Freitag, 27. Mai 2016

Salon Fluchtentier no.1 "Die Wasserglasgala"


Salon Fluchtentier no.1 "Die Wasserglasgala"
Sonntag, 29.05.2016 um 19:00
Elfer
Klappergasse 5-7, 60594 Frankfurt am Main

Sie ist aus der Mode gekommen, mag sein, die Wasserglaslesung. Dabei hat das Mauerblümchen unter den Veranstaltungen so viel Treue zu bieten! Verschrien und geschmäht; als langweilig, öde und trocken (!) tituliert, hat die gute alte Wasserglaslesung so viel Skandal im Gepäck: so viel Sexappeal! 
Achtet auf die Stufen, sie geh’n abwärts! Lasset uns schweigen, da es selten wird! Der Salon Fluchtentier findet Zuflucht im „Elfer Music Club“ und trägt die ganze Schar der erlesensten Wässerchen heran, die das Frühjahr bietet! Oh Wasserglaslesung, wir wollen Meer! Exklusiv gezapft und frisch aus der Nasendusche, präsentiert Salon Fluchtentier: DIE WASSERGLASGALA! 

Von ungeheuerlichen Urquellen, trinkfesten Tafelwassern und musikalischen Mineralsprudeln! Die Autorinnen und Autoren des Salon Fluchtentier zapfen und kredenzen ihre Gedichte, mit Handkuss! Möge Dionysos für eine Weile innehalten und die Abendgarderobe ablegen! Kohlensäure, wie das prickelt! 

Und das alles noch vor der hitzigen Sommerpause, in der wir bei Public Viewing und Gerstensaft rumsumpfen! Himmelgott, wie das frohlockt! Später naht der Herbst, mit einem bunten und brandneuen Programm bester Güte – dazu bald mehr! Zuvor aber heißt es, am 29.05.: Ohren auf, wir gießen Sprudel ein! Still und heimlich – Großes geschieht…

Alkohol wie immer ohne Gewähr! Kommt – zahlreich! 

Eintritt 3 / 6 €


mit Yevgeniy Breyger, Nils Brunschede, Alexandru Bulucz, Caroline Danneil, Olga Galicka, Daniel Jurjew, Martin Piekar, Jannis Plastargias, Julia Simon, Robert Stripling und literweise Wasser!

Donnerstag, 26. Mai 2016

SWITCH-Kultur: „RotZSchwul“ – Lesung und Zeitzeugengespräch Vernissage: TRESPASSING mit Ataman

26.05. um 19:00
Switchboard Bar.Café Frankfurt
Alte Gasse 36, 60313 Frankfurt am Main

Die SWITCH-Kultur geht auf Zeitreise… Wer die moderne Schwulenbewegung verstehen will, tut gut dran, ihre Anfänge zu erforschen. Die „Rote Zelle Schwul“ bietet die beste Gelegenheit dazu: „RotZSchwul“ war eine Gruppe schwuler Männer in Frankfurt am Main, die in der ersten Hälfte der siebziger Jahre für die Sichtbarmachung von Homosexualität und die Emanzipation von Schwulen kämpfte. Die Gruppe um den Sexualwissenschaftler Martin Dannecker gründete sich nach dem Praunheim-Film 'Nicht der Homosexuelle ist pervers...' und traf sich regelmäßig von 1971 bis 1975. Die Aktivisten organisierten u.a. die erste Homo-Demo in Frankfurt und waren bei der ersten bundesweiten Kundgebung in Münster mit dabei. Jannis Plastargias wird aus seinem Buch vorlesen, er begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, die er in Interviews und anhand zahlreicher Fotografien und Archivmaterial mit der Gegenwart verknüpft - ein subjektiver Bericht über eine revolutionäre Gruppe der westdeutschen Schwulen-Emanzipationsgeschichte. Zu Gast werden auch Zeitzeugen da sein, die aktiv in der Gruppe dabei waren um über diese Zeit zu berichten.

Um 19 Uhr startet unsere Vernissage: „Trespassing“ lautet der Titel von Ataman Edirnes Ausstellung im SWITCHBOARD. Dieser englische Begriff bedeutet in etwa eine nicht ganz übliche Überschreitung gegebener Begrenzungen – wen reizt das nicht? In dieser Ausstellung zeigt der Künstler Bilder in Aquarell-, Acryl- und Perlentechnik. In seinen Arbeiten möchte er davon erzählen, dass die Begrenzungen, die Abgrenzungen, die deutlich wirkenden Trennungslinien gar nicht so scharf oder streng sind, sondern durchaus fließend und bisweilen verschwommen. Die Thematik ist eine alltägliche und häufig eine zwischenmenschliche. In den Bildern wird dies vor allem bei den Aquarellen sehr deutlich, in denen die Kontraste ineinander übergehen, die Übergänge schemenhaft sind und die Figuren vor diesen eindrucksvollen Hintergründen auftreten. Dabei entstehen traumartige Ansichten mit surrealem Charakter. 
Ein anderer Schwerpunkt wird mit seinen Perlenbildern gesetzt, in denen mit winzigen Rocailleperlen Flächen und Motive ausgestaltet werden. Diese Gestaltungstechnik ist eher ungewöhnlich aber doch bezeichnend dafür, dass der Künstler in seinen Bildern einerseits mit kleinen Einzelheiten Akzente setzt und andererseits durch das Gesamtbild eine Stimmung entwickelt.
Ataman Edirne ist 47 Jahre alt, stammt aus der Türkei und lebt seit 10 Jahren in Frankfurt. Seinen künstlerischen Werdegang begann er in der Jugend zunächst musikalisch und malt nun seit ca. 20 Jahren. Zuvor waren schon bei Ausstellungen in Istanbul, Frankfurt und Paris Arbeiten von ihm zu sehen. 

Natürlich gibt es auch unser hessenESSEN von Hans und Dirk und die Moderation erfolgt durch Döbi und Hubert E.

Montag, 9. Mai 2016

Eurovision Song Contest 2016 - Lieblingslieder


Es ist wieder so weit! Am 14.05. findet das Finale des Eurovision Song Contest statt: einer meiner Feiertage und ein Tag, auf den ich mich mehr als auf meinen Geburtstag freue. Definitiv! Ich habe mir mehrere Lieder des Contests angehört und möchte euch hier nun ein paar meiner Lieblingslieder vorstellen. Ich kann jetzt schon sagen: bei mir hört offensichtlich das Auge mit. Oder so! :-)


Ich mag den Stil seines Liedes, ein bisschen Rock in der Stimme, ein bisschen Elektro für den Rhythmus - und die Frage, warum Deutschland nicht so jemanden auf die Bühne stellen kann. Das ist frischer ESC Sound. Und damit wir uns nicht missverstehen: wenn es kein ESC Lied wäre, würde ich es nicht kennen. Und selbst wenn ich es kennen würde, wäre es nicht in meiner Playlist zu finden. Aber es ist ein ESC Lied - und zwar ein verdammt Gutes. Er wird nicht gewinnen, doch er wird viele Sympathie Punkte gewinnen.


Viele Sympathiepunkte einfahren wird auch der 16jährige Frans, der bisher gar nicht so weit abgeschlagen liegt laut der Wettmacher, man traut ihm durchaus etwas zu. Er ist süß, aber er ist vor allem ein Riesentalent: wie er sich da beim Melodienfestivalen auf eine riesengroße Bühne stellt, ganz Schweden schaut ihm zu - und er bleibt cool und performt wie ein ganz Großer. Also, Frans, ich wünsche dir ganz viel Glück mit diesem leisen, schönen Lied!


Damit wir hier nicht einschlafen, präsentiere ich nun die wunderbare Barei aus Spanien, die uns mit ihrem Disco-Hit: Say yay! und ganz viel Lala aufweckt. Ich mag es total gerne und kriege sofort gute Laune, wenn ich das Lied anhöre und der Dame beim Tanzen zuschaue. Man denke an Massiel, die Ende der Sechziger Jahre den Grand Prix für Spanien gewann: mit noch mehr Lala. :-)


Amir! Ja, ich mag die Wahl der Franzosen. Und ich mag die Wahl des Videothemas, da muss man mich nicht gut kennen. Wenn das Video nicht meins gewesen wäre, wäre ich wahrscheinlich niemals an diesem Song hängen geblieben, aber jetzt mag ich diesen Refrain total gerne - je öfter ich ihn höre. Das Lied macht Mut. Das Lied macht ebenso gute Laune. Und Lust Ballett zu tanzen.


Die Skandinavier wären wahrscheinlich die alleinigen Herrscher des Eurovision Song Contests, wenn sich die Balkanstaaten und die Sowjetunion sich niemals in Tausende Länder aufgesplittet hätten. :-D Die können einfach ESC. So ist das. Die Isländer haben sich den Auftritt des schwedischen Siegers aus dem letzten Jahr genau angehört und angeschaut - jetzt erschaffen sie eine Duplette, allerdings mit einer Frau und ein bisschen mehr Darkness auf dem Hintergrundbildschirm. Ich mag es. Es könnte gewinnen, wird es aber nicht. Weil manche zurecht sagen: KOPIE. Aber das stimmt nicht, liebe Greta! 


Die größte Überraschung ist für mich dieser Rock Song aus Zypern. Ich glaube noch nie wurde dieses Genre von diesem kleinen Inselstaat zum ESC geschickt. Aber WOW! Das ist ein durch und durch durchdachtes Lied. Das könnte durchaus in Deutschland, England oder den USA produziert worden sein. Ich mag es sehr, was Minus One da abliefert.


Ganz ehrlich! Was Italien zum ESC schickt, ist immer einfach gut gemachte Musik. Wenn sie nicht erfolgreich sind, dann liegt es gelegentlich daran, dass sie Lieder schicken, die gerade nicht den Nerv treffen. Aber gut ist das so gut wie immer. Francesca Michielin ist eine fabelhafte Sängerin und wird super abschneiden, völlig verdient mit diesem sehr guten Song. Toll!


Jüri Pootsmann kriegt mich. Ich weiß nicht, wieso es Estland so oft schafft, meinen Geschmack zu treffen. Dabei denke ich noch nicht mal, dass er gut singt. Trotzdem fühle ich mich irgendwie berührt, trotzdem macht das Lied etwas mit mir. Ich kann gar nicht sagen was. Aber es ist gut, es ist wirklich, wirklich gut. Klar, damit kommt er nicht weit, wenige Menschen haben diesen schrägen Geschmack. Trotzdem.


Schräg? Was Jamala mit dem Lied "1944" produziert, ist ganz sicherlich eines der schrägeren Lieder beim ESC. Zwischendurch singt sie in einer ungewöhnlichen Sprache: Krimtatarisch. Kam auch noch nie vor beim ESC. Zwischendurch grölt sie. Zwischendurch frage ich mich: WTF?! Aber gebt dem Lied eine Chance. Es ist schräg, es ist anders, aber es ist really nice. Und politisch, aber psssst. Nach den Statuten darf es das nicht. ;-)


Also, früher konnte man sich die Ungarn anschauen, etwas lächeln und sagen: na ja, damit kommt ihr nicht weit. In den letzten Jahren stellen sie gut aussehende Jungs auf die Bühne, die fabelhaft singen können und so richtige ESC Hits trällern können - und man denkt: WOW! Seid ihr das bessere Deutschland? Just kidding. Nein, im Ernst. Was die Ungarn die letzten Jahren ablieferten, das war schon richtig gut. Und da reiht sich Freddie ganz sicher mit seinen Hit "Pioneer" ein. 


Sie ist neben dem Russen Sergey Lazarev, dessen Lied ich so gar nicht schätze, vermutlich die Favoritin des Bewerbs: Dami Im. Es ist natürlich auch stark, aber ich mag es nicht so sehr wie die Lieder zuvor, es ist mir etwas zu durchsichtig, etwas zu gut gemacht, es hat keine Ecken und Kanten. Es ist so ESC und es ist Australia, die auch in ihrem zweiten Gastauftritt zeigen, wie sehr sie ESC können. :-)


Es ist schön, was Jamie-Lee Krawitz da macht. Unaufgeregt, still, gut produziert, ganz fabelhaft anzuschauen, aber zu wenig Kracher, zu wenig ESC. Das ist es eben, was der Unterschied der deutschen Lieder im Vergleich ist: Sie sind nicht wirklich dem Bewerb entsprechend. In Deutschland, das wahrhaft ein großes Musikland ist, kann man damit weit kommen, in ganz Europa wird es vermutlich untergehen, weil es so gar nicht im Trend liegt, so gar nicht den Nerv der Anderen trifft. Da bin ich mir so ziemlich sicher. Das heißt jedoch nicht, dass sie einen hinteren Platz verdient. Das ist guter Stoff!

Freitag, 6. Mai 2016

Ein Nachmittag am Rhein


Wie ein Alien war ich mir manchmal in meiner alten Heimat vorgekommen, so anders als all die anderen. Lange Zeit wusste ich gar nicht, was das Andere war ... Nach wie vor, ist es für mich eigenartig, in die alte Heimat zu fahren. Ich entdecke Zeichen wie dieses "UFO", die mich darin bestärken, dass ich hier ein Alien war und bin - und leider gab es dieses Gebilde damals noch nicht. Genauso wenig wie die "Passarelle" über den Rhein, über die ich heute ging. Heute mit dem Blick des in die weite Welt Gezogenen (so erscheint mir wenigstens meine neue Heimat Frankfurt, als weite Welt, im Vergleich zur alten Heimat) kann ich die Schönheit Kehls tatsächlich erkennen, gerade am Rhein. Ich driftete ab in alte Zeiten, in Träume und Wünsche, in vergangene Liebesgeschichten und zukünftige erotische Dramen. Ich ließ die Seele baumeln, mit einem Buch in der Hand, ich genoss.








































Dienstag, 3. Mai 2016

Neu in der Fremde. Eine Party der Herzen


Man stelle mich zu einem beliebigen Thema auf die Bühne und ich werde performen - na ja, vielleicht abgesehen von Quantentheorie, Biomechanik oder Ovulation der Frau. Auf jeden Fall bin ich zwar stets ein bisschen aufgeregt, aber Panik oder Prüfungsangst liegt mir mittlerweile sehr fern. Das war im Studium noch anders ... Was ich jedoch eigentlich sagen will: bei dieser Release-Party des Buches "Neu in der Fremde. Von Menschen, die ihre Heimat verlassen" war alles etwas anders. Im Vorfeld hatte ich die meisten Texte des Buches gelesen und bei einem hatte ich geweint. Ich saß im ICE und weinte. Das Schicksal von Aboud ging mir so nahe, vielleicht weil ich ähnliche Geschichten aus meiner Beratung kenne, vielleicht weil er als Journalist so schreiben kann, dass er andere Menschen berührt. Oder vielleicht auch, weil ich hinter diesem jungen Mann einen ganz besonderen Menschen vermutete, dem ich alles Gute der Welt wünsche. Als dann Beatrice Wallis, die Organisatorin der wunderbaren, kleinen Veranstaltung, beschloss, dass zuerst Anna Hartnagel, dann Aboud Wedeh lesen sollten und erst im Anschluss ich, war mein Schicksal besiegelt. Anna berichtete ganz sachlich von ihrer Arbeit, Aboud erzählte aber seine krasse Geschichte mit Happy End - und ich kämpfte immer mehr mit den Tränen, konnte sie auch bei dieser Lesung nicht zurückhalten. ich bekam Panik, dass ich nicht lesen könnte - oder zumindest nur stammelnd. Ich verkroch mich in den hinteren Raum, lief herum, versuchte die Fassung zurückzugewinnen. Aber als ich dann auf die Bühne ging und Aboud vor mir sah, war ich erneut so gerührt, ich musste ihm sagen, wie sehr ich mich über das Happy End freute und ihn vor mir zu sehen.
Meine Lesung war dann ganz anders als seine, meine Anekdoten aus Absurdistan brachte manche zu einem Lachen, das besagte: Ist ja nicht zu fassen, wie absurd es da zugeht. 
Ich hatte einen jungen Mann eingeladen, ebenso wie Aboud aus Syrien nach Deutschland geflohen, der ganz gut zusammenfasste, was diese Release-Party ausmachte: es war eine ganz besondere Atmosphäre an diesem Veranstaltungsort, der von engagierten, politischen, großgeistigen Menschen betrieben wird, und das Publikum war ebenso speziell, Zaffer sagte, dass diese Menschen alle so offen und liebenswert erschienen. Für mich war jedoch der größte Moment danach, als ich mit den beiden syrischen Männern noch türkisch essen war und mich mit ihnen austauschen konnte. Aboud war vorher für mich eine Figur aus einer Erzählung gewesen, jetzt wurde er zu dem realen wunderbaren Menschen, der er nun mal ist - und der vielleicht ein Teil meines Lebens werden könnte. Ebenso übrigens wie Anna, die andere Beiträgerin, die mich am Ende des Abends, herzlich wie sie ist, umarmte. Sie war der Engel, der das Happy End bei Aboud herbeiführte ...