Dienstag, 29. April 2014

Your Pleasure is our Business 3



2.1 Was ist ein Hashtag und wie komme ich zu Followern? 
Zunächst möchte ich wieder einen Schritt zurück gehen: Anfangs stellte ich fest, dass zwischen Autor und Leser eine Kundenbeziehung besteht. Eine solche Beziehung benötigt Vertrauen und das Gefühl der Authentizität. Der Leser möchte sich ernst genommen fühlen, möchte ein bisschen Privatheit und Persönlichkeit des Autors erhalten, eine Beziehung aufbauen können. Er hat kein Interesse daran zugespammt zu werden, im Gegenteil: Er interessiert sich für etwas, dass ihm vielleicht nur diese eine Person geben kann. Bei Sachbüchern ist das viel leichter zu greifen: Da ist es meist so, dass sich der Leser für ein bestimmtes Fachgebiet interessiert, zum Beispiel für Burnout, Hirnphysiologie oder Direktmarketing, und den Autoren als Experten ansieht. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass diese Leser, wenn sie einem Autoren folgen, gerne mehr Informationen über genau dieses Thema bzw. diesen Fachbereich erhalten möchten. Nach dieser etwas längeren Einleitung möchte ich dann doch einmal zu Twitter kommen: Twitter kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt Gezwitscher, wer hätte das gedacht angesichts des kleinen Piepmätzchens im Logo. Twitter könnte auch "Micro-Blogging" genannt werden: Es dient dazu, kurze Nachrichten schneeballartig in die digitale Welt zu schießen. Die Zeichenlänge dieser Kurznachrichten sind maximal 140 Zeichen und sie werden Tweets genannt. Die Mitglieder dieses Netzwerkes nutzen das Medium recht unterschiedlich. Viele kommunizieren über Tweets miteinander, viele benutzen es als interaktives und meist öffentlich einsehbares Online-Tagebuch, manche brauchen es als Marketinginstrument, wieder andere informieren Menschen über einen für sie spannenden Fachbereich. Die Art des Gebrauchs von Twitter ist ungefähr so unterschiedlich wie es die Nutzer selbst sind. Ohne nun zu ausschweifend über Twitter zu sinnieren, denn das wäre ein eigenes Buch wert, möchte ich ganz kurz die Begriffe Hashtag und Follower erklären. Ein Hashtag sieht so aus: #. Es ist quasi ein Stichwort/ Schlagwort oder englisch: Tag (das hash davor bedeutet: Doppelkreuz). Anfangs brauchte man es, damit man Twitter-User, die über das gleiche Thema schrieben, schneller finden konnte. Seitdem Twitter eine praktikable Suchfunktion anbietet, ist das Hashtag im Grunde genommen redundant, aber da manche Hilfsdienste für Twitter (Twitter-Clients) Stichworte mit Hashtag automatisch in die Trefferlisten aufnehmen, benutzen viele Twitterer diese lieb gewonnene Konvention weiter. Schaut man sich Twitter genauer an, sieht man auf der linken Seite Trends: die zehn meist genannten Schlagworte des Tages. Die generieren sich je nachdem, was gerade besonders diskutiert wird. Ist der Papst gerade zu Besuch in Deutschland, ist es sehr wahrscheinlich, dass er in den Trends erscheint, genauso wenn das Ex-Präsidentenpaar sich trennt. Je nach Art der Nutzung von Twitter gibt es selbstverständlich unterschiedliche Ziele und Motivationen, mit dem Thema Follower umzugehen. To follow ist Englisch und bedeutet (ver)folgen. Ein Follower ist also jemand, der dem eigenen Account auf Twitter folgt, im Gegenzug verfolgt man andere Accounts. Das ist natürlich obligatorisch, denn sonst wird man in der Timeline nicht viel zu lesen bekommen. Es gibt noch ein paar Funktionen neben Privatnachrichten, die man sich schicken kann: Retweeten, was einfach bedeutet, dass man einen Tweet eines anderen Users teilt, favorisieren, was einfach bedeutet, dass man einen Tweet nicht nur teilt, sondern speziell hervorhebt. Aber das sind alles Finessen, die man sich nach Tagen aneignet, wenn man sich Mühe gibt und versucht sich einzudenken. Denn das ist der größte Unterschied zwischen Twitter und Facebook. Während letzteres scheinbar nur Schwierigkeiten beim Thema "Privatsphäre und Urheberrecht" macht, ist es recht einfach zu bedienen, während man das Prinzip von Twitter nicht ganz so leicht verstehen kann, es hat sehr viel mehr Geek-Potenzial. Man braucht schon ein paar Tage intensiver Beschäftigung, um durchzusteigen, wie man am besten agiert. Zum Beispiel hatte ich anfangs nicht verstanden, wie man lange URLs verkürzt, wozu man solche Dienste braucht wie bit.ly oder ähnliches, oder wie man Bilder einbindet, wozu es z.B. Twitpic gibt (später auch mit Instagram und ähnlichen Diensten). 

Bald gibt es Teil 2 zum Thema Twitter ...

Freitag, 25. April 2014

Warum ich schreibe - Guido Rohm



Notizen zum Thema

Als ich klein war, lebte wir in bitterer Armut. Ich fragte mich oft, warum es keine süße war. Süße Armut hätte uns wenigstens geschmeckt. Wir wären ihr vermutlich treu geblieben, denn wer will schon süße Armut hängenlassen, vor allem, wenn er ein Junge ist. Aber sie war nun einmal bitter. Und so verzogen wir, meine zehn Brüder und ich, oft das Gesicht, wenn uns Mama zwang, in die Armut zu beißen. Das wäre immer noch besser, als ins Gras zu beißen, sagte sie. Ins Gras bissen eine Menge Leute. Wir sahen sie, wenn uns Mama in den Kindergarten brachte, in dem ich aufwuchs. (Kindergärten, die sind ein ganz eigenes Thema. Dieses ständige Gießen und Düngen, man wird umgetopft, steht in der Sonne, im Schatten, und das einzig, damit man wächst, wächst, wächst, als gäbe es sonst kein anderes Ziel im Leben.)
Ich erzähle das, damit sie einen Einblick in mein Leben bekommen, in die Art und Weise, in der ich erzogen wurde. All diese Dinge spielen eine Rolle, wenn man verstehen will, warum ich schreibe.

Wenn ich etwas angestellt hatte, etwa meinen kleinen Bruder Robert an eine Schlange, bekam ich einen Rüffel. Meine Mutter sagte: "Schreib dir das hinter die Ohren!"
Ich gehorchte und versuchte, mein bisheriges Leben hinter mein rechtes Ohr zu schreiben. Mann, war das eine Plagerei. Ich brach mir beinahe den Arm bei dem Versuch. Später bat ich meine Klassenkameradin Fiona, meine Geschichte hinter mein Ohr zu schreiben. Meine erste Kurzgeschichte entstand.
Es dauerte lange, bis ich vom Ohr auf Papier umstieg. Im Grunde hatte ich es nie gewollt. Ich dachte, nein, lass sie doch alle auf Papier schreiben, ich bin und bleibe ein Ohrenautor.
Meine ersten Einsendungen scheiterten an meiner Angst, mir mein eigenes Ohr abzuschneiden. Fiona hielt mich für einen Schwächling. Sie erinnerte an all die großen Ohrenschriftsteller wie B.L. Jennings und K.L. Sanktpeter.

Später, als ich längst Erfolg hatte, lag ich eines Tages auf der Couch eines berühmten Psychiaters, der mich fragte: "Guido, warum schreiben Sie?"
"Ich schreibe, weil ich damit davon ablenke, nichts zu können. Sehen Sie, ich habe erst heute versucht, aufzustehen. Es misslang, und dabei habe ich es wirklich gewollt. Wie soll sich ein Mensch fühlen, der nicht einmal in der Lage ist, aufzustehen?"
Schweigen, ein so eisiges Schweigen, dass ich mich nach einem Schal und einem Pelzmantel sehnte, ein Schweigen, so eisig, dass Schnee von der Decke fiel.
"Es schneit", sagte ich.
"Das tut mir leid", sagte der Psychiater, "das liegt an der eisigen Stimmung. Vielleicht ist es besser, wenn Sie jetzt gehen."
"Wenn ich das hinbekommen würde", sagte ich und rief nach meiner Frau und meinen Kindern, die mich nach unten in die Autorenkutsche trugen, wo ich saß und alles, was ich gerade erlebt hatte, niederschrieb.

Ich schreibe vermutlich aus dem Bedürfnis, mich in der Welt zurechtzufinden. Es ist, als würde ich eine Karte von mir und meiner Umgebung, von mir und meinem Leben entwerfen. Wenn ich meine, mich verirrt zu haben, lese ich nach, woher ich komme, wo ich bin, und überlege, wo es hingehen könnte. Es ist der Versuch, mich festzuhalten. Das Schreiben ist wie ein Baum, an den ich mich klammere, während ein Sturm an mir zerrt.

Mehr zu Guido Rohm:
http://faustkultur.de/107-0-Guido-Rohm.html#.U1ky1eZ_vUY
http://faustkultur.de/398-0-EINE-HANDVOLL-WRTER-von-Guido-Rohm.html#.U1kzdeZ_vUY

Donnerstag, 24. April 2014

Schlafzimmerlesung am Welttag des Buches


23.4. - Welttag des Buches. Und ich als offizieller Lesefreund durfte für die "Stiftung Lesen" Bücher verschenken: Die "Korrekturen" von Jonathan Franzen. Dazu habe ich mir etwas überlegt ... Ich dachte, hm, Wohnzimmerlesung ist so 2012, die Küche ist zu klein, der Balkon auch, ach, wieso nicht eine Schlafzimmerlesung mit ein paar lieben Freund*Innen - wenn man dann auch noch die richtigen Texte dafür hat ... Und die habe ich. Aus der Anthologie "Liebe und andere Schmerzen", in der sich eine Geschichte darum dreht, ob der Junge dem Mädchen aus der "Glasglocke" von Sylvia Plath vorlesen soll oder nicht.
Natürlich gab es auch Bier (Tag des deutschen Bieres), elsässischen Cremant und gaaaaaanz viel Pizzaaaaa! Und Knabbereien. Und Diskussionen. Und ganz viel Emotion. Das hat so richtig Spaß gemacht. Ich sollte das öfter tun. :-) Und meinen Freund*Innen scheint es auch gefallen zu haben ... 
















Mittwoch, 23. April 2014

Blogger schenken Lesefreude 2014


Auch ich beteilige mich an dieser schönen Aktion an einem meiner Lieblingstage: dem Welttag des Buches! Es gibt etwas zu gewinnen! :-)


“Blogger schenken Lesefreude” ist eine Gemeinschaftsaktion lesebegeisterter Blogger, die zum Welttag des Buches auf ihren Blogs Lieblings-Bücher verlosen.

Warum machen wir das?

Wir sehen uns als Botschafter in Sachen Lesefreude. Ein Leben ohne Bücher, Hörbücher und EBooks wäre für uns ein trauriges Leben.

Am Welttag des Buches möchten wir unsere Lese-Begeisterung in die Welt hinaustragen und andere damit anstecken. Für uns ist dieser Tag wirklich ein Feiertag! Deswegen verlosen wir am 23. April 2014 auf unseren Blogs Bücher, die uns begeistert haben.

Jeder Blogger organisiert seine Verlosung selbst. “Blogger schenken Lesefreude” stellt nur die Vernetzungs-Plattform zur Verfügung. Wir kümmern uns auch intensiv um die Verbreitung der Aktion.  2013 nahmen über 1000 Blogs teil und es erschienen Artikel im “Bücher Magazin”, im Boersenblatt, im Buchmarkt sowie auf vielen Blogs.



Ja, bevor im Juli meine zweite queere Anthologie veröffentlicht wird, möchte ich noch einmal eine Print- und eine Ebook-Ausgabe verlosen. Was ihr tun müsst? Einfach eine Email an mich schreiben: jannis.plastargias@gmail.com mit dem Stichwort: LIEBE. Nicht mehr, nicht weniger. :-) Also, viel Glück! Und viel Spaß beim Lesen!