Samstag waren 45 Leute gemeldet, die leider auch nicht alle kamen... Aber aller Anfang ist schwer und die Veranstaltung war dank Frank Patzig und Leander Wattig, der dem Fernsehen Rede und Antwort stehen sollte, sehr gelungen.

Hilke-Gesa Bußmann hat eine Session gehalten, in der viel diskutiert wurde... War auch sehr erhellend. Sie hat wirklich alles gegeben. :-) Allerdings mussten wir etwas länger darauf warten, in unseren zugewiesenen Seminarraum gehen zu dürfen. Das fand ich ein bisschen schade: dass offensichtlich die Autor_innen immer ein wenig unwichtiger sind als die Leute von der Buchbranche - dabei gäbe es ohne uns Autor_innen auch keine Bücher. Schon mal darüber nachgedacht?



Übrigens hat mich Leander wohl gerade in dem Moment mit der Kamera erwischt, als ich die Teilnehmer_innen knipsen wollte. :-)


In unserer Session, also die von Hilke und mir, ging es um Social Media und Autor_innen. Welche Möglichkeiten des Marketings es gibt im Internet, was man so alles tun kann, welche Beispiele es gibt, ausgehend von unseren eigenen Versuchen, angereichter von den teilweise sehr viel kompetenteren Teilnehmer_innen. Aber das ist ja im Sinne eines Barcamps. Keine Hierarchien - und gemeinsame Diskussionen auf einem Level. Und jede_r lernt etwas bei der Session, möglichst ohne gelangweilt zu werden. Doch bei Barcamps wurde ich eigentlich noch nie gelangweilt... :-) Ich werde vieles aus der Session mitnehmen - und ihr kriegt demnächst eine Audio-Datei und könnt den Erkenntnissen lauschen (Mela Eckenfels hat die Session aufgezeichnet)... :-)
Und EMJU (E.M. Jungmann) hat mich fotografiert, wie ich schüchtern an der Wand klebte bei der Session. :-)



Und jetzt noch eines, das ich über Hilke bekommen habe. Sehr nachdenklich, der Schmerzwach:-)


Leipziger Buchmesse 2012 - der Manga Post





Dienstag, 20. März 2012

Leipziger Buchmesse 2012 - der Freitag (3)

Wo ich war...
Programm der Release-Party: 16. März 2012, Raum 1.16 (Klasse Illustration), HGB, Wächterstraße. 11, ab 19:00 Uhr. Programm: AUSSTELLUNG Carolin Walch "Roxanne & George" (Reprodukt) Release, COMIC BATTLE Mari Ahokoivu (Finnland), MUSIK Black Peider (Finnland)

PARTY DER JUNGEN VERLAGE

Es laden ein:
Veranstalter Plöttner Verlag, Junge Verlagsmenschen e.V., FVA Frankfurter Verlagsanstalt, Secession, Hablizel Verlag, Verbrecher Verlag, luxbooks, Verlag Voland & Quist, mairisch Verlag, Reprodukt, Salis Verlag, Folio Verlag, Lilienfeld Verlag, Onkel & 
Onkel, Ventil Verlag, Luftschacht Verlag, AvivA Verlag, Mitteldeutscher Verlag, Milena Verlag, Snippy, Lubok Verlag, Jungle World
An den Plattentellern Tim Thoelke und Lucille Du Basse, e-floor: Sebastian Dubiel und Jack Spence (ortloff); Ort: Alte Hauptpost, Historische Schalterhalle, 21 Uhr
Und so sah das aus: