Sonntag, 29. November 2015

Lesung: RotZSchwul im Historischen Museum Frankfurt


Mittwoch, 2. Dezember um 19:00
historisches museum frankfurt
Fahrtor 2, 60311 Frankfurt am Main
Eintritt: 4 €
Ort: Sonnemann-Saal im hmf

Jannis Plastargias, geboren am 6.7.1975 in Kehl am Rhein, wohnhaft in Frankfurt, arbeitet als Sozialarbeiter in der Flüchtlingsberatung. Nebenbei schreibt er als freier Autor ein Blog und organisiert Kulturveranstaltungen. In der Jury nimmt er Einfluss auf die Vergabe des Jugendbuchpreises „Goldene Leslie", ist Teil der „Lesebühne des Glücks" („Diary Slam") und der „Dichtungsfans" („Undercover").
„Plattenbaugefühle" war im Oktober 2011 sein erster Roman, im September 2015 erschien sein Sachbuch „RotZSchwul" beim Querverlag, das er im Rahmen des Stipendienprogramms „StadtteilHistoriker" der Polytechnischen Stiftung erforscht hat.

Die Rote Zelle Schwul („RotZSchwul“) war eine Gruppe homosexueller Männer in Frankfurt am Main, die in der ersten Hälfte der siebziger Jahre für die Sichtbarmachung von Homosexualität und die Emanzipation bzw. Gleichberechtigung von Schwulen in Deutschland, insbesondere in Frankfurt am Main, kämpfte. Die Aktivisten um Sexualwissenschaftler Martin Dannecker trafen sich regelmäßig von 1971 bis 1975 und organisierten u.a. die erste Homo-Demo der Stadt Frankfurt.


In seinem Buch „RotZSchwul – Der Beginn einer Bewegung (1971-1975)“ zeigt Jannis Plastargias die Anfänge der westdeutschen Schwulenemanzipationsgeschichte in Form eins subjektiven Berichts über die Rote Zelle Schwul anhand von Interviews, Archivmaterial und Fotografien auf und zieht Bezüge zur modernen Schwulenbewegung.

Freitag, 27. November 2015

Hamburg 24 Stunden


Es gab das erste Mal Schampus und ich war dabei. In der Roten Flora in Hamburg. 
Zuerst war da nur Freude. Und Stolz. Ja, ich wurde in die berühmte Rote Flora eingeladen, die Gruppe für den organisierten Widerspruch (GROW) hatte mich also eingeladen, die neue Reihe "Kantine3000" zu beginnen. Eine große Ehre war das. Einen Mittwoch im Monat wird es nun eine Lesung geben, Schampus und Schnittchen.
Doch je näher die Veranstaltung rückte, desto aufgeregter wurde ich. Die Lesung in der Buchhandlung Eisenherz in Berlin war schon so hart gewesen, ich musste einige Kritik einstecken - weniger wegen meiner Herangehensweise, eher inhaltlicher Art. Natürlich kann man es nie allen recht machen, aber klar möchte ich, dass gerade Expert/innen und Zeitzeugen Freude daran haben und sich wiederfinden. Nun lag mancher Kritikpunkt auch darin begründet, dass ich immer versuche sehr positiv zu sein und nicht immer nur das Negative zu sehen. Es gibt viel zu viel Homophobie in unserer Welt, es gibt auch zu viel Homophobie in Frankfurt, ganz sicher, aber mir begegnet diese relativ selten. Ich erlebe mein Frankfurt als sehr offen und weniger diskriminierend als andere Orte dieser Erde - und das möchte ich auch äußern dürfen. Ich möchte das auch flapsig tun, wie ich es auch das ganze Buch über tue, hier auf dem Blog oder wenn ich lese. :-) Daher hatte ich ein bisschen die Furcht, dass ich in der Roten Flora sitze und quassele und die Leute denken: Puh, null P.C., null sensibilisiert für Sprache, gar nicht links genug, gar nicht revolutionär genug etc. Ich konnte die Growis vorher nicht einschätzen. Würden wir miteinander warm werden, würden wir uns wohl miteinander fühlen? Würde mich das Publikum auseinander nehmen?
Am Anfang fühlte ich mich etwas fremd in der Roten Flora, dann bekam ich eine schöne Führung mit vielen Erklärungen. Und dann kamen immer mehr junge Leute, die halfen, Technik, Essen, Trinken etc. Das fand ich richtig gut. Und alle waren sie so sympathisch und nett - ich war alle paar Minuten bereit, mich in jemanden zu verlieben. :-) Die Lesung war dann superlocker und spontan und ... entweder sie waren zu höflich oder zu schüchtern, um mich zu unterbrechen bzw. zu kritisieren - oder vielleicht fanden sie es auch ungewöhnlich und unterhaltsam? Ich werde es wahrscheinlich nie erfahren. Mir hat es auf jeden Fall großen Spaß bereitet! Natürlich auch der Schampus und das Bier nach der Lesung - vielen Dank dafür! ;-) 
Am nächsten Tag hatte ich noch Gelegenheit, im Schanzenviertel zu chillen, ein bisschen spazieren zu gehen, zu chillen, gut zu essen und zu trinken - einfach mal einen Tag Urlaub machen, ohne Arbeit, ohne Druck, mich einfach treiben lassen - und ein gutes Buch war dabei (Two Boys Kissing von David Levithan). Kurz war ich dann auch in der Stadt unterwegs, shoppen - das mache ich ja auch nie sonst. :-)
Ich mag Hamburg! Nur das Wetter ... ;-)













Dienstag, 24. November 2015

100 Tage, 100 Wörter

DER GROSSE ASTIKOS-SCHREIBWETTBEWERB – „ANDERS SEIN


Hier ist sie, die große Chance für Laien und Könner, für Novizen und Profis, für Groß und Klein - für jeden der sich schon mal gedacht hat: Pfff … das kann ja jeder! Ab dem ersten Tag der Frankfurter Buchmesse 2015 (also dem 14.10.2015) habt ihr genau 100 Tage Zeit uns ein Drabble zu schreiben.
astikos startet einen Drabble-Wettbewerb! Ein Dr..-Was!?
Ein Drabble ist eine pointierte Geschichte, die aus exakt 100 Wörtern besteht. Dabei wird die Überschrift nicht mitgezählt. Ursprünglich als Fanfiction betrieben, wird sie aufgrund ihrer einfachen äußeren Form gerne von ungeübten Autoren als Einstieg in Lyrik oder Prosa genutzt. Durch die Beschränkung auf das Wesentliche stellt das Schreiben von Drabbles auch für erfahrene Autoren eine Herausforderung dar. "Drabbles" gehen auf einen Sketch von Monty Python zurück. "Drabbles - a word game for 2 to 4 players". In den 1980er Jahren wurde dadurch in Großbritannien eine "Drabblemanie" hervorgerufen, die von der Birmingham University SF Society standardisiert wurde.
Quelle: Wikipedia
Und wie wird daraus jetzt ein Wettbewerb? 
Bis zum 22. Januar 2016 nimmt astikos Eure Einsendungen zum Thema "anders sein" entgegen. Aus diesen wird eine Jury die schönsten 20-25 Titel aussuchen, die wir dann zur Leipziger Buchmesse in einem Sammelband veröffentlichen.
Und das war's dann?

Aber nein, da kommt noch eine Kleinigkeit: Ab Veröffentlichung des Sammelbandes haben unsere Leserinnen und Leser die Möglichkeit, 100 Stunden lang ihren Favoriten aus den veröffentlichten Texten auszuwählen. Wer nach dieser Frist die meisten Stimmen hat, kann sich "Champion des astikos-Drabblewettbewerbs" nennen.

Und zu gewinnen gibt's wohl nix?!? Auch daran haben wir gedacht. Eigentlich war als erster Preis ein T-Shirt mit der Aufschrift "Champion des astikos-Drabblewettbewerbs" geplant. Natürlich ein schönes T-Shirt, mit schöner Aufschrift. Aber irgendwie war uns das dann doch zu wenig für den Aufwand. Also haben wir beschlossen, dem durch Jury und Publikumsentscheid gekürten Gewinner einen Platz in unserer Mikros-Reihe anzubieten. Er oder sie darf also einen weiteren Text (mit mehr als 100 Wörtern) bei uns veröffentlichen.
In diesem Sinne: Gut Holz und viel Erfolg beim Drabblen 😉
Eure Glücksfeen von astikos

DER WETTBEWERB IN HARTEN FAKTEN

Ein Drabble ist ein Text von exakt 100 Wörtern (ohne Überschrift).

Thema: "anders sein"

Start: 14. Oktober 2015

Einsendeschluss: 22. Januar 2016

Bekanntgabe der Juryentscheidung: 1. Februar 2016

Veröffentlichung des Sammelbandes: 17. März 2016

Start der Publikumsabstimmung: 17. März 2016, 19:59 Uhr

Abstimmungszeitraum: 100 Stunden (4 Tage und 4 Stunden)

Ende der Publikumsabstimmung und Bekanntgabe des Ergebnisses: 21. März 2016, 23:59 Uhr

Eure Texte sendet Ihr an drabble@astikos.de - und bitte schickt Eure Einsendungen in einem offenen und gut zugänglichen Format (z.B. .doc, .docx, .rtf oder .txt)

Die Teilnahmebedingungen findet Ihr weiter unten im Kleingedruckten

Den Sammelband werden wir als eBook im Sinne des "Pay What You Want"-Prinzips kostenfrei zum Download anbieten.

Sonntag, 15. November 2015

Ode an meinen Kiez, das Nordend

Frankfurt sollte nur eine Übergangsstadt sein, so wie sie es für viele ist, nicht umsonst gilt sie als amerikanischste Stadt Deutschlands und vielleicht sogar Europas, und das nicht nur wegen der Skyline. Dieser Kompromiss wurde ausgehandelt: Drei Jahre in der Mitte Deutschlands leben und nach dem Studium des Partners weiter nach Berlin ziehen. Meinetwegen, willigte ich ein, und so landete ich eher aus Zufall im Nordend. Ein Freund meiner Schwester hatte einen kleinen Notizzettel in einem Copyshop gesehen, ihn sofort abgerissen und ihr per Email zugeschickt. Das kann man sich in der Zeit des Smartphones gar nicht mehr vorstellen. Ende 2004 war das. Als ich an der Haltestelle Musterschule ausstieg und die Eckenheimer Landstraße entlang ging, war ich bereits sehr negativ gestimmt. Ich dachte: sicher werde ich das eine hässliche Haus aus den Fünfzigern besichtigen müssen, zwischen den viel schöneren Gebäuden – und so war das dann auch. Drinnen war alles renoviert, es fehlte aber eine Badewanne, daher war ich nur mäßig begeistert. Doch ich hatte keine große Auswahl, eher überhaupt keine, alle neunzehn Wohnungen zuvor waren noch sehr viel schlimmer oder ich bekam sie aus welchen Gründen auch immer nicht. Selbst hier erschien eine Zusage eher unwahrscheinlich, denn der bequeme Vermieter hatte bereits eine Wahl getroffen. Nur: dieses Mal hatte ich Glück, derjenige sprang ab und ich war der glückliche zweite Sieger, der zum ersten wurde.
Das Nordend also. Es hatte nicht auf meiner Liste gestanden, Bornheim schon, das Westend, Bockenheim – da wollte man wohnen, sagten meine Freunde jedenfalls. Im Januar 2005 zog ich also in diese kleine Wohnung – und ich lebe nach wie vor darin. Den Absprung nach Berlin habe ich nie geschafft, anders als der Partner, der es nicht mehr ist. Jobangebote hatte ich tatsächlich, etwa 2007, es war also im Bereich des Möglichen. Doch mittlerweile fühlte ich mich hier in diesem Kiez wohl. 2010 hörte oder vielmehr las ich das erste Mal das Wort Gentrifizierung. Ich lief die Wielandstraße entlang und sah von weitem eine Kerze auf dem Bürgersteig, daneben ein Zettel, auf dem ein Kreuz, das Wort Nordend und die Todesursache Gentrifizierung standen. Das machte mich stutzig, ich beschloss zuhause zu recherchieren, was das Wort bedeuten sollte – es stammt vom englischen Wort „gentry“ ab, übersetzbar mit „niederer Adel“. Man benutzt ihn häufig in der Stadtgeographie bzw. –soziologie, er beschreibt einen sozialen Umstrukturierungsprozess eines Stadtteiles, wobei es sich um die Veredelung des Wohnumfelds handelt. Dies kann durch die Veränderung der Bevölkerung geschehen, meist wird sie durch Restaurierungs- und Umbautätigkeit begleitet.


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Zunächst wiederholte ich dieses Wort in Diskussionen immer wieder, schloss mich der motzenden Gruppe an, im Nordend gebe es zu viel Gastronomie, die Bewohnerstruktur ändere sich, der türkische Krämer zieht um, dafür eröffnen kleine neue „Hipsterläden“. Die teuren Mieten stiegen immer weiter an, weil man jedes zweite Haus renovierte, neue Wohnkomplexe baute – dies und das, es fiel uns immer ein Grund ein, sich aufzuregen. Und wenn es der Friedberger Erzeugermarkt am Freitag war – den wir 2005 und 2006 und selbst noch 2007 liebten. Doch es war wie überall sonst auch in Frankfurt. Nannte man etwas als Geheimtipp im Journal oder im Frizz, dann verliefen sich beim nächsten Mal die dreifache Menge an Menschen auf dieses „Event“ und irgendwann die zehnfache, wie 2015 das der Fall ist. Früher saßen wir aus dem Nordend mit unseren Nachbarn da herum, mit Kind, Hund und Kegel – jetzt ist das ein „analoges Single Tinder“ geworden, wie ich letztens auf Facebook las.
Mein Blick auf das Nordend ist mittlerweile ein ganz anderer, ich meckere nicht, ich fühle mich nicht unwohl, sondern ich bin stolz. Ich weiß nicht, was passiert ist, etwas hat sich verändert. Die Menschen sind so freundlich geworden, es erscheint mir alles so dörflich nett, alles lächelt sich an, spricht miteinander. In den kleinen Läden arbeiten keine „coolen Hipster“, sondern sympathische Menschen, mit denen sogar ich ganz unbefangen diskutieren kann. Alle scheinen sich hier zu kennen, die Ladenbesitzer miteinander zu kooperieren. In der lauschigen Weinstube steht man nie alleine und wähnt sich fast in Köln oder an anderen Orten, die für ihre Geselligkeit berühmt sind, im Holzhausenpark werde ich von mir unbekannten Menschen gegrüßt. Selbst die Kinder sind süß und benehmen sich total höflich.
Faszinierend  finde ich auch zwei frische Treffpunkte im Nordend, die all das sehr gut symbolisieren: die Trinkhalle am neu gestalteten Matthias Beltz Platz, wo man bei gutem Wetter bis zum späten Abend gesellig zusammensitzt; oder auch der Spielplatz vor dem Explora Museum: ein Schreiner hat Holztische und –stühle geschreinert und sie der Allgemeinheit gespendet, damit man sich da treffen und miteinander quatschen kann. Die Ladenbesitzer haben mehrere Initiativen gegründet, die Vereine im Nordend auch – es gibt mehrere Stadtteilfeste, Flohmärkte und ich weiß nicht was alles.
Es liegt also sehr am Nordend, dass ich Frankfurt immer mehr zu schätzen weiß, allerdings auch an der Zeit, in der ich StadtteilHistoriker in dieser Stadt war, die ich mittlerweile „Wahlheimat“ nennen kann. Da lernte ich so viel Neues über diese Stadt kennen … Ich sah andere Stadtteile, die ich noch nie besucht hatte, Griesheim fällt mir da ein, verstand Frankfurt besser. Mein Thema hatte auch sehr viel mit diesem Kiez zu tun …

Bornheim, das Westend oder Bockenheim finde ich immer noch schön und auch wohnenswert, aber das Nordend mit seiner Nationalbibliothek, mit seinem „Café Größenwahn“, mit dem „Cafuchico“, der „galeria pequeña“, mit der Unteren Bergerstraße, mit dem „Glücksladen“ und dem „Happy Fitness“ – da fühle ich mich zuhause, da möchte ich sein, Gentrifizierung hin oder her. Für mich ist das ein schönes Dorf in der Großstadt, mit netten Menschen und meinem Lieblingsbäcker, dem Lieblingssupermarkt und der „Blumenbar“, die ein Muss am Muttertag ist …

Dienstag, 10. November 2015

Diary Slam Frankfurt am 12.11.15


Donnerstag, 12. November um 20:00
Die Zentrale Frankfurt
Berger Str. 175, 60385 Frankfurt am Main

Endlich ist es wieder soweit: Wir werden euch auch diesen November mit einem unterhaltsamen, inspirierenden und lauten Diary Slam versüßen. Viel Lachen und gute Stimmung garantiert! Moderator Jannis wird sich wieder ein paar schöne, spontane Aktionen überlegen - das Publikum ist dabei ebenso gefragt wie diejenigen, die aus ihren eigenen Tagebüchern lesen. Also, holt eure Tagebücher heraus und lest mit uns mit! 
Kristina und Caro werden wie immer für euer Leib und Wohl zuständig sein und bei Jannis könnt ihr euch zum Lesen anmelden: jannis.plastargias@gmail.com
Wir sehen uns! :-)

Sonntag, 8. November 2015

PREMIERENFEIER – FRANKFURTER VERKEHRSLITERATOUR


Vorsicht an der Bahnsteigkante! Wir laden zu einer abwechslungsreichen Entdeckungstour durch Frankfurt – Steigen Sie ein!
Für Getränke ist gesorgt – der Eintritt ist frei.

Es lesen in der ersten Stunde: Martin Piekar, Lars Popp, Carsten Nagels, Gundel Limberg und Marcus Roloff.
Pause: trinken, reden, rauchen.
Anschließend lesen: Julia Mantel, Töny von Trotha, Peter Kapp, Nina Marewski und Daria Eva Stanco.
Durch den Abend führt Jannis Plastargias.

Montag, 9. November 19:30 - 22:00
Megalomania - Theatergruppe FFM
Offenbacher Landstraße 368, 60599 Frankfurt am Main