Donnerstag, 26. Februar 2015

JuLiP 2014 - Preisverleihung

Copyright: Christian Wußmann
Am Samstag ist es endlich soweit! Fabian Stanco und ich dürfen die zweite Preisverleihung des JuLiP in der Zentralbibliothek Frankfurt, Hasengasse 4, moderieren. Um 18.00 Uhr geht der Spaß los, bis etwa 21.00 Uhr ist die Feierlichkeit angesetzt, schließlich gibt es viele schöne Texte von Nachwuchs-Autor*innen, die zum ersten Mal öffentlich lesen, zu bestaunen. 

Hier etwas mehr Infos zum JuLiP von Projektleiter Levend Seyhan:
Anfang 2012 entstand unser Kurzgeschichten-Wettbewerb JuLiP in nur einem halben Jahr. Ein aussichtsloses Unterfangen, wie manch einem erschien. 17 Kurzgeschichteneinsendungen, 2 Schulbeteiligungen, 165 Gäste am Abend der feierlichen Preisverleihung mit Presse, Büffet und musikalischer Darbietung verhalfen dem Preis zu einem unerwartet würdigen Anfangserfolg. 

Drei Jahre später haben wir die Zahlen bei der Zweiten Auflage unseres Preises verdreifachen können. 48 Geschichteneinsendungen, 7 Schulbeteiligungen und zu erwartende Gäste im Bereich zwischen 200 und 300 Personen. Die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung nehmen zu. Das macht uns stolz. – Gerade mit Blick auf unseren Zweck: Wir betreiben Kinder- und Jugendförderung und betrachten die Kunst als diesem Zweck dienlich. Wir sind mehr als ein Schreibwettbewerb, der die Einsendung von „originellen“ Geschichten wünscht. Wir orientieren uns an der Weltliteratur: Es geht um Emotionen. Es gibt deshalb eine Menge zu sagen. Dabei geht es unseren Kindern innerhalb der Gesellschaft nicht anders. Ein Kind mit Selbstvertrauen findet gute, ehrbare Ziele im Leben. Ihre Literatur in der Gestalt ihrer Kurzgeschichten soll den Weg zu Selbstvertrauen ebnen. 
48 äußerst unterhaltsame, alle Genres abdeckende, schöne wie kreative Kurzgeschichten – von denen 45 in einer erneuten Anthologie erscheinen werden, erhältlich am Abend der Preisverleihung – haben unsere Bemühungen gerechtfertigt. 

Jedoch, bei allem Weltverbesserungseifer, bleibt das Vergnügen unserer Gäste nicht dahinter zurück. Lesungen der Nominierten (auf fünf Minuten beschränkt jeweils), klassische Musik des hochtalentierten weißrussischen Geiger-Duos (Violin Duo Divites – www.duodivites.com –, bestehend aus Marta Danilkovich und Vladimir Bodunov), Verköstigung am Büffet sowie die mit Spannung erwartete und von unserer Jury (mit Daria Eva Stanco – Jury-Präsidentin –, Hilke-Gesa Bußmann, Heidi Zehentner, Marc Rybicki und Jannis Plastargias) verkündete Kür der Sieger zum Ende hin werden für die nötige Unterhaltung sorgen. Es moderieren für Sie Jannis Plastargias und Fabian Stanco.

Hierzu laden wir Sie ganz herzlich ein in die Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt am Main, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main. Wir hoffen, Sie kommen!

Montag, 23. Februar 2015

Queere Videos 14: Clean Bandit & Jess Glynne - Real Love



Vor mehr als einem Jahr fiel mir diese wunderbare musikalische Kollaboration auf: Da sang Jess Glynne "Rather be" für die Band "Clean Bandit" ein, sie gelangten nach kurzer Zeit in UK auf Platz 1 und hatten auch hier einen veritablen Erfolg. Und ich dachte: Wow! Macht einfach gute Laune, das. Nun entdeckte ich ein weiteres, vielleicht nicht ganz so tolles Lied, das allerdings mit ganz schön viel Queerness beeindrucken kann. Eigentlich ja ein einfaches Video. Frau im Studio singt, Leute an Instrumenten. Aber dann werden sich küssende Paare gezeigt. Und DIE sind ganz schön vielfältig, in Herkunft und Sexualität - was man eben auf den ersten Blick sagen kann, ohne sie zu kennen. :-) 
Clean Bandit haben sich übrigens so genannt, weil sie die wörtliche russische Übersetzung (bedeutet „absoluter Mistkerl“) so witzig fanden, als sie in Russland waren. Sie sind aus Cambridge und kommen tatsächlich aus dem klassischen Bereich. 

Montag, 16. Februar 2015

THEKE, TEXTE, TEMPERAMENTE - Vier Gewinnt am 18/02/2015

ptrk9000, Ana Marija Milkovic, Jannis Plastargias und Leo Fischer - Bild von Harald Schröder
THEKE, TEXTE, TEMPERAMENTE - Vier Gewinnt

Auf geht’s: 

Füße hoch, Narrenkappe runter und dann mit dem besten Cocktail der Bar in der Hand der "Haute Couture "[ot kuˈtyːʁ]  der besonderen Krimianalyse lauschen, denn am 18.Februar ist es zum vierten mal Zeit für „Theke, Texte, Temperamente“ im Neglected Grassland. 

Schriftsteller und Starmoderator Jannis Plastarigas,  der ehemalige Chefredakteuer des Titanic- Magazins Leo Fischer und die kolumnistische Stadtbeobachterin Ana Marija Milkovic holen diesmal erfolgreich einen Bullen aus dem Zug. 

Zusammen werden sie wieder die Gläser leeren und sich ihre Meinungen zum Meisterkrimi um die Ohren hauen, wie weiland es nur Goethe und Luther taten. 

Stilsicherer Wort-Rock`n`Roll für Buchstabenfetischisten, Menschen mit besonderem Humor und Alkoholiker wird geboten. 

Und für die Minderheit der offen unbelesenen tumben Toren sorgt der sagenhafte ptrk9000 (Vinylriders-Kollektiv) mit  musikalischer Unterhaltung. Nur erkaltete Mordopfer können dabei regungslos verharren. 

Aber auch um diese kümmert sich das Bar-Team um Nicole Forster so charmant, dass sie schon bald wieder gutgelaunt  und mit roten Wangen um die Theke scharwenzeln.
Wem das alles nicht gefällt, kann ja allein zuhause Fernsehen gucken, es wartet bestimmt etwas Ansprechendes bei RTL II.

„Theke, Texte, Temperamente“ bleibt auch in seiner vierten Ausgabe Deutschlands einzige Qualitätsliteraturveranstaltung mit Starbesetzung und Unterhaltungsgarantie vor vollem Haus und und niemals leeren Gläsern. 

Theke,Texte, Temperamente 
Das Werk des Abends:

Ein Bulle im Zug (Deutscher Krimi Preis 2015)

http://www.klett-cotta.de/buch/Literarischer_Krimi/Ein_Bulle_im_Zug/48932

Moderation; Jannis Plastargias
Stamm-Gäste: Leo Fischer,  Ana Marija Milkovic
Organisation und Klanggestaltung:  Ptrk Vinylrider Neuntausend 
Konzept: Holger De
Chef de Bar: Nicole Forster

Am 18. Februar ab 20.00Uhr

Neglected Grassland
In der Sandhofpassage

PS. Ja man kann geschneidertem "fertig zum tragen" nicht lauschen und mit hochgelegten Füßen nicht laufen, aber wer weiß das schon? ;-)

Unkostenbeitrag 4 Euro

Freitag, 13. Februar 2015

Batucada Frankfurt 3/3

Samstag, 24.1., 14.20 Uhr: Wir stehen in der Halle 2 des Frankfurt LAB, die Gruppe ist das erste Mal vollständig. Die 14 Frankfurter Tänzer*innen lernen die anderen 27 kennen, die meisten aus Brasilien, Teresina und Recife, dann ein paar aus Belgien, die meisten davon mit einer anderen Herkunft, eine Finnin, ein Mann aus Burkina Faso, eine Kolumbianerin. Es gibt einen inneren und einen äußeren Kreis. Wir lernen uns in einer Art Speeddating kennen. Der innere Kreis muss sich weiter drehen. Wir umarmen uns zur Begrüßung, versuchen herauszufinden, in welcher Sprache wir uns verständigen könnten. Es wird die nächste Zeit ein Sprachbad von Englisch, Französisch, Portugiesisch und Deutsch. Ja, wir lernen uns kennen – und bereits jetzt spüre ich, dass da ganz besondere Menschen sind. 



Samstag, 24.1., 15.35 Uhr: Die Brasilianer*innen sehen ihren ersten Schnee, rennen schnell heraus, machen Selfies. Ganz nach meinem Geschmack. Ich mache mit. :-) 

Samstag, 31.1., 22.32 Uhr: Ich bin so glücklich. Ich habe es geschafft. Nun stehe ich unter der Dusche, die leider etwas kalt ist, weil alle anderen vor mir schon dran waren. Aber ich freue mich, alleine zu sein, mich in Ruhe fertig zu machen. Denke darüber nach, was mir die letzten zwei Wochen passiert ist. Viel war es! Sehr viel! Ich habe mich überwunden, meine Grenzen. Es war manchmal hart. Dieses Loslassen! Loslassen musste ich in jeder verdammten Übung - und es wurde nicht etwa jeden Tag leichter. Nein, im Gegenteil, eher schwerer. 

Freitag, 23.1., 15.33 Uhr: Krass: Ich werde getackled. Wirklich. Eine der Tänzerinnen hat mich zu Boden gebracht. Wir müssen gerade in den Körper der Anderen kriechen, nun bin ich dran, muss mich auf dem Boden legen, meine Kolleg*innen beginnen ihr Werk. Und es ist gar nicht so schwer für mich. Sie mögen vor allem meinen Bauch und versuchen durch ihn in mich hineinzukriechen. Ehrlich gesagt fand ich es schwieriger, der Aggressor zu sein, derjenige zu sein, der versucht in den Körper einer anderen Person einzudringen. Es erinnert mich an Szenen von Body Horror Legende David Cronenberg. Ich will das nicht. Ich bin zart und zurückhaltend. Und mal wieder vergeht die Zeit für mich soooooo langsam. Wie bei fast allen Übungen, die wir so machen.

Sonntag, 25.1., 3.45 Uhr: Mit Danton, Fabien, Gui und Joao bin ich bei einer großen Gay Party. Ich liebe diese Jungs. Mann, denke ich mir, ich will immer mit ihnen weggehen, es ist so schön. Ich fühle mich so wohl. Vom ersten Moment an habe ich mich zu diesen ganzen Menschen hingezogen gefühlt. Wir arbeiten so intensiv zusammen, wir müssen uns mögen. Und ich lasse es zu. Ich kann es! Und vor allem mit diesen Jungs. Wunderbar. Ist das Glück?


Bild von Koen Cobbart
Samstag, 7.2., 0.03 Uhr: Was bleibt? Das Loslassen bezog sich vor allem auch auf andere Menschen. Die so vielfältig waren und die mit mir zwei Wochen verbrachten, die so intensiv, so wunderschön waren - und mich so bereichert haben. Wir sind uns näher gekommen. Und es hat uns verändert. Inwiefern verändert? Da sind sehr viele Dinge zu nennen, die allerdings sehr privat sind. Zu privat. Selbst für mich. Sie haben mit tiefen Gefühlen zu tun, mit Ängsten auch, mit Intimität. Klar, ich kann äußern, dass wir alle sehr körperlich und sehr liebevoll miteinander umgegangen sind. Umarmungen, Küsse, Liebkosungen - das war alles normal zwischen uns. Viele Komplimente haben wir uns gemacht, uns gestützt, uns gekümmert. Aber da ist auch so vieles passiert, was ich so nicht sagen kann, was mit mir geschehen ist. Ja, ich habe mich geändert, ja, diese Erfahrungen haben etwas mit mir gemacht. Ich habe mich anders kennengelernt. Und das finde ich sehr schön. Das scheint auch anderen aufzufallen. Das ist gut! Noch etwas: Das sind alles nur ausgewählte Aspekte meiner gesamten Zeit. Da gibt es so viele Anekdoten und so viele Erfahrungen zu berichten, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Das wird alles noch verarbeitet. Alles! In Geschichten ... :-)

Mittwoch, 11. Februar 2015

Batucada Frankfurt 2/3

Mittwoch, 21.1., 11.04 Uhr: Kristina vom Produktionsbüro ruft mich an. I am in! Ich sage: Ups, nein! Nicht nur überrascht bin ich, auch verwirrt, wollte ich doch gar nicht mehr mitmachen nach einer Nacht Überlegung. Ihre Irritation ließ mich sagen: Ich melde mich in einer Stunde wieder. Okay?

Mittwoch, 21.1., 12.05 Uhr: Ich mache mit. Sage ich. Denn ich denke: Du wirst sicher bereuen, wenn du es nicht machst. Du wirst dich ewig fragen, ob das ein Fehler war, deine einmalige Chance auf eine andere Art der Selbsterfahrung, eine Grenzerfahrung, die du nicht steuern kannst (sonst wäre es ja auch keine Grenzerfahrung). Also, es gilt: ich gehe nicht ins Dschungelcamp, sondern in ein hartes Dance-Camp!


Foto: Allen
Sonntag, 1.2., 12.05 Uhr: Das nächste Projekt beginnt, für die nächsten zwei Wochen bin ich nicht Tänzer, sondern Kurator. Meine Ausstellung beginnt so langsam. Das ist ganz gut für mich, denn ich habe den Blues, kann ihn aber nicht ausleben. Fuck! Das waren zwei wunderbare Wochen mit so intensiven Gefühlen, mit so vielen mindfucking Erfahrungen, vielleicht die schönsten meines Lebens. Und ich vermisse dieses Team, ich glaube, ich habe mich sogar verliebt. Aber das war in dieser Extremsituation auch leicht, sehr leicht!


Foto von Sofia, 30.1.
Mittwoch, 21.1., 19.08 Uhr: Verdammt! Wie soll ich das nur durchstehen? Das frage ich mich ernsthaft. Die anderen Tänzer*innen sind so nett, ich habe mich bereits jetzt ganz gut in die Gruppe eingefunden, aber scheiße nochmal die Übungen haben mich so ausgelaugt, ich weiß nicht mehr, wo mein Kopf steht. Geht das die ganze Zeit so? Ich will nicht, will nicht, will nicht. Ich sitze auf meinem Rad und mir kommen Tränen. Diese körperliche Nähe hat mich wahnsinnig gemacht, diese „Massa“-Übung hasse ich, will ich nicht mehr machen – nur dass wir sie tatsächlich jeden Tag machen MÜSSEN. Wir sind im Moment 16 Leute, die diese Übung gemeinsam durchführen – wie wird es mit 45 Leuten? Ich denke wirklich drüber nach aufzuhören. Wir stehen zu Beginn in einem Kreis, müssen dann so lange aufeinander zugehen, bis wir uns in einem Knäuel befinden. Danach müssen wir "kuschelnder Weise" und weiter bewegen, die anderen Personen berühren, das Knäuel besteht immer weiter, immer neue Konstellationen entstehen. Intime Berührungen, intensive Gerüche - und das eine halbe Stunde lang. Alles prallt auf mich ein, beginnt mich auszusaugen. Vor allem denke ich dauernd nach, nach, nach. Kann das Gehirn nicht ausschalten. Mir ist das alles zu viel! Noch kann ich doch aussteigen, oder?



Samstag, 1.2., 21.58 Uhr: Worum ging es in diesem Stück „Batucada“ überhaupt? Das werde ich gefragt. Am Montag hatten wir stundenlang darüber diskutiert. Und jede*r sollte sein eigenes Konstrukt dazu bauen. Das tue auch ich. Es ist ein ebenfalls altes Thema, eines, das mich mein ganzes Leben begleitet. Der schwule Mann mit Migrationshintergrund. Sozusagen. Also gleich zwei Stigmatisierungen. Als Mensch mit Migrationshintergrund benannt zu werden – ich bin übrigens nur ein Bundesland weiter migriert: von Baden-Württemberg nach Hessen. Und ich bin als Schwuler ebenfalls in einer Minderheit. Aber trotzdem habe ich für mich selbst, also für meine Konstruktion, eine ganz andere Gruppe ausgewählt: Flüchtlinge. Natürlich angesichts Pegida. Nur zum Beispiel. Da gibt es Schilder mit den Worten: „Flüchtlinge willkommen“. Wir Tänzer*innen treffen uns in einem Teil des Stückes im „Campo“, wir hocken auf dem Boden, trommeln behände auf unseren Pfannen und Töpfen, es ist unsere vielstimmige Kommunikation. Sie ist in fremden Sprachen, weil wir aus verschiedenen Orten stammen. Natürlich. Aber wir haben auch eine Gemeinsamkeit: hier in diesem neuen Land anzukommen. Unser „Asylantenheim“ ist nur temporär, wir möchten in die Gesellschaft aufgenommen werden. Die Mehrheitsgesellschaft (das Publikum) steht aber um uns herum, blickt auf uns herunter, es ist ein bisschen wie im Zoo. Wir versuchen uns gegenseitig zu schützen. Wir sagen in unserer jeweiligen Sprache, dass wir doch nur dazugehören wollen. Wir sind traurig. Aber dann merken wir, dass wir zusammenhalten müssen. Wir werden lauter, wir möchten gehört werden. Gehört werden, verdammt nochmal! Hört uns zu, Mehrheitsgesellschaft! Wir sind wie ihr! 

Dienstag, 10. Februar 2015

ELFIES 2 EVENTS

Karin Nedela © Hans Jürgen Herrmann Fotografie 
FEB 10 »Kindness of Strangers« – Lesung mit Karin Nedela 19.30 Uhr
Ausstellungsraum Eulengasse, Seckbacher Landstraße 16, 60389 Frankfurt 

Karin Nedela »Kindness of Strangers« – Eine Lesereise zu abseitigen Orten internationaler Communities. Dark – amusing – artful. 
In englischer und deutscher Sprache.

Im Rahmen von ELFIES, einem kollaborativen Open Lab mit Vanja Vukovic, Dirk Baumanns, Kosta Tsobanidis, Adonis Malamos, Katharina Wackermann, Fabian Freese, Nikolas Brummer, Vládmir Combre de Sena, Safiye Can, Ferdi Tosunlu, Snežana Golubović, Roya Ash, Harald Etzemüller und Karin Nedela. 

Die Ausstellung ist am Di. 10.02. ab 18 Uhr geöffnet.


Das Gesamtprogramm bis 15.02.: https://www.facebook.com/events/1522183858046595



FEB 12 ControVERS in Digitalien 19.30 Uhr

»controVERS in Digitalien« – Gedichte zum Thema Digitalisierung der Welt. Mit den Dichterinnen der Gruppe controVERS Almut Aue, Gerda Jäger und Barbara Zeizinger.

Die Ausstellung ist am Do. 12.02. von 17 bis 21 Uhr geöffnet.

Montag, 9. Februar 2015

Batucada Frankfurt 1/3

Samstag, 31.1., 21.15 Uhr: Ich liege nackt auf dem kalten Boden, die wahrscheinlich attraktivste Frau der Welt (Wilena) ganz nah neben mir, mehr als 300 Menschen versuchen über uns hinwegzusteigen. Beginn eines Pornos? Nein! Teil einer Performance namens "Batucada" (von Marcelo Evelin), die zu einer krassen Selbsterfahrung für mich wurde. Wir befinden uns in unserem „Abschlussbild“, in dem 41 nackte Tänzer*innen auf dem Bauch liegend, teilweise ineinander verkeilt, den Kopf gen Boden gerichtet, darauf warten, dass die Leute an ihnen vorbei Richtung Ausgang laufen – was nicht ohne Schrammen zu bewerkstelligen ist. Eine Person fällt auf einen unserer Tänzer, er sieht Sterne, sie schiebt es auf das Instrument, das im Weg stand.


Bild: Georg Ladanyi, Premiere 30.1.
Freitag, 30.1., 19.48 Uhr: Ich erkenne dich, Janni, sagen meine lieben Freundinnen Luise, Dorothee und Lisa. Sie kichern. Selbstverständlich versuche ich sie zu ignorieren bzw. neutral zu bleiben. In unserer Performance geht es schließlich nicht um das einzelne Individuum. Wir tragen Masken, treten als Kollektiv auf, als Menschen, die das bestehende System als mangelhaft, nicht adäquat betrachten – die es zunächst zerstören möchten. Eine Lösung werden wir nicht finden und erst recht nicht anbieten, aber dass dieses System so nicht funktioniert, das wissen wir. Ich musste in einer Tombola eine Person ziehen, der ich bedingungslos folge, es ist Carol, die wohl witzig findet, dass mich meine Freundinnen erkennen - und um sie herumtänzelt. So muss ich ihr hinterher, denn sie ist ja meine Bezugsperson. Und bevor ich sie unter diesen vielen Menschen verliere ... Was sehr leicht passieren kann. Wir sind 41 Tänzer*innen, aber haben auch ein Publikum von 237 Menschen (am Samstag sind es fast 300) – und die stehen in der Halle herum, es ist unsere gemeinsame Bühne. Wie im wahren Leben: die Minderheit und die Mehrheitsgesellschaft leben zusammen – von Integration ist nicht die Rede, wir wollen INKLUSION! 


Foto: Luise, Freitag, 30.1.
Dienstag, 20.1., 18.03 Uhr: Es ist mein zweites Casting für das Tanztheater, das erste Mal, ebenfalls im Mousonturm, wurde ich vermutlich nicht genommen, weil auf Knien auf dem Boden rumrobben nicht wirklich meins ist – Gelenkarthrose am Knie (Nachfolgeerscheinung meines Tumors). Ich sitze aufgeregt vor der Hallentür, beobachte die anderen Wartenden, die alle sehr viel sportlicher aussehen, zwei Damen sehen aus, wie ich mir Tänzerinnen vorstelle. Später werde ich erfahren, dass eine davon tatsächlich eine ist (Gizam).

Dienstag, 20.1., 21.15 Uhr: Verschwitzt sitze ich auf meinem Rad, ich bin total fertig, das Casting war aufreibend, anstrengend – und ich bin bereits jetzt überfordert. Wenn sie mich nehmen wollen, was durchaus unsicher ist, dann werde ich ablehnen. DAS ist sicher für mich in diesem Moment! Es liegt nicht am Choreografen Marcelo Evelin, den ich sympathisch verrückt finde, es liegt nicht am Team, in den Japaner Sho habe ich mich bereits im ersten Moment verliebt, es gibt noch einen anderen Casting-Teilnehmer, den ich sehr schön finde. Ihn allerdings werde ich nicht mehr wiedersehen. Nein, es geht um etwas anderes. Die ersten Übungen, die wir in diesem Casting machen, bringen mich an die Grenze und geben mir das Gefühl, dass ich zwölf Tage lang alles geben werden muss, um es durchzustehen. Und das Interessante dabei ist, dass ich weder Angst vor den Tanzbewegungen, vor irgendeiner Choreografie, vielleicht Versagensängste habe, oder gar Probleme mit dem Nacktsein. Nein, das sogar am allerwenigsten von allem. Es ist etwas anderes, es ist etwas, das mir schon viele, viele Male in meinem Leben begegnet ist, etwas, das meine engsten Freunde wissen. Nein, es sind sogar zwei verschiedene Dinge. Die eine Sache mache ich sogar öffentlich publik: Ich hasse Menschenansammlungen, ich hasse es, wenn mir fremde Menschen körperlich zu nahe kommen, ich kann auch nicht darauf vertrauen, dass da nichts passiert. Nein, ich erwarte Katastrophen in diesen Momenten, zerquetscht, überrannt, totgetrampelt zu werden. Und ich hasse diese vielen aufeinanderprallenden Gerüche. Ich kriege in kürzester Zeit Kopfschmerzen in Menschenansammlungen. Das andere ist, dass ich generell nicht gerne körperliche Nähe habe, es gibt immer Menschen, bei denen ich es zulassen kann – aber halt immer auf meine Weise, mit meinen Spielregeln. Diese werden aber bei dieser Performance aufgehoben – und die Menschenmassen und sich darin verschwitzt, riechend, in einem Knäuel zu bewegen, genau DAS wird das Thema die nächsten zwölf Tage sein. Will ich das???

Samstag, 7. Februar 2015

Künstler-Publikum-Speeddating – bei ELFIES, 8.2., 15 - 19 Uhr


Eine etwas experimentellere Art, eine Midissage zu begehen: 4 der Künstler*innen setzen sich in vier Ecken und stehen dem Publikum Rede und Antwort im kleinen Kreis. Mit Kaffee und Kuchen.

Im Rahmen von ELFIES, einem kollaborativen Open Lab mit Vanja Vukovic, Dirk Baumanns, Kosta Tsobanidis, Adonis Malamos, Katharina Wackermann, Fabian Freese, Vládmir Combre de Sena, Safiye Can, Ferdi Tosunlu, Snežana Golubović, Roya Ash, Harald Etzemüller und Karin Nedela. 

Die Ausstellung ist am So. 08.02. von 15 - 19 Uhr geöffnet.
Ausstellungsraum Eulengasse, Seckbacher Landstraße 16, 60389 Frankfurt

Das Gesamtprogramm bis 15.02.: https://www.facebook.com/events/1522183858046595

Donnerstag, 5. Februar 2015

Lesung 'Tausend Tode schreiben' II, Frankfurt - 5.2.2015

https://minimore.de/shop/christiane-frohmann-hg-tausend-tode-schreiben/

Im Rahmen der Ausstellung "elfies. Über Freundschaften, Interaktion & Kunst im digitalen Zeitalter" im ausstellungsraum EULENGASSE (Seckbacher Landstraße 16, Frankfurt) findet heute die Lesung 'Tausend Tode schreiben' II, Frankfurt, statt. Christiane Frohmann und ich führen durch diese Veranstaltung, die keine Lesung im eigentlichen Sinne wird. Eher werden wir zusammen sitzen, das wunderbare Projekt präsentieren, mit anwesenden Autor*innen sprechen, gelegentliche Lese-Einlagen wird es natürlich geben. 

Christiane Frohmann schreibt dazu auf Facebook: 
Ich werde heute Abend eine unvorbereitete, techniklose, nichtsdestotrotz ambitionierte Projektvorstellung geben und dann werden wir, also die anwesenden und dafür offenen Autorinnen und Autoren lesen.
Es geht heute Abend um den Tod und um das Schreiben darüber, um digitales Zusammenarbeiten und das Sichanfreunden darüber. Es geht ums digitale Wir, um Menschen, die auch mal einen Schritt von sich zurücktreten können, um an etwas mitzuwirken, das größer ist als sie selbst.
Es geht darum, dass "wir" uns mal "in echt" sehen. Um alles andere geht es nicht.

Einlass ist 19.00 Uhr, gelesen wird ab 19.30 Uhr. Zwischen 17.00 und 19.00 Uhr kann man die Ausstellung besichtigen und mit Kurator Jannis Plastargias darüber sprechen.
Ort: www.eulengasse.de
Seckbacher Landstraße 16, Frankfurt
https://www.facebook.com/Elfies2015


Mehr zu #1000tode hier: https://www.facebook.com/writinga1000deaths?fref=ts

Mittwoch, 4. Februar 2015

ELFIES "Freundschaftsparty" (aka Ausstellungseröffnung)

"Finding Philia", Filmstill, Copyright Vanja Vukovic
Ausstellende Künstler/innen:

Vanja Vukovic, Dirk Baumanns, Kosta Tsobanidis, Adonis Malamos, Katharina Wackermann, Fabian Freese, Vládmir Combre de Sena, Safiye Can, Ferdi Tosunlu, Snežana Golubović, Roya Ash, Harald Etzemüller und Karin Nedela 

4.2.2015, 19.00 Uhr "Freundschaftsparty" - Die „Ausstellungseröffnung“ wird eine „Freundschaftsparty“ sein, am 4.2. wird Facebook ELF Jahre alt. Safiye Can wird aus ihrem Bestseller-Lyrikband "Rose und Nachtigall" Gedichte rezitieren (Autorenwebsite: www.safiyecan.deund sehr freuen wir uns über die Teilnahme des Katersalon Berlin mit Christiane Frohmann (Frohmann Verlag), die eine Präsentation zu ihrem Buch "Selfie-Publishing. Instantane Ichmeldungen" beisteuern wird. 
Weitere Performances sind geplant.
http://frohmannverlag.tumblr.com/generator
https://www.facebook.com/Katersalon
http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/rose&nachtigall-r.htm

Elfies. Über Freundschaften, Interaktion und Kunst im digitalen Zeitalter (Zeitraum 1.2. – 15.2.2015; Ausstellungseröffnung 4.2.2015)

Freundschaften unter Künstler*innen gab es in allen Zeiten. Doch waren die Kontaktmöglichkeiten einst auf seltene Treffen und langwierige Schriftwechsel beschränkt, sind die Gelegenheiten der Begegnung in sozialen Netzwerken in der Gegenwart ins fast Unermessliche gestiegen. Es besteht nicht nur die Möglichkeit, sich seine Werke in digitaler Form zuzusenden und miteinander zu besprechen, sondern man ist in der Lage, mit mehreren Künstler*innen gleichzeitig zu kommunizieren und kann gar Projekte miteinander bearbeiten. Diese Möglichkeiten werden bereits vor Ausstellungsbeginn gemeinsam virtuell (über Facebook Gruppe und Fanseite) ausgelotet, etliche Ausstellungsobjekte werden dadurch erst entstehen, andere bleiben in ihrer Virtualität verhaftet und gemeinsam wird eine geeignete Präsentationsform entwickelt. Vorträge, Performances, Musik- und Literaturveranstaltungen zur Thematik runden das Ausstellungsprofil ab.