Freitag, 1. Dezember 2017

Venezia 1


Alleine reisen ist immer eine Challenge für mich. Es beginnt bei der Planung: Hotel? Hostel? Airbnb? Habe ich evtl. Freund*innen an dem Ort? Wo liegt die perfekte Unterkunft, damit ich dann auch alles, was ich sehen möchte, erreichen kann? Wie komme ich hin? Wie komme ich von Flughafen zur Unterkunft? etc. Immer Fragen über Fragen. Da ist die Geldfrage, da ist die Frage, ob ich mich zurechtfinden werde, da ich echt so überhaupt keine Orientierung habe! :-D 
L. sagte also: Lido, such dir eine Unterkunft auf Lido. Gut, versuchte ich. Auf Airbnb gab es da nur teure Unterkünfte. Also probierte ich es auf HRS. Und was soll ich sagen: zuvor hatte es da noch nie etwas für mich gegeben. Aber dieses Mal machte ich den Hot Deal. Und wie hot der Deal war, zeigte sich dann in Venedig selbst: von der Bootsanlegestelle Lido konnte ich in die Hotel-Rezeption stolpern. Der schönste Rezeptionist der Welt gab mir sogleich noch ein Upgrade (warum auch immer) und dann hatte ich mit der Hälfte des Preises eines der besten Zimmer erwischt. Besser gehts nicht! Dann erklärte er mir noch, dass hinter dem Hotel die Hauptstraße des Lido lag - unschlagbar. Die Hauptstraße führte zum Strand. Und das Boot fahren lernte ich schon am ersten Tag bei Sonnenschein lieben. Ich saß im Boot, ließ mich von der Sonne bescheinen, der Wind blies mir schön um die Ohren, ich blickte um mich und sah Wasser - und wunderschöne Gebäude. 
Die Challenge bestand auch darin, alleine nach Venedig zu fliegen, aus dem Boot heraus, verliebte Pärchen in den Gondeln zu sehen - und nicht an Romantik zu denken. Ist doch Kitsch sowas! Hollywood hat das mit der Romantik in Venedig erfunden. Oder die gleichen Leute, die auch den depperten Valentinstag erfunden haben. Nein, ich habe mich davon nicht beeindrucken lassen. Venedig ist wunderschön: alleine oder zu zweit oder zu fünft oder zu Hundert. Obwohl: nee, nicht in Massen - selbst Ende November waren da schon sooooooooooooooooooooo viele Leute! Ätzend! :-)
Das Schöne am Alleine reisen ist doch auch, dass man seinen eigenen Rhythmus haben darf. Wann esse ich, wann gehe ich Kaffee trinken, wann ins Museum, wann ans Meer. Ich kann auf meine Bedürfnisse hören. Jetzt brauche ich Ruhe, jetzt habe ich Hunger, jetzt möchte ich lesen, jetzt möchte ich eine Serie schauen ... 
Venedig hat mir wirklich gut gefallen - nicht, dass ich jemals da wohnen möchte, das würde mich dann schon langweilen, aber ich werde sicherlich mal in den Sommermonaten zurückkehren. Ein bisschen im Meer rumplantschen, ein bisschen dolce vita genießen - und natürlich erneut die Biennale besuchen (aber dazu mehr im nächsten Beitrag!). :-)






















































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