Sonntag, 30. März 2014

Die Dichtungsfans Gala. Der Lyrik eine Treppe - WAHNSINN!


Damit bin ich ja immer konfrontiert: Nach einer Veranstaltung, die ich mit organisiert, die ich konzipiert und moderiert habe, hier etwas auf dem Blog schreiben zu wollen. Natürlich bin ich befangen, natürlich bin ich subjektiv, natürlich kann ich nicht beurteilen, wie die Veranstaltung war. Vor allem kann ich mich selbst ja nicht beurteilen. Was ich allerdings machen kann, ist wiederzugeben, dass die Dichtungsfans, die vorne saßen und lasen, sehr glücklich über diese Gala im Studio 294 waren. Ich kann sagen, dass unsere liebevollen und liebenswerten Gastgeber*innen Marina, Jannis K. und Nico sehr zufrieden waren, dass das Publikum offensichtlich viel Freude hatte (wie man auf den Bildern sieht). Ich kann auch sagen, dass es einige Interaktion gab, dass spontan Lieder gesungen wurden ("Maineid" von expensive toy):
http://www.regioactive.de/mp3/expensivetoy/maineid-LlgX98llyb.html - und DAS ohne vorher abzusprechen, ohne dass ich wusste, dass die Dame (Julia), die da unschuldig saß, singen kann und ein Lied zum Thema Frankfurt hat. Was ich auch beurteilen kann: die gute Stimmung, die herrschte, die Dankessagungen nach der Veranstaltung, die an die Dichter*innen, an die Gastgeber*innen und an mich gingen. Das Konzept, aus einem Lyrik-Abend eine Samstag-Abend-Quiz-Show zu machen, alles ein bisschen entspannter, unterhaltsamer, nicht so bierernst zu sehen, ging voll auf. Poetisiert euch! sagt der Verlag J. Frank, bei dem Dichtungsfan Martin Piekar veröffentlicht hat. Lest Gedichte! sage ich. Wir poetisieren uns mit viel Spaß! Und mit abwechslungsreichen Texten von Martin Piekar, Almut Aue, Gerda Jäger, Alexandru Bulucz, Sarah Schuster und natürlich Sophie von Maltzahn. Die Dichtungsfans sollten kein Geheimtipp bleiben!
Am 10.4. wird es die nächste Veranstaltung geben. "Undercover. Liebeslyrik. Ein Update" - so heißt die Veranstaltung im Blauen Haus - da werden wir diskutieren, interagieren, in Liebesromantik schwelgen. Macht mit! :-)













Freitag, 28. März 2014

Elf Fragen von schmerzwach an die Autorin Jacqueline Flory


Jacqueline Flory wurde 1976 geboren und ist Übersetzerin. Sie liebt Worte (in allen möglichen Sprachen) und hat daher schon sehr früh mit dem Schreiben begonnen. Sie pendelt mit ihrer Familie zwischen New York und München.
Die Jagd des Jägers ist ihr zweiter Roman und sie schreibt derzeit ganz fleißig an ihrem dritten.


1. Wer bist du?
Ich bin Anhängerin des Existenzialismus und ein großer Sartre-Fan, die Antwort auf diese Frage ist bei Sartre ein weites Feld…. ☺ Generell würde ich aber sagen, dass wir alle noch nicht fest gewordener Ton sind, also jederzeit die Möglichkeit (und die Pflicht) haben, uns zu verändern und zu entwickeln. Auf „neudeutsch“ abgekürzt: „Move your mind – your ass will follow“.
2. Was machst du?
Schreiben, leben, lieben, mich in der Welt herumtreiben, mich immer wieder daran erinnern, keinen Moment dieses kostbaren Lebens zu vergeuden.
3. Woher kommst du und wohin möchtest du?
Also meistens komme ich aus der Arbeit und will in den Kindergarten, um meine Kids abzuholen (es fühlt sich jedenfalls so an, als würde dafür der Großteil meiner Zeit draufgehen), aber nächste Woche z.B. sitze ich in einem Flieger von Dubai nach Hong Kong und stöhne über die engen Economy-Sitze. Manchmal steige ich auch einfach aus einer Geschichte in die nächste, schreibe mir die Finger wund oder pausiere mit meinen Kindern ein bisschen auf dem Mittelhof in Bullerbü (es MUSS der Mittelhof sein, wir stehen auf Lasse und Bosse)…..
4. Warum bist du Künstler_in geworden?
Simone de Beauvoir hat mal gesagt „Als Frau kommt man nicht zur Welt, man wird eine“. Ich glaube, in der Kunst (und besonders beim Schreiben) ist das Gegenteil der Fall. Ich habe nicht entschieden, zu schreiben, ich muss es tun, immer schon. Wenn ich die Wahl hätte, wäre ich lieber Astronautin, Primaballerina oder Vorstandsvorsitzende bei Goldman Sachs geworden! ☺
5. Welche Ziele hast du?
Astronautin, Primaballerina oder Vorstandsvorsitzende bei Goldman Sachs.
6. Wer oder was inspiriert dich?
Menschen, in allen Farben und Formen. Ich kann sie nicht immer leiden, aber ich finde sie immer interessant.
7. Wann bist du glücklich?
In denselben Momenten, in denen wir alle glücklich sind: wenn wir für einen kurzen Augenblick ganz wir selbst sind, ganz loslassen können und uns darüber bewusst werden, wie glücklich wir sind. Ich glaube wir sind es viel öfter, als wir denken, wir nehmen es nur nicht oft genug wahr.
8. Wie sieht dein perfektes Leben aus?
Ich bin einer dieser unerträglichen Optimisten, die fast jedes Leben perfekt finden und sich fast alles vorstellen können. Ich wäre vollkommen glücklich, auf Bali Bastkörbe für Touristen zu flechten, in Alaska vom Fischfang zu leben, in Dubai Kamele zu züchten oder auf Usedom einen kleinen Buchladen zu haben. Oder eben zu schreiben, denn das ganz Wunderbare am Schreiben ist, dass ich dabei jedes Leben leben kann.
9. Was würdest du tun, wenn du ein Tag lang König_in von Deutschland wärst?
Ich wäre eigentlich lieber die Diktatorin (ganz volksnah und bürgerfreundlich natürlich) einer kleinen Insel in der Südsee als Königin von Deutschland….
10. Wovon hast du als Kind geträumt?
Gute Frage. Ich weiß noch, dass ich mit 12 Jahren mal eine Phase hatte, in der ich unbedingt Polizistin bei „Miami Vice“ werden wollte, weil ich Don Johnson so toll fand. Ist das ein Fall für den Therapeuten? Aber wie gesagt: das war nur eine Phase, mein Faible für Männer in weißen Schulterpolster-Sakkos habe ich überwunden…. 
11. Worauf könntest du verzichten und worauf überhaupt nicht?
Also verzichten kann ich auf Reihenhäuser, iPads, Tupperpartys, die Steiermark, Selbstmitleid und Leute, die einem ständig erzählen, was alles nicht geht. Ganz unverzichtbar sind dagegen natürlich meine Familie, Bukowski, mein Notizbuch,  laaange Reisen, Unabhängigkeit und natürlich die 127 Dinge, die ich in meiner Handtasche täglich mit mir rumtrage.


Mittwoch, 26. März 2014

Fallen - Eine Irritation im öffentlichen Raum


Von Mitte August 1944 bis 24. März 1945 bestand mitten in Frankfurt ein Konzentrationslager in den Adlerwerken. Es wurden unter anderem Fahrgestelle für Panzerwagen und Fahrräder hergestellt. Dieses KZ wurde "Katzbach" genannt.
Am 24. März 2014 wurde die öffentliche Irritation "Fallen" von der Künstlerin Margarete Rabow (atelierfrankfurt) durchgeführt. 528 Menschen, die Anzahl der hier begrabenen Opfer, fallen rund um die Hauptwache um und bleiben liegen. Eine Zahl ist ein abstrakter Begriff und es braucht deutliche Mittel um die Zahl 528 sinnlich wahrnehmbar zu machen. Helfer zeichnen mit weißer Schulkreide den Körperumriss auf die Straße und schreiben den Namen eines der hier begrabenen Häftling dazu, denn hinter jedem Namen steht ein Mensch, eine Geschichte, eine zerstörte Biografie und Familie.

Wir trafen uns alle an der Katharinenkirche an der Hauptwache. Es waren zwar keine 528 Menschen, die kamen, aber natürlich ist es schwierig, an einem Werktag am Nachmittag so viele Leute zusammenzutrommeln - zumal in diesem geschäftigen Frankfurt. Zeit ist Geld. Aber die Kirche ist voll. Und schließlich kann man auch einen zweiten oder dritten Namen nehmen und an des Opfers Statt nochmals sterben.
Es war ein sehr intensives Gefühl, das mich plötzlich beschlich - vorher hatte ich keine Minute darüber nachgedacht, wie ich mich bei dieser Performance fühlen würde. Vielleicht dachte ich, dass es so ist, wie man in einem Theaterstück stirbt, völlig bedeutungslos, einfach nur Show. Aber das hier war keine Show. Das hier fühlte sich merkwürdig echt an, mit einem Bauchgrummeln, mit einem Stich im Herzen. Mit einem "Oh, ich sterbe jetzt noch einmal den Tod eines anderen Menschen", nein, sogar drei Tode "durchlebe" ich hintereinander. Was ein krasser Scheiß! Du liegst auf dem Boden, ohnmächtig, hilflos. Die Menschen laufen meist uninteressiert an dir vorbei. Schauen weg! Krass! Oder schauen hin, kümmern sich aber nicht darum. Unwillkürlich musste ich an Jesus denken. Jesus ist für uns, für unsere Sorgen gestorben. Ich bin nicht Jesus. Trotzdem hatte ich plötzlich diese Gedanken im Kopf, so als gar nicht gläubiger Mensch. Woran glaube ich, fragte ich mich. In der Theodizee fragt man, wie konnte Gott das alles zulassen, z.B. die Konzentrationslager. Wieso mussten diese vielen Menschen sterben? Und ich liege da und mache diese Selbsterfahrung und denke: Boah, das ist wirklich intensiv, das ist wirklich viel - geht es den Anderen auch so wie mir?

Von den Körperumrissen werden Fotos gemacht. Während die Kreide verblasst, von Passanten zertreten, oder vom Regen fortgespült wird, so als hätte es die Umrisse und Namen nie gegeben, bleiben die Aufnahmen erhalten und werden auf der Website veröffentlicht.
Auch wenn die Performance einen flashmob Charakter hat, ist sie weit davon entfernt. Die beteiligten Bürgerinnen und Bürger werden nicht anonym über soziale Netzwerke zusammengerufen, sondern in gezielten Gesprächen mit Schülern, Lehrern, Studenten, Kirchen und Vereinen angesprochen. Die Orte und der Zeitpunkt des „Fallens“ sind genau festgelegt und werden zuvor besprochen. Die Performer kommen mit Passanten ins Gespräch, stellen die Zusammenhänge mit dem KZ Katzbach her, verschenken Fotografien in Form von Sonderpostkarten.

Nach der "Aktion" gab es nicht nur Butterbrote und Wasser in der Katharinenkirche, sondern auch Gespräche darüber, wie man sich beim "Fallen" fühlte, und einen Gottesdienst zu dieser Thematik.
Sehr bewegend war das alles!!!
Mehr dazu: http://www.rabow-kz-katzbach.de/ 


















Dienstag, 25. März 2014

Die Dichtungsfans Gala. Der Lyrik eine Treppe



Die Samstagabend-Show am Donnerstag Abend in der verrücktesten Bürogemeinschaft Frankfurts in der Gutleutstraße 294 (Landunsgbrücken).

Einlass ist ab 19.30 Uhr, um 20.15 Uhr beginnt die Gala.

Die Dichtungsfans sind junge Dichter*innen aus Frankfurt, Offenbach und Umgebung. Sie stehen für neue Lyrik, aber vor allem auch für innovative Veranstaltungskonzepte, die immer interaktiv und anders sein wollen. Weg von der Wasserglaslesung, hin zum Lyrik-Event, das für Überraschung sorgt. 
Die Dichtungsfans haben sich bisher noch sehr wenig mit eigenen Gedichten vorgestellt, das soll nun nachgeholt werden – bei dieser „Gala“. 
Es wird eine Mischung zwischen Game-Show und Lesung sein. Ein Glücksrad wird gedreht, darauf befinden sich Schlagworte. Der/ die Dichter*in, der/die ein Gedicht hat, das zum gedrehten Schlagwort passt, meldet sich ganz schnell und darf als erste*r lesen. Welcher der Dichter*innen wird wohl am meisten dran sein, die meisten Gedichte vortragen dürfen?
An den Start gehen die Dichter*innen Gerda Jäger, Sophie Maltzahn, Martin Piekar Löwe Tier, Almut Aue, Sarah Schuster Dichtung, Julia Mantel, Alexandru Bulucz.
Aufgelockert wird die Veranstaltung durch Musik - immer mal zwischendurch, wie es sich für eine Samstagabend-Show geziemt. Alexandru wird vor und nach der Show auch als DJ sein Können unter Beweis stellen.
Durch den Abend führt Jannis Plastargias.

Abendgarderobe ist erwünscht, aber keine Pflicht. :-)

Anreise:
Mit der Buslinie 37 (Richtung Gutleutviertel) fährt man vom Hbf. ca. 7 min bis zur Haltestelle Johanna Kirchner Altenhilfezentrum, dann 2 min Fußweg bis zum Studio.
Für diejenigen, die mit Auto kommen, gibt es auf der Gutleutstraße genug Parkmöglichkeiten. Parken auf dem Hof ist nicht vorgesehen.
Das Konzert wird spätestens um 20:30h beginnen, daher seid ihr so pünktlich wie möglich!!
Der Eingang vom Studio294 befindet sich gegenüber vom Eingang des Theaters "Landungsbrücken".
Auf einen tollen Abend, die Bürogemeinschaft und die Dichtungsfans freuen sich sehr auf Euch!

Montag, 24. März 2014

best blog blogstöcken als sitzsatz-sitzspielchen - und schmerzwach macht mit


Also, ehrlich gesagt weiß ich nicht so genau, wie ich da reingeraten bin. Was habe ich mit Stuttgart zu tun? Wieso fragt mich das A & O, ob ich bei diesem Blogstöckchen mitmache? Da die Fragen ja dann doch nicht so Stuttgart spezifisch sind ... kann ich da ja gerne mitmachen. Also, wie gesagt, Alexandra von http://www.satzsitz.de/ hat mich nominiert. Und jetzt beantworte ich mal ihre Fragen. Und was es mit diesem Stadtmuseum und dem ursprünglichen Blogstöckchen auf sich hat, das könnt ihr hier lesen:
http://www.satzsitz.de/statdmuseum-stuttgart-0711/

Was ist die Geschichte zu deinem Blogtitel?
schmerzwach. Ja, warum eigentlich? schmerzwach im Bett liegen, so habe ich das genannt, wenn man schlaflos im Bett liegt, voller Gedanken, voller Zweifel, Überforderung in der Multioptionsgesellschaft. Es gibt so vieles zu tun und so vieles zu lassen. Überall wartet Schmerz, Verletzung, Ablehnung. Aber es wird immer so dargestellt, als gäbe es überall Freude, Glück, Erwartung ...
Wenn dein Blog eine Person wäre, welche Klamotten hätte sie an?
Wie ein moderner Bohemian. Aber DAS zu beschreiben überlasse ich Fashion Bloggern: http://www.fashionbeans.com/2012/the-look-bohemian/
Na gut, noch eine leichtere Frage fürs Fun-Fact Kapitel: Was hast du gerade an?
Eine Jogginghose untenrum, ein legerer Pulli obenrum :-)
Du kannst jetzt deinen Blog in zwei oder vier Sätzen vorstellen, die sich reimen. Wie geht dein Blog-Reim?
Bei mir ist alles ungereimt. Bei mir ist alles kunterbunt, passt in keine Schublade. Der Blog ist wie er ist, erfindet sich jeden Tag neu - und niemand kann sich einen Reim darauf machen. ;-)
Wie viele andere Blogs hast du in deinem Reader abonniert?
Ich lese selten andere Blogs. :-))) Und wenn, dann sind es meist Fashion Blogs. :-)
Was siehst du wenn du genau jetzt nach links, nach rechts und nach oben schaust?
Nach links: Bücherregal. Nach rechts: Wolken. Nach oben: eine schöne Lampe.
Welche Farbe hat das Cover des Buches, das du gerade liest?
Blau. 
Wusstest du die Antwort ohne nachzuschauen?
Ja, ist ein dickes Buch und ich lese schon länger dran. ;-)
Morgen um 19:25 werde ich …
Auf den Start des neuen Praunheim-Films warten ...
Der Dauerbrenner ab jetzt, bis es eine “Lösung” gibt: Was wäre die bessere Bezeichnung für “Blogstöckchen”?
Bloghopping. Bloghüpfen.
Was ist dein Lieblingswort?
Keks. Oder schmerzwach. 

Meine 11 Fragen:

1.     Wer bist du?
2.     Was machst du?
3.     Woher kommst du und wohin möchtest du?
4.     Warum bist du Blogger_in geworden?
5.     Welche Ziele hast du?
6.     Wer oder was inspiriert dich?
7.     Wann bist du glücklich?
8.     Wie sieht dein perfektes Leben aus?
9.     Was würdest du tun, wenn du ein Tag lang König_in von Deutschland wärst?
10. Wovon hast du als Kind geträumt?
11. Worauf könntest du verzichten und worauf überhaupt nicht?

Ich nominiere folgende Blogs:

Samstag, 22. März 2014

Indiebookday 2014


Der Indiebookday - eine wundervolle Erfindung des mairisch Verlags, der unter anderem den wunderbaren Finn-Ole Heinrich entdeckt hat. Kein Geheimnis ist es, dass ich bei den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig gerne bei den mairischs stehe, aber auch bei allen anderen der jungen unabhängigen Verlage. Sei es Voland & Quist, die ich besonders schätze, binooki ebenso, die guten Menschen vom Verbrecher Verlag, von Ventil, die Österreicher Luftschacht und Milena, Liebeskind, Secession, Luxbooks, Hablizel, Verlag J. Frank und und und ... Da sind so viele Verlage, die gute Arbeit leisten, schöne Bücher machen.


Wie funktioniert's?
Geht am 22.03.2014 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet.
Hauptsache ist: Es stammt aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag.
Danach postet Ihr ein Foto des Covers, des Buches, oder Euch mit dem Buch (oder wie Ihr möchtet) in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Google+) oder einem Blog Eurer Wahl unter dem Stichwort/Hashtag "Indiebookday". Wenn Ihr die Aktion gut findet, erzählt davon.

Zum Hintergrund
Es gibt viele kleine tolle Verlage, die mit viel Herzblut und Leidenschaft schöne Bücher machen. Aber nicht immer finden die Bücher ihren Weg zu den Lesern. Der Indiebookday kann da für ein bisschen Aufmerksamkeit sorgen. 

Der erste Indiebookday 2013 bekam in den deutschsprachigen Ländern große Aufmerksamkeit. 
2014 wird es noch schöner.


Immer in Leipzig achte ich darauf, keine 100 Bücher am letzten Messetag einzupacken. Meine Taschen sind eh zu schwer - die muss ich ja dann wieder nach Frankfurt transportieren. Und wer liest diesen ganzen Stoff?
Dieses Mal habe ich nur ein Buch mitgenommen. Eines von binooki, weil die wunderbare Selma Wels mit einen Buchtausch gemacht hat. Sie gab "Secret Agency" von Alper Canıgüz und ich schickte ihr nach der Buchmesse "Plattenbaugefühle", meinen Roman, der beim Größenwahn Verlag erschienen ist. Dieser Verlag gehört übrigens genauso wie die vorher genannten zur Kurt Wolff Stiftung und ist also einer der jungen unabhängigen Verlage. Daher das Bild unten mit meinen Büchern. Ja, auch der Größenwahn Verlag macht mit beim Indiebookday! :-)
Beim Lilienfeld Verlag hatte ich schön öfter gestöbert. Heute beim Indiebookday habe ich endlich einmal wieder ein Buch von ihnen gekauft, weil es unheimlich interessant klang. Donald Windham: "Zwei Menschen". Ich bin sehr gespannt!!!





Freitag, 21. März 2014

Die Dichtungsfans stellen sich vor: Martin Piekar


Martin Piekar, 1990 in Bad Soden am Taunus geboren, veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien, u.a. »Manuskripte«, »POET«, »Konzepte«, »Perspektive« und in der »Neuen Rundschau«. Er war Gewinner beim Lyrix Wettbewerb 2010 vom Deutschland Radio, Teilnehmer des Literaturlabors Wolfenbüttel 2012, Lyrikpreisträger beim 20. Open Mike 2012 und Teilnehmer des Projekts »Radikal Büchner« von ZDF Kultur. Gerade ist sein erster Gedichtband "Bastard Echo" im Verlag J. Frank erschienen. 



           vom Ficken spreche, weißt nur du

           es ist ein geschollener Traum
           zwischen uns

           mit Widerhaken häkeln wir in Emotionen
           und widersprechen Epikur

           so ein bisschen punkromantisch
           die panchromatische Frankfurternacht

           stellt die Zeit aufs Abstellgleis
           und uns die Weichen, frivol und sorglos

           zu entgleisen in Nebengassen
           Schattengraffito tätowiert

           und die kredenzen uns ein Pendelschwingen
           von Ideen, bis wir vom Grat der Straßenwoge

           in den Morgen schlingern
           ich wünschte Caravaggio könnte uns so malen

           nein, nur er, nachts vertanzt besoffen
           hey – hey du, deine Träume

           wandern wie Spinnen ausm Kopf
           durch dein wehendes Haar als Schraffur

Mittwoch, 19. März 2014

Leipziger Buchmesse 2014: Mit Albert bei den Randoms


Zwei Mal im Jahr feiert die Buchbranche ein Klassentreffen. Ein riesengroßes Klassentreffen, tagelang, nichts wird ausgelassen. Alles miteinander vermischt. 

Schön war es wieder einmal auf der Leipziger Buchmesse. Und es gibt nur einen Grund, warum ich heuer so spät erst darüber blogge. Das erste Mal in meinem Leben wurde ich mit dem Buchmessen-Virus infiziert und liege TOTkrank in meinem Bettchen. Schüttelfrost und sehr unruhiger Schlaf in der Nacht, Suppe und Tee, weil der Hals dick und rot ist und sehr schmerzt, der Kopf brummt, die Glieder sind schwer. Aber ich habe es nicht besser verdient. Ich gebe es ja zu.

Ein Klassentreffen, so nannte ich es. Aber auch ein Treffen zwischen Autor*innen und Leser*innen, denn in Leipzig ist der Kontakt zwischen diesen beiden Gruppen sehr viel enger als in Frankfurt. Nein, nicht dass ich hier einen Vergleich anstellen möchte. Leipzig ist Leipzig und Frankfurt ist Frankfurt. Ich finde beide Städte wunderbar. Beide Messen auch. Sie sind eben unterschiedlich - und das hat eine Geschichte. Daher ... 

Um Menschen geht es auf jeden Fall bei diesen Messen, weniger als um Bücher, zumindest von der Seite aus, die die Bücher macht. Vielleicht kommen die Besucher*innen wegen der Bücher, aber die Macher*innen können sich gar nicht um die vielen Millionen Seiten Text kümmern, schon nach den ersten zwei Messe-Stunden kann man kein Buch mehr sehen. So geht es zumindest mir. Etwas anderes ist mir wichtig. Endlich die Kolleg*innen wieder treffen, die man so selten im Jahr sieht. Mit denen man zusammenarbeitet, virtuell, die man um Rat fragt, virtuell, die einen inspirieren, virtuell. Und die man nun endlich wieder live sieht, mit ihnen mit einem Bierchen anstoßen kann, sie in den Arm nehmen kann.

Eine schöne Messe war es! Eine schöne Messe wegen der vielen Menschen, die mir diese vier Tage so versüßt haben. Und es gäbe eine sehr lange Liste, begonnen bei meinen Roommates, die so wundervoll sind, mit denen ich immer wieder zusammen auf die Messe fahren möchte - oder in den Süden ans Meer, mit einem großen Bus. Mit Andrea, Kadda und Daniel. Aber wir packen natürlich meine Buchmessen-Liebe Caro ein, Leander nicht zu vergessen, den besten Nikk der Welt, Jacob und Jakob, Robert natürlich, der immer irgendwie irgendwo auftaucht, Susi, die diesmal nicht dabei war; vielleicht treffen wir wieder die Freiberger Boys gemeinsam mit Zoe, vielleicht auch Claudio, dessen Nummer wir leider nicht haben, und Moritz wollen wir schon gar nicht missen. Wir wollen aber auch die ganzen lieben Leute von den unabhängigen Verlagen nicht vergessen, Sebastian und Leif, Inci und Selma, Kristine und Christian und wie sie alle heißen. Und so könnte ich noch stundenlang fortsetzen, denn auf die Menschen kommt es an! Ich sagte es. 

Schön fand ich, einige der Autor*innen kennenzulernen, die ich in "Das halbe Wort" vorgestellt habe. Da sind insbesondere Max Czollek und Lydia Daher zu nennen. Mit den Dichter*innen geht es auch weiter. Jan Kuhlbrodt endlich kennengelernt. Genauso wie Tristan Marquardt, der mit Max bei der Party der DLL fabulös aufgelegt hat. Die Dichtungsfans waren mit Martin Piekar und mir vertreten auf der Leipziger Buchmesse - und wir haben uns weiter vernetzt. Viel beim Verlag J.Frank abgehängt, total nett, genauso wie die Nachbarn Luxbooks und Hablizel, die famoses belgisches Bier hatten. 

Ja, natürlich war ich viel auf Partys, mit der Party-Gäng, zum Beispiel mit Albert bei den Randoms, was natürlich mit Albrecht auf der Random House Party heißen müsste. Aber etwas Alkohol und damit weniger Koordination bringt solche Kurznachrichten hervor. ;-) Im Flower Power mit dieser Kuh, die über der Theke kreist, abgefahrener Laden. Auf der Party der jungen Verlage. Natürlich. Dieser Termin ist gesetzt. Auch wenn da immer wieder der Spruch: Früher war alles besser auftaucht. ;-) 

"Die jungen Wilden" werden Safiye Can, Levend Seyhan, Thomas Pregel und ich vom Größenwahn Verlag tituliert. Ein bisschen stimmt es. ;-) Wir hatten drei gemeinsame Veranstaltungen, die alle etwas Besonderes hatten. Auf ihre Weise. Es hat Spaß gemacht - und da passiert etwas im Verlag. Wir waren häufiger am Stand, waren aber auch essen - und haben uns gefreut, gemeinsam auf der Leipziger Buchmesse zu sein.

Ja, ja, alles so positiv, so menschenfreundlich. Ja, ich gebe es zu: Ich habe den Buchmesse-Blues. Für mich könnte gleich nächstes Wochenende (nach meiner Erkältung) wieder Buchmesse sein. :-)

Übrigens das oberste Bild ist ein Gruß an Hey! Publishing ... unsere Pension war sehr ostalgisch ... und in der Mitte ist das Alexandra Oswald von a & o. :-)